Andrea von @nachhaltigkeit.warum.nicht berichtet darüber, wie man sein zuhause etwas nachhaltiger gestalten kann.

Tipps für mehr Nachhaltigkeit zuhause.

Ich freue mich sehr, dass Andrea und Hannes mich gebeten haben einen Gastbeitrag für Ihren Blog zu schreiben. Ich habe ihren Baufortschritt von Anfang an verfolgt und bin ein großer Fan von ihrem Ökohaus. Sie haben beim Bau einfach alles berücksichtigt wofür ich auch stehe. Nachhaltigkeit in allen Bereich und wo es möglich ist.

Mein Name ist Andrea und ich blogge seit 2017 unter dem Namen Nachhaltigkeit? Warum nicht! über einen grüneren Lebensstil. Gemeinsam mit meiner kleinen Familie lebe ich in Deutschland am Stadtrand von Hannover. Im Mai 2017 haben wir uns gemeinsam nach einem Bericht über Plastikmüll in den Meeren auf den Weg in ein nachhaltigeres Leben gemacht. Unser Motto ist und war: Schritt für Schritt – denn jeder Schritt zählt.

Wenn ich nicht gerade als Mediendesignerin arbeite oder blogge, findet man mich meistens mit meiner Familie und unserem Hund in der Natur, beim Kräuter sammeln, in unserem Schrebergarten oder auf der Yogamatte.

gastbeitrag: nachhaltigkeit zuhause
Andrea von Nachhaltigkeit? Warum nicht!

Ich werde in diesem Beitrag jeden Bereich im Heim anschneiden und einfache Tipps geben wie man sein Leben nachhaltiger gestalten kann. Natürlich geht immer noch mehr, aber mit einfachen Änderungen kann man bereits viel erreichen. Ich gehe einfach mal davon aus, dass Menschen, die einen Blog zu ökologischem Bauen lesen auch in anderen Lebensbereichen an Verbesserungen interessiert sind.

Gerade im Heim gibt es einen Punkt den man ganz einfach ändern kann und damit eine extrem große Wirkung erzielt. Der Umstieg auf Ökostrom. Strom aus erneuerbaren Energien ist mittlerweile nicht mehr teurer und der Wechsel ist schnell und problemlos erledigt.

Eine Sache die viel Veränderung mit sich bringt ist das Selbermachen – egal ob im Bad oder in der Küche. Man weiß genau was enthalten ist, es macht Spaß und spart in der Regel Müll und Geld. Gerade in der Körperpflege kann man fast alles wunderbar aus natürlichen Zutaten selber herstellen. Lediglich im kosmetischen Bereich muss man vielleicht das ein oder andere Mal auf Naturkosmetik zurückgreifen. Auch im Bereich Putzmittel kann man mit einer paar Hausmitteln viele unnötige Chemiekeulen und Verpackungen sparen.

Ein weiterer Tipp der berücksichtigt werden sollte ist: Kauft nur soviel wie nötig und so wenig wie möglich. Schaut ob ihr die Dinge reparieren oder wiederverwenden könnt. Kauft gebraucht und nutzt die vorhandenen Ressourcen. Und wenn es doch mal etwas Neues sein muss, dann kauft Qualität und achtet zum Beispiel bei Elektrogeräten auf eine gute Energie-Effizienz-Klasse. Meine Oma hat immer gesagt, wer billig kauft, kauft zweimal. Und in vielen Bereichen würde ich ihr da Recht geben.

Außerdem sollte man immer erst mal schauen, ob man sich Dinge, wie zum Beispiel Arbeitsgeräte, leihen kann. Auch Küchengeräte wie das Waffeleisen oder das Raclette kann man sich super mit anderen teilen.

An diesem Punkt möchte ich auch kurz das Stichwort Minimalismus fallen lassen. Oft besitzen wir einfach zu viel Kram. Wenn man von allem zu viel hat, dann verbringt man seine Zeit immer nur mit aufräumen oder pflegen von Dingen. Auch hier sollte man überlegen was man wirklich braucht, um glücklich zu sein.

Man könnte Dinge die man selber nicht mehr braucht gegen etwas anderes tauschen oder für den guten Zweck spenden. Einrichtungen wie Sozialkaufhäuser freuen sich immer über Haushaltsartikel und so weiter. Alternativ kann man überflüssige Dinge natürlich auch noch auf dem Flohmarkt oder bei den Kleinanzeigen anbieten.

Ansonsten gilt natürlich immer, dass man auf die richtige Entsorgung achten sollte. Das gilt bei Elektrogeräten, Sperrmüll, Batterien, Korken oder auch bei ganz normalem Müll wie Papier-, Plastik-, Bio- und Hausmüll. Jeder sollte seinen Müll in Zeiten von Recycling, nach seinen Möglichkeiten in der jeweiligen Region, trennen. Wenn man einen Garten besitzt, dann sollte man unbedingt über einen Komposthaufen nachdenken. Die Pflanzen werden sich freuen und es danken. Auch eine Wurmkiste ist eine schöne Sache.

