28. Oktober 2018Keine Kommentare

Stroh für deinen Wandaufbau

Stroh: Natürlich, nachhaltig und ideal für deinen Wandaufbau

Ich berichte mal wieder über unsere Dämmung und will euch zeigen was an dieser so einzigartig ist. Ihr fragt euch vielleicht: Warum schon wieder ein Artikel über Stroh? Weil es so ziemlich die nachhaltigste Dämmung ist, die es zur Zeit gibt und weil wir vom Baublogger-Kollektiv eingeladen wurden über das Stroh in unseren Wänden zu quatschen. Also mehr zum Thema Stroh für deinen Wandaufbau:

In den 1930er Jahren hat uns der liebe Herr Walt Disney mit seiner Neuverfilmung „Die drei kleinen Schweinchen“ die Geschichte rund ums Thema Stroh als Baumaterial ziemlich vermiest, basierend auf der Geschichte von Joseph Jacobs. Das Haus aus Stroh wird einfach so vom Wolf weggeblasen. So ein Blödsinn! Hätten Joseph Jacobs oder Walt Disney selbst in einem Haus aus Stroh gelebt, würde die Geschichte ganz anders aussehen. Ich erzähl euch einfach die wahre Geschichte über Stroh im Bauwesen:

Die Vorzüge von Stroh und warum es so schonend für die Umwelt ist

Bei Stroh handelt es sich um verholzte und getrocknete Halme, die nach der Ernte als Nebenprodukt der Lebensmittelerzeugung übrig bleiben. Die Halme enthalten kaum Nährstoffe und sind daher nicht als Futter für Tiere dienlich. Da das Bedürfnis nach Getreide zukünftig wahrscheinlich nicht weniger werden wird, wird es auch immer Stroh geben. Was aus dieser Perspektive sogar zum Entsorgungsproblem werden kann. Warum Stroh also nicht als Dämmmaterial für das Eigenheim verwenden?

Stroh ist die nachhaltigste Dämmung. Warum?

Im Vergleich zu anderen ökologischen Dämmstoffen, wie etwa Hanf, muss Stroh nicht extra produziert werden. Es ist ohnehin vorhanden und daher auch ressourcenschonender in der Herstellung.

Der Sprung in Richtung Effizienz und Wirtschaftlichkeit

ISO-Stroh Einblasdämmung

Bisher, also bis vor einem Jahr, wurden Häuser aus Stroh mit Strohballen gedämmt. Was so viel wie „super anstrengend und nicht für die breite Masse geeignet“ heißt. Ich will aber hier nicht den Strohballenbau schlecht reden, da dieselbe Wohnqualität entsteht und das Material das selbe ist. Aber man braucht viel Zeit, viele helfende Hände und schönes Wetter. Im Jahr 2017 kam ISO-Stroh auf den Markt. Ähnlich wie Zellulose oder Holzfaser kann das zertifizierte Stroh in nahezu jede Konstruktion mittels Einblasverfahren in die Wandaufbauten eingebracht werden. Aufgrund der hohen Einbringdichte ist die Dämmung setzungssicher und dient im Winter als Kälteschutz und hält den Innenraum im Sommer angenehm kühl.

Vorurteile gegenüber dem goldenen Halm

Wie schon gesagt Joseph Jacobs und Walt Disney haben dem Stroh wirklich Unrecht getan. Stroh ist außerdem weder gut brennbar, Schimmel gefährdet oder voll von Schadstoffen. Aja und nicht zu vergessen: Nagetiere fühlen sich so gar nicht wohl im Stroh.

Sehen wir uns das mal Schritt für Schritt an:

Stroh bekommt seinen Flammschutz, im Vergleich zu anderen Materialienganz, von Natur aus mitgebracht. Es enthält natürliche Silikate, welche die Entflammbarkeit herabsetzen. Dazu gibt’s übrigens ein Test-Video: Stroh ist nicht gut brennbar.

Was die Schimmelgefahr betrifft: Dieser ist das Stroh im Grunde täglich auf dem Feld ausgesetzt. Da die Natur wie wir wissen recht intelligent auf solche Angelegenheiten reagiert, kann sich auch das Stroh gegen Gefahren wie Schimmel oder Keime wehren. So ist beim Strohhalm eine polyesterartige Schutzhülle festgestellt worden, die den Halm natürlich vor Schadstoffen bewahrt.

Vorurteil Nummer eins, wie ich bisher feststellen durfte, ist die Frage nach den Mäusen und Nagetieren in den Wänden. In dieser Angelegenheit kann ich euch beruhigen. Stroh enthält keinerlei Nährstoffe und zählt daher nicht zu den leckersten Mahlzeiten. Ich persönlich esse auch nicht sonderlich gern Papier ;). Außerdem wird ISO-Stroh so verdichtet in die Wände eingeblasen, dass überhaupt kein Platz für Mäuse oder dergleichen ist. Also falls die Maus oder der Hamster mal aus dem Käfig verschwinden – In den Wänden musst du nicht nach ihnen suchen.

