Lückenlose Nachvollziehbarkeit von Holz . Was bedeuten eigentlich Siegel wie PEFC und FSC

Unser gesamtes Haus besteht zu einem großen Teil aus Holz, beginnend in der Grundkonstruktion, dem Holzriegelbau bis hin zu unseren Innentüren. Zum einen ist Holz ein wunderbares natürliches Produkt, welches ein wohliges Wohngefühl mit sich bringt, zum anderen wächst – um ein Beispiel zu bringen – Holz in Österreich zur Genüge und darüber hinaus. Ein paar mehr Fakten und Zahlen zum Thema Holz als Baustoff findet ihr übrigens hier. In diesem Artikel möchte ich jedoch einen genauen Blick auf Zertifikate wie PEFC und FSC legen und diese näher unter die Lupe nehmen.

Denn nur weil wir Produkte aus Holz kaufen und verbauen, heißt das nicht, dass es sich deshalb auch um ein nachhaltiges oder ökologisches Produkt handelt. Euch ist sicher schon aufgefallen, dass so manches Holz mit Siegeln wie PEFC oder FSC versehen wird. Unsere Innentüren von DANA Türen zum Beispiel, DANA arbeitet ausschließlich mit Partnerbetrieben zusammen, die entweder PEFC oder FSC zertifiziert sind – so wird bei DANA ein besonderes Augenmerk auf eine lückenlose und nachvollziehbare Herkunft des Holzes gelegt. Genau für diese Nachvollziehbarkeit, vom Anbau bis zur fertig verarbeiteten Tür, stehen diese Siegel.

Der Wald als Filter für unser Klima
Bäume und Waldflächen filtern CO2 aus der Atmosphäre und binden dieses im verbauten Zustand langfristig.

PEFC – Wofür steht dieses Siegel und was verspricht uns der Kauf von zertifizierten Produkten?

PEFC steht als Abkürzung für Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes was übersetzt soviel heißt wie Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen.

Dahinter steht also eine Organisation, die das Siegel mit den beiden Bäumen für nachhaltig bewirtschaftete Wälder und die nachhaltige Verarbeitung von Holz vergibt. Wenn ihr also ein Produkt mit dem Siegel PEFC kauft, dann stammt das verwendete Holz garantiert aus einem nachhaltig bewirtschafteten Wald und wurde im weiteren Schritt von einer zertifizierten Firma zu dem Produkt verarbeitet, welches letztlich in unseren Händen oder Häusern landet. Klar, Türen sollten im Idealfall in unseren Häusern landen, aber auch Papier wird aus Holz produziert und wird mit dem PEFC Siegel versehen. Ebenfalls spielt der Mensch in diesem Prozess von garantiert nachhaltiger und ökologischer Waldbewirtschaft eine Rolle und der soziale Umgang mit den Arbeiter*innen ist ein Teil des Siegels.

Um ein paar Zahlen zu nennen sind laut PEFC in Österreich 493 Firmen mit dem Siegel zertifiziert. Generell aber handelt es sich um ein international anerkanntes Siegel, so stehen unter PEFC International elf weitere Mitglieder, wie eben PEFC Austria. Diese Unternehmen müssen nach den vorgegebenen Standards entsprechend produzieren und werden dahingehend auch regelmäßig kontrolliert. Die Zertifizierung und der aktive Wälderschutz durch PEFC wird seit 1999 betrieben.

Ein nachhaltig bewirtschafteter Wald. Was heißt das genau?

Mit dem PEFC Siegel auf gekauften Produkten unterstützt man also nachhaltig, ökologisch und sozial bewirtschaftete Wälder und Waldflächen.

Was heißt das aber nun genau? Warum sind wachsende Bäume so wichtig für unser Klima und warum ist es umso wichtiger diese zu schützen und wieder aufzuforsten?

In einem nachhaltig bewirtschafteten Wald darf nur so viel Holz abgeholzt werden, wie auch wieder nachwachsen kann. Einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit Waldflächen findet man bereits ab Mitte des 15. Jhds.. Die Idee das nur so viel Holz gefällt und verarbeitet wird, wie auch wieder nachwachsen kann, ist ab Mitte des 17. Jhds. zu verzeichnen. Von der Einhaltung dieser Idee konnte jedoch noch nicht unbedingt die Rede sein.