Biokomposter Wurmkiste
Die Wurmkiste kann auch im Wohnraum Platz finden oder auf der Terrasse, sie eignet sich ideal für Bioabfälle. Die fleißigen Würmer sind übrigens für die ganze Familie schön zu beobachten.

Allgemein sollte man zuhause darauf achten Energie und Wasser zu sparen. Beide Ressourcen sind kostbar und wir sparen damit bares Geld.

Photovotaik- und Solaranlagen, Anlagen zur Regenwasseraufbereitung und Heizsysteme mit Ofen oder ähnlichem sind natürlich auch schöne Möglichkeiten wenn man Eigentum hat.

Wenn man das Licht in den Räumen ausschaltet in denen man sich nicht aufhält, auf den Standby Modus bei Geräten verzichtet, die Türen geschlossen hält, dann kann man schon sehr viel Strom bzw. Gas sparen. Energiesparlampen/LED sind auch eine tolle Alternative, wenn die alte Birne durchgebrannt ist.

Auch das richtige Lüften verhindert nicht nur Schimmelbildung, sondern spart uns Heizkosten. Mehrmals täglich kurzes Stoßlüften lässt die Räume und Wände nicht zu stark auskühlen und ermöglicht besseres Erwärmen der Raumluft. Eine Raumtemperatur von 20 Grad ist zum Bespiel vollkommen ausreichend und spart viel Geld.

richtig lüften
Richtiges Lüften verhindert nicht nur Schimmelbildung, sondern spart Heizkosten. Mehrmals täglich kurzes Stoßlüften lässt die Räume und Wände nicht zu stark auskühlen und ermöglicht besseres Erwärmen der Raumluft. Eine Raumtemperatur von 20 Grad ist zum Bespiel vollkommen ausreichend und spart viel Geld.

Des Weiteren kann man mit Eco Programmen und voll beladenen Maschinen, zum Beispiel bei der Waschmaschine, sehr viel Wasser sparen. Außerdem kann man Duschen statt zu Baden und die Stop-Taste an der Toilette drücken.

Also machen wir uns nun auf den Weg durch unser Heim. Die größten Veränderungen kann man im Bad und in der Küche erreichen.

Im Bad kann man schnell und einfach viel ändern. Die nächste Zahnbürste kann aus Bambus sein. Die Zahnpasta wird durch Zahnputztabletten ersetzt. Das Klopapier ist beim nächsten Einkauf Recyclingpapier. Duschgel und Shampoo wird ersetzt durch Seife und feste Waschstücke. Man kann einen Rasierhobel oder Leaf Razor anstatt eines Einwegrasierers und wiederverwendbare Abschminkpads statt Wattepads nutzen. Wattestäbchen gibt es auch mit Papier- oder Bambusstäbchen. Kämme, Bürsten, Nagel- und Klobürsten bekommt man auch aus Holz. Und für Menstruierende gibt es auch tolle wiederverwendbare Alternativen.

Außerdem sollte man auf Do-it-yourself Produkte oder Naturkosmetik setzen. Dies ist nicht nur besser für unseren Körper, sondern auch für unsere Umwelt.

Dazu kann ich jedem die App „Codecheck“ ans Herz legen. Mit der App kann man schnell und einfach per Scan des Barcodes herausfinden ob ein Produkt zum Beispiel Mikroplastik enthält, vegan oder tierversuchsfrei ist. Es gibt einfach Dinge die mittlerweile im Bad und in der Körperpflege unnötig sind.  

Ein kleiner Tipp am Rande. Wir haben den Mülleimer aus dem Bad verbannt. So müssen wir den Müll in der Küche entsorgen und es landet nicht mehr alles einfach in einem Restmüllbeutel. Recycling spart nämlich auch Energie.

In der Küche kann man Energie, Wasser und vor allem Müll sparen.

Im Bereich Müll sparen gibt es zwei Dinge auf die man besonders achten kann. Zum einen Lebensmittelverschwendung vermeiden und zum anderen nach Möglichkeit Lebensmittel nicht in Müll bzw. Verpackungen ins Haus holen.

Ein sehr wichtiges Thema ist auch die richtige Lagerung der Lebensmittel. Zum Beispiel sollte man Gewürze, Kräuter und Tees eher dunkel und trocken lagern, damit die Aromen erhalten bleiben oder Kartoffeln und Zwiebeln eher kühl, trocken und dunkel, damit sie nicht austreiben. Auch so sorgt man dafür das Lebensmittel nicht verschwendet werden.

Wenn es um Lebensmittel geht ist für uns die Qualität sehr wichtig. Lebensmittel sind unser Treibstoff und tragen zu unserer Gesundheit bei. Wir versuchen daher nach Möglichkeit nur in Bioqualität zu kaufen. Da wird es im Supermarkt manchmal unverpackt schwer. Aber Bauernmärkte und Hofläden erleichtern es oft. Außerdem findet man immer mehr Unverpackt Läden in denen man die Lebensmittel in eigene Behälter abfüllen kann.

Aber bei all dem muss auch immer Rücksicht auf den Geldbeutel genommen werden.