Vorteile – als Grundlage für eine Wohlfühl-Umgebung

Das Stroh mittlerweile in die Kategorie der wirtschaftlichen Verarbeitbarkeit fällt, habe ich vorhin schon erwähnt. Mithilfe der Einblastechnik können selbst komplexe Bauteile leicht gedämmt werden.

Bauen mit Blick auf die Zukunft

Stroh hat noch einiges mehr zu bieten. Wo soll ich anfangen. Vielleicht ganz am Ende, nämlich bei den Entsorgungskosten. Wir Menschen bauen Gebäude, meist dienen diese mehreren Generationen als Zuhause. Was aber passiert, wenn das Haus mal abgebaut werden muss? Was passiert mit dem Material? Wie behandelt man in Wände verbauten Sondermüll wie Polystyrol? Ich glaube darüber machen sich die wenigsten Gedanken, irgendjemand muss aber die Kosten tragen. Und die größeren Folgen hat meist die Natur, unsere Umwelt zu tragen. Die allerdings noch für viele Generationen ein Ort zum Leben sein soll.

Bei Stroh sind die Fragen einfacher zu beantworten. Es kann einfach als Einblasdämmung wiederverwendet werden, wer ein paar Pferden etwas Gutes tun will, kann das Stroh als Einstreu upcyclen oder es zerfällt einfach wieder zu Erde – Ohne der Umwelt zu schaden.

Stroh schützt vor Schall, Hitze und Kälte

Aufgrund der hohen Einbringdichte von Stroh (105kg/m³) steigt der Schallschutz. Dieser Punkt wirkt sich aber nicht nur auf den Schall, sondern auch auf die Hitze im Sommer, sowie auf die Kälte im Winter aus. Die Dämmung sorgt dadurch mitunter für ein behagliches Wohnraumklima.

Stroh in Hülle und Fülle

Fährt man ein Stückchen mit dem Auto, ist es meist schwer nicht hier und dort ein Fleckchen eines Getreidefeldes zu entdecken. So kann das Stroh regional mit wenig Transportaufwand bezogen werden, was wieder der Umwelt, sowie den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben zugute kommt.

Unsere Dämmung: ISO-Stroh

Zurzeit gibt es übrigens nur einen zertifizierten Hersteller für Stroh in Einblasform – ISO-Stroh Einblasdämmung. Es gibt zwar ein oder zwei weitere Hersteller, jedoch ohne Zertifizierung und ohne ausreichende Testverfahren. So trifft man beispielsweise bei anderen Herstellern oftmals auf Probleme was das Setzungsverhalten betrifft, was schade ist, ein Produkt sollte nicht verkauft werden, wenn es noch nicht hinreichend positiv geprüft wurde.

Wir waren selbst schon des Öfteren zu Besuch bei ISO-Stroh und durften durch die Strohhallen spazieren. Dabei sind wir rundum auf kompetente Beratung und freundliche Menschen gestoßen.

Das wichtigste zum Schluss: Das Wohngefühl

Nachhaltige und ressourcenschonde Baustoffe sind nicht nur für die Umwelt toll, sondern wirken sich genauso auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus. Erst vor zwei Jahren haben wir erstmals ein mit Stroh gedämmtes und Lehm verputztes Haus betreten. Man merkt wirklich sofort einen spürbaren Unterschied im Raumklima, was den positiven Eigenschaften der Naturmaterialien zuzuschreiben ist. Um euch hautnah zeigen zu können wie gut es sich anfühlen kann auf natürliche Baustoffe zurückzugreifen, werden wir nach Fertigstellung unseres Hauses einen Tag der offenen Tür machen. Bis dahin liegt noch ein gutes Stück an Arbeit vor uns.

Bald wird unser Rohbau aufgestellt, bestehend aus rundum nachhaltigen Materialen wie Holz, Stroh, Lehm usw. Wie immer halten wir euch am Laufenden. Falls du noch mehr rund um das Thema Stroh für deinen Wandaufbau wissen möchtest, schreib uns doch einfach eine Nachricht.

Ich hoffe ich konnte die Geschichte über Stroh im Bauwesen etwas besser verklickern, als Joseph Jacobs oder Walt Disney es taten. Falls du noch immer nicht überzeugt ist, kannst du uns gerne einen Wolf vorbei schicken. :).

Bis bald und liebe Grüße aus dem Strohhaufen!

Links:

*Werbung weil Markennennung
Alle Produkte und Marken die wir auf unserer Seite vorstellen, entsprechen zu 100% unserer Einstellung.

ISO-STROH Website


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14. Dezember 2018Keine Kommentare

Das Stahlgerüst

Endlich sind unsere Stützen da.