Weltweit bedecken Wälder ca. 1/3 der Erde, hat man einen Globus zur Hand oder sieht sich das auf Google Earth an, kann man diese Zahl etwas besser erfassen. Ein wahnsinnig großer Teil der Erde wird also von Bäumen bedeckt, Flächen die leider immer weniger werden, die Abholzung und Rodung wichtiger Regenwälder, die immer größer werdenden Palmöl- und Sojaplantagen, die den Platz wichtiger Bäume und Lebensräume einnehmen, gehört schon fast zu den Daily News. Wälder bieten vielen Lebewesen einen unersetzbaren Lebensraum, um diesen Lebensraum weiterhin zu bewahren gilt es ein vielfältiges Ökosystem aufrecht zu erhalten.

CO2 wird gespeichert und frischer Sauerstoff produziert

Damit ist es aber noch nicht genug, denn über die Artenvielfalt und Tierwelt hinaus, die die Wälder so dringend benötigen, benötigen auch wir Menschen die Wälder dringender als wir vielleicht glauben.

Bäume filtern und reinigen die Luft die wir atmen, regulieren das Klima und wer kennt nicht das ganz besondere Gefühl wenn man einfach im Wald spaziert, das Moos schnuppert und die frische Luft genießt? Jeder einzelne Baum entzieht der Atmosphäre CO2 und speichert dieses langfristig. Wird ein Baum gefällt und zu einem Produkt, wie etwa einer Innentür verarbeitet, dann bleibt das CO2 dort gebunden, solange die Tür, eben Tür ist. Vermodert oder verbrennt Holz, dann tritt das CO2 wieder aus. So kann man beim Holz, welches zum Heizen verwendet wird, von einer CO2 Neutralität sprechen, da das zuerst gebundene CO2 einfach wieder abgegeben wird.

Wird also eine Waldfläche verarbeitet und im Anschluss wieder aufgeforstet, wird zum einen CO2 langfristig im verarbeiteten Holz gebunden und zum anderen kann der frisch aufgeforstete Wald wieder neues CO2 aus der Atmosphäre filtern und das so wichtige Ökosystem wird aufrechterhalten. Dieser beschriebene Prozess ist jedoch nicht bei jedem Holzprodukt garantiert, daher sollte man beim Kauf von Möbeln, Papier usw. auf dieses Siegel achten.

Der Wald, die grüne Lunge, die uns mit Sauerstoff versorgt. Siegel wie PEFC und FSC verweisen auf nachhaltige Forstwirtschaft
Das Gefühl von frischer Luft im Wald kennt sicher jede*r. Ein Baum filtert CO2 und produziert Sauerstoff, klar fühlt man sich direkt an der Produktionsstätte super.

Ein Baum kann pro Stunde soviel Sauerstoff freisetzen, wie 50 Menschen in der Zeit zum Atmen benötigen

Ich bleibe beim Beispiel unserer Innentüren, um den gesamten Prozess nochmal zu veranschaulichen.

DANA produziert unter einem strengen Öko-Nachhaltigkeitskonzept, wir durften, bevor wir unsere Innentüren bekamen übrigens auch einen Blick hinter die Kulissen werfen und bei der Produktion zusehen. Ich verlinke euch dazu gern den Artikel. DANA kauft das Holz, welches für die Produktion der Türen verwendet wird, lediglich aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Als PEFC und FSC zertifiziertes Unternehmen verpflichtet sich die Firma zu genau solchen Maßnahmen. Bei der Verarbeitung wird der Emissionsausstoß so gering wie möglich gehalten, um eine umweltschonende Produktion zu garantieren. Das beginnt beim Einkauf des Holzes bis zur Verpackung der fertigen Türen. Bei der Produktionsbesichtigung haben wir gesehen, dass in allen Bereichen, wo es die Lagerung und Lieferung zulässt auf Karton zurückgegriffen wird.

„Eine 100-jährige Buche setzt pro Stunde etwa 1,7 kg Sauerstoff frei. Dies entspricht etwa der Menge, die 50 Menschen in einer Stunde zum Atmen benötigen. Und ohne die Regenwälder wäre das Leben und Überleben unmöglich.“ (Quelle: dana.at, Wohnen mit reinem Gewissen)

Eine emissionsarme Türenproduktion ist nicht nur für unsere Umwelt und das Klima spitze, sondern bringt ebenfalls ein gesundes Wohnraumklima mit sich

FSC – Und noch so ein Siegel?

PEFC oder FSC sind bekannte Siegel die man mittlerweile auf vielen Produkten findet und ich denke jede*r kennt das eine oder andere, oder ist irgendwann schon einmal auf eines der beiden gestoßen.  