Am Rande möchte ich hier mal erwähnen das Plastik meiner Meinung nach nicht allgemein verteufelt werden sollte. Einwegplastik und Plastikmischungen, die nicht recycelt werden können, sind das Problem. Außerdem ist Einwegglas in der Regel aufgrund von hohen Transportkosten und enormem Energieaufwand beim Recycling nicht die nachhaltigere Lösung.

Wasser können wir in der Küche mit einem Geschirrspüler sparen. Allerdings sollte man hier immer schauen das die Maschine voll ist und nicht zu oft läuft, aufgrund der benötigten Energie.

Auch Strom sparen kann man mit kleinen Tipps. Die Kühlschanktür schnell schließen. Den Tiefkühler regelmäßig abtauen. Wasser im Wasserkocher anstatt im Topf erhitzen und nur so viel wie nötig. Bei einem neuen Herd auf Induktion setzen. Den Kühlschrank nicht neben warme Geräte wie den Herd stellen. Und so weiter.

induktionsfeld
Die Induktionsplatte erwärmt nur den Bereich, wo ein Topf draufsteht, die Energie ist sofort weg, sobald man das Gefäß vom Herd nimmt und Wasser kann super schnell zum Kochen gebracht werden.

Im Flur sollte man bei der Eingangstür immer darauf achten, dass alles dicht ist und dass man die Tür immer schnell schließt um keine Wärme zu verlieren. Gerade in Mietwohnungen ist dies oft ein Problem. Wenn man Eigentum plant oder umbaut ist sicherlich ein Windfang eine Überlegung wert.

Türen schließen spart Energie. Gerade bei Räumen die an sich nicht so viel beheizt werden müssen, wie etwa der Vorraum oder Flur.

Im Wohnzimmer, Schlafzimmer und Kinderzimmer sollte man vor allem auf die Materialien achten. Egal ob es um Möbel, Wohntextilien, Teppiche, Spielsachen und Kleidung geht. Konventionelle Produkte sind oft voll mit Pestiziden sowie Gift- und Schadstoffen. Die Arbeits- und Produktionsbedingungen lasse ich in diesem Beitrag absichtlich außen vor.

Natürliche Materialien im Wohnraum sind maßgeblich für unsere Gesundheit und Wohlbefinden, konventionelle Produkte beinhalten oft Pestizide sowie Gift- und Schadstoffe.

Ich möchte auch noch mal auf das Thema Gemütlichkeit eingehen. Man kann wunderbar mit Materialien aus der Natur dekorieren, nachhaltige Kerzen ohne Erdöl verwenden, sowie Kissen und Decken zum Einkuscheln haben. Pflanzen machen es immer lebendig und wohnlich. Zusätzlich sind viele Pflanzen auch sehr toll für das Raumklima. Nur bei Schnittblumen wäre ich vorsichtig. Es sieht wunderschön aus, aber man sollte lieber auch saisonale und regionale Sträuße zurückgreifen, wenn es sein muss, zum Beispiel selbstgepflückt beim Bauern um die Ecke.

Grundsätzlich sollte man eine Regel beherzigen: Wenn etwas stark oder komisch riecht, dann sollte man die Finger davon lassen. Dies gilt auch besonders bei Spielzeug aus Plastik und Wohntextilien.

Faustregel: Bei allem was mit dem Körper in Verbindung kommt sollte nicht gespart werden. Unsere Gesundheit wird es uns danken.

Besonders Mikrofaser wird oft als nachhaltige Lösung verkauft, weil man damit ohne Putzmittel reinigen kann oder Mikrofasertücher in der Kosmetik wiederverwenden kann. Dabei wird allerdings immer vergessen, das Mikrofasern aus Kunststoff bestehen und damit ständig Mikroplastik auf unserem Körper und im Grundwasser landet.

Gerade im Kinderzimmer kann man besonders gut Möbel, Kleidung und Spielzeug gebraucht kaufen. Die Sachen sind dann nicht nur günstiger, sondern auch ausgedünstet und mehrfach gewaschen. So erkennt man auch gleich ob etwas wirklich qualitativ hochwertig ist.

Im Bezug auf Kleidung möchte ich auch noch mal den Kleiderschrank ansprechen. Auch hier kann man nachhaltig Handeln. Man kann gebraucht einkaufen oder auf faire Mode setzen. Des Weiteren sollte man eher auf natürliche Materialien setzen und auf Bio-Baumwolle achten. Eine auf einander abgestimmte Garderobe ist auch immer praktisch.

Am Ende möchte ich noch zwei Themen ansprechen bei denen man auch unbedingt über nachhaltigere Lösungen nachdenken sollte. Der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank ist sehr sinnvoll, wenn man Atom- und Kohlekraft, die falschen wirtschaftlichen Entwicklungen und Kriege nicht unterstützen will. Auch Versicherungen arbeiten mit unserem Geld und es werden auch in diesen Bereichen nachhaltigere Lösungen angeboten.

Ich freue mich sehr über einen Besuch auf meinem Blog Nachhaltigkeit? Warum nicht! oder meinem Instagram-Account. Viel Spaß auf dem Weg in ein nachhaltigeres Leben.

Ein paar DIY Tipps für mehr Nachhaltigkeit zuhause:

DIY Flüssigwaschmittel: hier entlang

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