Einen Monat ist es ca. her und die Fundamentarbeiten wurden abgeschlossen und ruck zuck wurden auch die Stahlstützen in den letzten Tagen auf das Fundament gezaubert. Das ging so wahnsinnig schnell, wir konnten es kaum glauben. Es ist übrigens super schön mitanzusehen, wie Schritt für Schritt unser Haus entsteht.

Wie immer findet sich in allen unseren Bauschritten ein ökologischer Gedanke wieder. Bei den Fundamentarbeiten, haben wir versucht so wenig wie möglich Natur zu versiegeln, daher die Streifenfundamente und die Bohrpfahlgründung.

Wie aber sieht das in Punkto Stahlstützen aus?

Des Öfteren bekommen wir die Frage zu hören warum wir nicht mit Holzstützen gebaut haben. Bei den Lasten die das Holz tragen müsste, würden sehr überdimensionierte Stützen entstehen, was einfach für uns keine Lösung gewesen wäre. Stahl hat nämlich enorme statische Vorzüge im Bauwesen.

Außerdem wird Baustahl überwiegend aus Recyclingstahl hergestellt, also werden alte Autos, Waschmaschinen, usw. recycelt und weiterverarbeitet. Also wer weiß was unsere Stützen schon alles erlebt haben. Laut einem Artikel in der Welt.de ist Stahl einer der am effektiv recycelten Materialien und das ohne Qualitätsverlust, daher kann Stahl immer wieder Verwendung finden und ist daher unserer Meinung nach ökologisch absolut vertretbar.

Dem Artikel nach sind weltweit noch rund 80% des Stahls, der bisher jemals produziert wurde, im Einsatz. Dieser Fakt hat mich selbst wirklich erstaunt muss ich sagen. Das Ganze wirkt sich natürlich auch auf den CO2 Ausstoß aus, so kann mit einer Tonne Stahl aus recycelten Material mit bis zu 50% weniger Emission gerechnet werden. Tip Top würde ich sagen! Aus Schrott wird Stahl und siehe da schon stehen ein paar Piloten in unserem Garten.

Es geht noch weiter in der Liste, damit der Stahl witterungsbeständig ist und vor Umwelteinflüssen geschützt wird, muss natürlich in irgendeiner Form geschützt und versiegelt werden. Lack war für uns kein Thema, da dieser in mehreren, bis zu fünf Schichten aufgetragen werden muss. Sollte das Material irgendwann einmal recycelt werden, würde Sondermüll entstehen, was wir auf keinen Fall wollen. Unsere Stützen sind feuerverzinkt und somit wieder zu 100% recycelbar.

So viel zu unseren Stützen, ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt des Baustahls geben. Als Tipp: Alte Geräte unbedingt ordnungsgemäß entsorgen!

Bis bald ihr Lieben.

Links:
Artikel über Baustahl 

Zeitraffer vom Aufstellen der Stützen

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25. Oktober 20183 Comments

Unser Fundament

Die Fundamentarbeiten sind abgeschlossen …

… und schon geht’s weiter mit unserem Haus auf Stelzen:

Es ist schon eine Weile her als ich das letzte mal von uns hören ließ. Sorry dafür, aber der Bauprozess hat uns die letzten Wochen ziemlich in Anspruch genommen. Daher war es etwas ruhiger am Blog. Es gibt also eine Menge aufzuholen und jetzt geht es erst so richtig los mit dem Fundament.

Wie die meisten unserer Leserinnen und Leser bereits wissen, soll unser Haus so nachhaltig wie möglich werden – von der Dämmung bis hin zum Fußboden und Interieur. Auch im Außenraum haben wir darauf geachtet so wenig wie nur möglich zu versiegeln und die vorhandene Natur zu schützen. Bisher ist uns das recht gut gelungen. Für alle die neu dazu gekommen sind und gerne mehr darüber wissen wollen: Klimaschutz mit Designanspruch.

Heute berichte ich euch wie es uns mit den Fundamentierungsarbeiten so ergangen ist.

Erfolgreich gemeistert: Das Fundament steht.

Unser Fundament verursachte ja so einigen Personen leichte Kopfschmerzen, umso glücklicher sind wir, dass wir so tolle und kompentente Menschen um uns haben.

Hört sich ja alles recht fein an: „Bauen wir unser Haus doch auf Stelzen, das wird super“ – Leichter gesagt als getan. Wir haben uns ja gegen eine Unterkellerung entschieden (Bauen MIT dem Hang) um so wenig wie möglich in die Natur eingreifen zu müssen. Daher auch die Idee auf Piloten zu bauen. Das der Hang aber ein „schipistenartiges“ Gefälle aufweist und nicht die einfachste Grundlage um zu bauen ist, war uns so noch nicht klar. Aber wer will schon den einfacheren Weg gehen, wenn doch der andere Weg so viel interessanter scheint.