FSC Forest Stewardship Council heißt übersetzt soviel wie Waldverwaltungsrat und wurde 1994 gegründet. Mit einer FSC Zertifizierung wird eine umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragfähigen Bewirtschaftung der Wälder erreicht. (Quelle: qulalityaustria.com)

Ebenfalls wie bei PEFC zertifizierten Produkten, gibt es auch bei dem FSC Siegel internationale Prinzipien sowie Anforderungen, um dieses zu erhalten. Dabei bestehen viele Ähnlichkeiten und man muss etwas genauer hinsehen um die Unterschiede auszumachen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Siegel PEFC und FSC

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von PEFC und FSC

PEFC und FSC stehen beide für nachhaltig bewirtschaftete Wälder und werden unter strengen Kriterien vergeben. Dabei spielen unter anderem die Biodiversität der Wälder eine wichtige Rolle, der sorgsame Umgang mit Schutzgebieten sowie das Bepflanzen von Flächen mit standortgerechten Baumarten.

Wie bei waldhilfe.de nachzulesen ist, haben beide Zertifizierungen viele Gemeinsamkeiten und gleiche Interessen, die Unterschiede habe ich hier zusammengefasst:

Zertifizierungsverfahren bei PEFC und FSC

Hinter FSC Zertifizierungen stehen Vertreter*innen von Naturschutzverbänden, sozialen und wirtschaftlichen Interessensgruppen. Jeder zertifizierte Forstbetrieb wird jährlich kontrolliert, im Vergleich zum PEFC.

PEFC handelt besonders im Interesse von Waldeigentümer*innen und setzt auf vereinfachtere und günstigere Verfahren. Durch diese Zertifizierungsverfahren ist es für die Eigentümer kostengünstiger und einfacher und es können große Waldbereiche zertifiziert werden. Kontrolliert werden jährlich nur ca. 10% der gesamten Flächen im Vergleich zu FSC zertifizierten Wäldern.

Nutzung von Waldflächen bei PEFC und FSC

Kriterium des FSC ist es, dass 5% von Waldflächen nicht bewirtschaftet werden dürfen und pro Hektar werden 10 Bäume als sogenannte Habitat- oder Biotopbäume geschützt, also Bäume die verschiedenen Arten und Lebewesen einen besonderen Lebensraum bieten. Manchmal befinden sich auch explizite Kennzeichnungen auf Habitatbäumen. Pflanzenschutzmittel dürfen nach behördlicher Anordnung angewandt werden, wohingegen PEFC zertifizierte Wälder, diese auf das „notwendige“ Maß beschränken.

Rückegassen bei PEFC und FSC

Was ist das nun wieder? Rückegassen sind Flächen innerhalb eines Waldes, die von Maschinen zur Abholzung befahren werden dürfen. In einem FSC zertifizierten Wald dürfen Rückegassen nicht mehr als 13,5% der Waldflächen beanspruchen. In PEFC zertifizierten Wäldern muss ein Abstand dieser Gassen mindestens 20 Meter betragen. Um hier einen prozentualen Vergleich zu erzielen, müsste man sich die Gebiete nochmal näher ansehen, wobei die Abstände ca. 20-40 Meter betragen sollen, jedoch dürfen die 13,5% Fläche nicht überschritten werden.

Aktiver Klimaschutz mit bewusstem Holzkonsum

Ich hoffe ich konnte euch einen einführenden Überblick über die Thematik der Holzzertifizerung geben, natürlich gibt es bei diesem Thema noch ganz, ganz viel mehr zu sagen. Ich verlinke euch im Anschluss ebenfalls noch einige Seite, für alle die noch genauer nachlesen wollen.

Kauf von zertifiziertem Holz als Beitrag zum Klimaschutz
Mit dem Kauf von zertifiziertem Holz kann ein wichtiger Beitrag in Punkto Klima geleistet werden

Als Abschluss noch eine kleine Empfehlung. Bereits mit kleinen Dingen kann man sich aktiv am Schutz der Wälder und des Klimas beteiligen. Beim nächsten Baumarkt Besuch, bei dem Holz für DIY Projekte gekauft wird, oder beim Möbel, Türen- oder Bodenkauf achtet darauf ob diese Produkte mit PEFC und/oder FSC zertifiziert sind. Falls nicht, es gibt sicher Alternativen.

Bis bald und alles Liebe,
eure Andrea

Weiterführende Links und Quellen

PEFC
FSC
FSC Deutschland
Waldhilfe.de
Quality Austria

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