Naja jetzt haben wir bereits gut reden. Das Fundament steht, wie ihr vielleicht bemerkt habt, bereits. Im Folgenden will ich euch aber einen kleinen Einblick die Fundamentarbeiten verschaffen, wie es uns dabei ergangen ist und welche Hürden sich so im Erdreich verstecken können.

Das Bodengutachten

Zuallerst: Der Blick in den Boden.
Noch bevor das Grundstück gekauft wurde, ließen wir ein Geotechnisches Gutachten anfertigen um die Bodenbeschaffenheit zu bestimmen und um sicher zu gehen, dass unser Bauvorhaben auch so realisiert werden kann wie gewünscht.

Nach langem tüffteln folgen die Taten

Noch vor Baubeginn hatten unsere beiden Baumeister und Statiker so einige Schwierigkeiten zu bewältigen. Daher hat sich der Bau um ein paar Wochen verzögert. Im Bodengutachten wurde vermerkt das ein geringes Setzungsvermögen beim Hang nicht ausgeschlossen werden kann. Daher mussten einige Details umgeplant werden. Zu Beginn sollten die Brunnenfundamente als alleinige Stützpunkte reichen. Um jedoch dem eventuellen Setzungsverhalten des Hanges prophylaktisch vorzubeugen wurden die Fundamente mit einem Streifenfundament verbunden. Alles rechnerische abgeschlossen, ging es schon an die eigentliche Herausforderung: Die Bearbeitung des Hanges und die Vorbereitung der Bohrpfahlfundamente.

Baubeginn! Jippie!

Am ersten Tag wurde nochmal das Grundstück von einem Geometer ausgemessen – damit wir nicht unbeabsichtigt zu den Nachbarn rüber bauen :). Nein – Spaß bei Seite, solche Dinge können im Nachhinein richtig unangenehm und vor allem Existenzbedrohend werden. Baut man nicht gemäß gewisser Richtlinien, kann ein Rückbau verlangt werden, was extrem schlimm enden kann. Daher immer auf Nummer sicher gehen. Wir können uns übrigens glücklich schätzen und sind umgeben von super netten und zuvorkommenden Nachbarinnen und Nachbarn. Wir hatten anfangs beispielsweise Probleme mit dem Baustrom und Wasser, ohne Weiteres durften wir Strom und Wasser – über mehrere Tage hinweg – von einem unserer Nachbarn verwenden. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten wir ein riesen Problem gehabt auf der Baustelle. Eine so freundliche Umgebung ist nicht immer selbstverständlich, umso mehr freuen wir uns über die zukünftige Gesellschaft rund um unser Haus.

Aber back to the topic: Nachdem das Grundstück nochmal ausgemessen wurde, ging es auch schon los mit den Bohrungen.

Vorbereitungen für das Kammfundament

An den ersten beiden Tag wurden die Fundamente für den Kamm vorbereitet und betoniert. Dieser dient zum einen zur Sicherung des Hanges und auf diesem wird dann mitunter die Stahlkonstruktion angebracht.

Tiefenbohrungen im Bereich der zukünftigen Piloten

An den weiteren beiden Tagen wurden die Tiefenbohrungen für die beiden Streifenfundamente und die kleinere Plattform vorgenommen. In diesem Bereich werden dann die Piloten angebracht.

Zwischendurch wurde übrigens der Hang so bearbeitet, dass man gut mit Bagger und dergleichen herumfahren konnte. Was eine ziemliche Herausforderung war aufgrund des steilen Gefälles. Ebenso wurde der Kanal angeschlossen und Wasser, sowie Baustrom sind mittlerweile auch vorhanden.

Weiter geht’s mit den Streifenfundamenten

An den darauf folgenden Tagen wurden haufenweise Schallungselemente auf und abgeschleppt um die Schallung für den Beton aufzubauen. Es war übrigens ganz schön was los auf der Baustelle, Mischwägen waren vor Ort um die Schallungen zu befüllen, diese wurden auf- und abgebaut und der Hang wurde immer mehr begehbar gemacht. Natürlich waren wir mit vor Ort und haben uns um Kaffee, Snacks usw. gekümmert. Und wie sich herausgestellt hat kommen Schnitzelsemmerl von der Oma auf der Baustelle so richtig gut an.

Weniger Versiegelung. Mehr Natur

Wir haben uns ganz bewusst gegen eine Unterkellerung entschieden, zum einen wollten wir so wenig wie möglich in den bestehenden Hang eingreifen und zum anderen das Grundstück mit der Bebauung ideal nutzen. Grob geschätzt haben wir sicherlich zwei Drittel weniger an Versiegelungsmaterial gebraucht, im Vergleich zu einer Unterkellerung. Dadurch, dass der gesamte Rohbau auf Piloten, also auf Stahlstützen stehen wird, nutzen wir die Lage ideal. Bei Schönwetter sieht man sogar bis ins Gebirge. Cool oder?

Der Baum, ein kleines Hindernis

Unsere Liebe zu Bäumen habt ihr wahrscheinlich schon mitbekommen, falls nicht könnt ihr das hier nachlesen: Der Baum bleibt.

Auf jeden Fall war es schon eine kleine Herausforderung unseren lieben Baum zu beschützen. Ich kann euch aber beruhigen: Er hat überlebt und steht mittlerweile sicher umschlungen in seinem Schachtring. Es wurde sozusagen um ihn herumgebaut.

Ein großes WOW für die Ausführenden

Zuguterletzt: Riesen Respekt an Martin Rihs Construction GmbH. Ich glaube – und ich denke zu Recht – das unser Hang nicht Jedermanns Sache gewesen wäre. Das wurde uns auch von mehreren Seiten so mitgeteilt. Ehrlich gesagt haben wir das beide etwas unterschätzt, man träumt so dahin von seinem Haus auf Stelzen und so fort. Aber das man nie so genau sagen kann was sich im Boden wirklich abspielt, oder wie die Erde beschaffen ist, ist leider nicht so vorhersehbar. Selbst mit Bodengutachten. Auf jeden Fall haben die Jungs unser Fundament bravourös und professionell gelöst. Einer der schwierigsten Parts ist denke ich abgeschlossen. Puh!

Wir sitzen dann schon mal auf der Mauer…

Jetzt heißts abwarten und trocknen lassen. Da der Beton ein paar Wochen zum Austrockenen braucht, bevor das Stahlskelett angebracht wird, müssen wir ein wenig warten. Wir waren dann die darauf folgenden Tage ein paar Mal dort und wenn man auf der Mauer steht, ist es schon richtig gut vorstellbar, wie wir zukünftig die schönen Tage auf unserer Terrasse genießen werden. Da würden wir am liebsten gleich dort bleiben. Darum sitzen wir einstweilen mal dort!

Also Tip Top an alle Beteiligten. Wir freuen uns wenn es bald weitergeht.

P.S.: Wer übrigens die Fundamentarbeiten hautnah miterleben will, kann sich unser Zeitraffer-Video ansehen und Tag für Tag mitverfolgen. Viel Spaß!

In ein zwei Wochen ist es dann auch soweit, das Stahlskellett wird aufgestellt und dann kommt auch schon der Rohbau. Wie immer halte ich euch am Laufenden – Diesmal etwas regelmäßiger. Versprochen.

zum Bautagebuch


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12. Oktober 2018Keine Kommentare

Autarkie aber wie?

Autarkes Wohnen.

Schritt für Schritt zum autarken Leben. So funktioniert´s:

Bei unserem Hausbau versuchen wir soweit wie möglich einen Fokus auf Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Bebauung zu legen. Das Thema Autarkie ist bei der Planung natürlich nicht an uns vorbei gegangen.

Ein großer Teil an autarken Möglichkeiten stehen aber noch auf unserer Wunschliste. Diese heben wir uns für die kommenden Jahre auf, da leider das Budget so manche Vorstellungen nicht zu lässt. Immerhin haben wir uns schon mal informiert:

Warum autark leben?

Nehmen wir das Wohnen an sich mal näher unter die Lupe: Schnell fällt die persönliche Abhängigkeit von so einigen Dingen auf, die oft als selbstverständlich wahrgenommen werden. Dass der Strom, der aus der Steckdose kommt, oder das frische Trinkwasser aus dem Wasserhahn wo produziert oder geklärt werden muss wird eher selten hinterfragt. Das Thema des unabhängigen Wohnens wird für viele immer präsenter. Autarkie hat schon lange nichts mehr mit einem tristen Einsiedlerleben in Isolation zu tun, sondern vielmehr mit dem bewussten Umgang von Ressourcen und dem Wunsch nach Eigenständigkeit.

Gemeinschaftlich und unabhängig leben!
Die erste autarke Siedlung im Burgenland:

Vor ein paar Wochen durften wir die lieben Leute von Wohnwagon kennen lernen. Diese sind aktuell mit der Planung der ersten völlig autarken Siedlung beschäftigt. Falls du das Sommerfest im September verpasst hast, gibt es hier mehr Infos zur Realisierung der ersten autarken Siedlung. In der aktuellen Wohnwagon-Zentrale in Wien sammeln sich so einige zukunftsträchtige Ideen und Innovationen rund um das Thema Autarkie.

Die Idee vom autarken Wohnen.
Schritt für Schritt in eine unabhängige Richtung:

Ja nach den persönlichen Bedürfnissen kannst du hier und da die ein oder andere autarke Idee in den Wohnraum einfließen lassen. Angefangen bei der Stromversorgung, der Wärme- oder Wasserversorgung (ob Trinkwasseraufbereitung oder Regenwasserspeicher) bis hin zum Genussgarten kannst du dich bestens austoben. Wäre da nur der unendliche Geldfluss. So ist auch bei uns die Idee von absoluter Unabhängigkeit nur Schritt für Schritt realisierbar.

Erste Schritte zur Autarkie

Ein Kachelofen für kalte Wintertage:

Einige Dinge die bei uns aktuell bereits geplant und bald realisiert werden sind zum Beispiel das Heizsystem und die Regenwasseraufbereitung in und rund um unser Haus. Im Winter sorgen wir mit einem zentral platzierten Grundofen für Wärme. Heizen werden wir täglich mit zwei Jahre ausgetrocknetem Holz. Unserer Meinung wenig aufwändig, ja sogar ein recht herzerwärmender Gedanke :). Wir haben uns ganz bewusst gegen ein wasserführendes Modell entschieden, womit auch Warmwasser erzeugt werden könnte, da wir voraussichtlich aufgrund unseres Südhanges und der guten Wärmedämmung durch Stroh recht wenig Heiztage im Jahr erwarten. Für die ersten Jahre werden wir dazu das Wasser mit Strom erwärmen, in naher Zukunft würden wir gerne eine Photovoltaik Anlage realisieren, um unseren eigenen Strom zu erzeugen.

Regenwasseraufbereitung zur Pflanzenversorgung:
Da wir immer begeistert am Garteln sind war schnell klar, dass etwas für das Regenwasser brauchen. Dazu werden wir vorerst auf klassische Regentonnen zurückgreifen, dafür konnten wir schon ein paar alte Holzfässer ergattern. Daraus kann dann Wasser für Gemüse, Früchte und Grünpflanzen bezogen werden. Übrigens sind auch Zimmerpflanzen begeisterte Regenwasserkonsumenten, da es im Vergleich zu oft kalkhaltigem Trinkwasser basisch ist.

Das wars auch schon mit unseren autarken Ansätzen, für die Zukunft gibt es also noch so einiges zu realisieren.

Autarkie im Selbstbauset.

Klein aber fein:
Der sehnsüchtige Gedanke nach einem autarken Leben hängt wie gesagt leider oft mit viel Geld zusammen. Das es auch anders geht zeigt das Team von Wohnwagon, die bekannt sind für ihre völlig autarken Wohnwagon-Konzepte. Diesmal überzeugen sie uns mit einer neuen Idee: Dem Tiny Autarkieset für Tiny Houses, Kleinhäuser und Zirkuswägen.

Was hat es damit auf sich?
Das Tiny Autarkie Set ist für 9.896, 84 Euro erhältlich und bietet einen kostengünstigen und gut durchdachten Einstieg in ein autonomes Leben. Dabei handelt es sich um ein Selbstbauset für kleine Wohnraumkonzepte. Du bekommst einen Baukasten für deine unabhängige und ganzjährige Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser.

So funktioniert die Versorgung:

Auf zum eigenen Strom
  • Der eigene Strom wird mittels einer kleinen aber feinen Photovoltaik-Anlage über die Sonneneinstrahlung bezogen. Diese ist so ausgelegt, dass du sie zukünftig simpel erweitern kannst.

Für die Stromerzeugung wird eine PV-Komplettanlage mit 1080 Wp und 24 Volt verwendet, so kannst du die Solarenergie günstig nutzen, ohne einen öffentlichen Stromanschluss zu benötigen.

So erzeugst du dein warmes Wasser
  • Für dein Warmwasser wird im Sommer mit einem Solarboiler gesorgt, im Winter mit einem Rauchgasboiler. Mit einfacher Installation kannst du mit Sonne und Holz warmes Wasser erzeugen.

Für das Warmwasser in den Sommermonaten wird ein Solarboiler mit 100l verwendet. Ja richtig gehört, der Solarboiler ist Solaranlage und Boiler in einem. Das bedeutet: Der unabhängigen Warmwassererzeugung mit Sonnenleistung steht nichts mehr im Wege. So funktioniert der Boiler im Detail:

  • Das Wasser wird direkt im druckfesten Boiler erhitzt. Dadurch fällt das teure Equipment einer Solaranlage mit Kollektoren einfach vollständig weg. Ein weiterer Speicher ist nicht zwingend notwendig, weil das Wasser dort gespeichert wird, wo es erhitzt wird. Ein Überdruckventil schützt den Boiler und sorgt für den richtigen Druck.
  • Das Wasser wird mit dem Leitungsdruck (ähnlich wie bei E-Boilern) transportiert. Um diesen Druck zu erhalten brauchst du meist eine Druckwasserpumpe im Frischwassersystem.
  • In der kalten Jahreszeit solltest du den Boiler entleeren, um ihn vor Frost zu schützen. Je nach Wetterlage und Wohnort, kannst du mit dem Boiler 6-8 Monate Warmwasser erzeugen. Der Boiler ist isoliert und verliert dadurch in der Nacht nur wenig Wärme.
    Der Aufbau des Boilers ist einfach gehalten – keine elektronischen Komponenten. Dadurch ist er sehr wartungsarm und ideal für den Außenbereich.
Für den Winter ist natürlich auch gesorgt

Für den Winterbetrieb ist ein Rauchgasboiler im Set enthalten. Mit diesem Boiler werden die Rauchgase von deinem Holz- oder Pelletofen zur Warmwassererzeugung genutzt.

Der Anschluss dazu ist ident mit der eines herkömmlichen Heizungs-, Strom- oder Solarboilers. Die Zirkulation des Wassers übernimmt der Wasserdruck. Wenn dieser Druck nicht gegeben ist, benötigst du zusätzlich eine Druckwasserpumpe. Zum Anschließen des Boilers brauchst du lediglich eine Wasserleitung, die in den Boiler führt, und am Warmwasserausgang kannst du das erwärmte Wasser für die Dusche, Waschbecken usw. entnehmen. Der Boiler ist natürlich auch nach den Trinkwasser-Richtlinien gefertigt, damit du das Wasser auch problemlos trinken kannst. Ebenso ist die Installation an Kamin oder Wassernetz relativ einfach.

  • Unserer Meinung am spannendsten ist die Trinkwasseraufbereitung! Mittels Regenwasserfilter wird trinkbares Wasser aufbereitet und in einem Edelstahltank für den Konsum gespeichert. Wirklich Top! Mit einem Regenwasserfilter steht der Frischwasseraufbereitung nichts mehr im Wege. Das Tolle daran: Der Filter reinigt das Wasser ohne dem Zusatz von Chemikalien und ohne Strom.
  • Das anfallende Abwasser wird durch natürliche Prinzipien mit einer Pflanzenkläranlage als Selbstbauset oder mit einem Moosfilter gereinigt.
Trinkwasseraufbereitung vom Feinsten

Zum Klären wird eine Pflanzenkläranlage für Grauwasser für zwei Personen verwendet. Diese Grünkläranlage ist speziell für die Grauwasserreinigung konzipiert. Sie besteht aus einem zweiteiligem Pflanzenbeet, in welche die spezielle Vorreinigung integriert ist. Diese funktioniert durch komplexes Zusammenwirken von Mikroorganismen, Bodenteilen und Pflanzenwurzeln. Das gereinigte Grauwasser fließt in den anschließenden Kontrollschacht. Von diesem kann es in ein Gewässer, die Kanalisation, einem Speicherteich geleitet oder versickert werden. Die Qualität des gereinigten Grauwassers ist weit besser, als das aus üblichen biologischen Kläranlagen.

Das mit Folie abgedichtete Pflanzenbeet ist vollständig mit Schilf bepflanzt und nicht als Kläranlage zu erkennen. Das Grauwasser wird oberflächig auf das Pflanzenbeet aufgebracht und versickert.

Für den plastikfreien Geschmack beim Zähneputzen sorgt der Edelstahl Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 300 Liter. Besonders hervorzuheben sind die flexiblen Anschlüsse, die Wartungsöffnung, sowie die Möglichkeit den Behälter unter Druck (2Bar) zu setzen. Installieren solltest du diesen in horizontaler Lage.

Holzofen mit Kochfunktion und Bio-Toilette

Im Set nicht enthalten sind ein Holzofen mit Kochfunktion sowie eine Bio-Toilette. Beides solltest du am besten individuell für dein Projekt planen und realisieren. Dazu gibt es hier aber zwei spannende und weiterführende Artikel.

Wenn du mehr Details rund um das Thema Autarkie wissen willst, oder du dir noch nähere Informationen zum Tiny Autarkieset einholen willst, bist du beim Wohnwagon Team bestens aufgehoben. Wir haben uns sehr gut beraten gefühlt und vor allem ist das Thema Autarkie für uns etwas greifbarer geworden.

Viel Spaß bei der Ideensammlung zum Thema Autarkie, wie immer freuen wir uns wenn du deine Gedanken mit uns teilt!

Links: www.wohnwagon.at

 

Wohnwagon Website


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23. Oktober 2018Keine Kommentare

Lampe aus Papier

Möbel aus Karton, die Lampe aus Papier – es wird immer bunter!

Zwischen Fundamentarbeiten und nachhaltigem Baugeflüster soll auch das Interieur nicht zu kurz kommen. Bereits seit einigen Jahren sind wir im Besitz von Kartonmöbeln – ja richtig gehört. Die haben schon ein paar Umzüge hinter sich, WG Zeiten überlebt und nun ihren Platz in unserem gemeinsamen Heim gefunden. Der ersten Verwunderung über Möbel aus Karton folgt sogleich eine neue Entdeckung – Eine Lampe aus Papier, die Trash Me Lamp, rundum aus nachhaltigem Material, nämlich aus Papier.

Hippie-Bude? Weit entfernt!

Falls dich unser Blog noch nicht überzeugt hat, dass nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen schon lange nichts mehr mit einer allseits bekannten Hippie-Ästehtik zu tun hat – Ich denke dabei explizit an von Hand geformtes Mauerwerk, Strohballen für Strohballen übereinander geschlichtet, usw. – dann ist es jetzt hoffentlich so weit.

Beim abendlichen Herumstöbern mit welchen Möbeln unser zukünftiges Heim so bestückt werden könnte, bin ich auf die Lampe aus Papier, die Trash Me Tischleuchte von &Tradition gestoßen. Zuerst noch unschlüssig sind wir mittlerweile – alle beide – richtige Fans.

Eine Lampe aus Papier

In der Trash Me Lamp treffen so einige Ideen aufeinander. Victor Vetterlein, ein amerikanischer Designer, hat die Lampe aus Papier 2010 für &Tradition entworfen. Vergänglichkeit, Zeit und eine gewisse Kritik an einer vorherrschenden Wegwerfgesellschaft machen sich im Konzept für die Lampe bemerkbar. Was diese, meiner Meinung nach, besonders spannend macht.

Ich glaube niemand kann verneinen, dass er oder sie sich schonmal Dinge gekauft hat die schnell in den Müll gewandert sind oder in einem verborgenen Eck von der Bildfläche verschwunden sind. So nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“. Das diese Wegwerfpolitik aber verheerende Folgen für unsere Umwelt hat – in der wir alle leben – sollten wir uns immer vor Augen führen.

Und genau deswegen finden wir auch diese Lampe so toll, sie besteht fast ausschließlich aus Papierzellstoff, wodurch eine Anspielung auf die Kurzlebigkeit und Vergänglichkeit der Dinge angesprochen wird. Im Produktdesign einkalkuliert ist also, dass die Lampe vielleicht nach einer gewissen Zeit nicht mehr so gut gefällt, dann kann diese einfach in ihre Einzelteile zerlegt und recycelt werden. Leuchtkörper und Kabel können außerdem mit Leichtigkeit entnommen werden und für andere Zwecke Verwendung finden – Upcycling vom Feinsten also.

Sobald unsere vier Wände stehen, suchen wir ein tolles Plätzchen für die Trash Me Lamp. Wo sie dann hoffentlich ein langes Leben erwarten wird. Also am besten weit weg von meinem Schreibtisch, da ich doch gerne mal ein Glas Wasser verschütte, was der Papierlampe wahrscheinlich nicht so gut bekommen würde :).

Bewusstes Kaufen das Spaß macht und die Umwelt schützt.

Kauft man gewisse Dinge etwas bewusster und setzt sich mit deren Beschaffenheit auseinander tut man nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern die Dinge bereiten einem noch dazu viel mehr Freude. So birgt die Trash Me Lamp als Beispiel immer eine tolle Geschichte und macht sie noch viel cooler! Die Lampe ist übrigens ein Auslaufmodell und wird vermutlich schon bald recycelt. Das macht nochmal zusätzlich die Zeitlichkeit gewisser Gegenstände sichtbar. Da konnten wir die Trash Me Lamp zum Glück gerade noch retten. Wär doch schade darum, findet ihr nicht?

Unsere Vorangehensweise beim Einrichten ist also: Weniger ist mehr!

Bis dahin wartet aber noch ein Stückchen Arbeit auf uns. Wie immer lassen wir euch natürlich daran teilhaben.

Links:
zur Trash Me Lamp von &Tradition
oder bei AREA vorbeischauen

*Anzeige, in freundlicher Zusammenarbeit mit AREA
Alle Produkte und Marken die wir auf unserer Seite vorstellen, entsprechen zu 100% unserer Einstellung.

AREA Website


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13. September 20186 Comments

Interview – Green Petfood

Hundefutter – Das ganz ohne Fleisch!

Was soll so alles im Hundenapf landen? Im Gespräch mit der VeggieDog Spezialistin:

Dass unsere Hunde kleine Feinschmecker sind und nur das Beste im Napf auch Beachtung bekommt, machten sie uns sehr schnell klar. So haben wir auch ziemlich bald den Weg zu Green Petfood gefunden. Noch bevor die Entscheidung zum kleinen Vierbeiner gefallen ist, haben wir uns erstmals gründlich über die Ernährung informiert und uns entschlossen unsere Hunde mit vegetarischem bzw. veganem Futter zu füttern. Natürlich immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es den Wauzeln auch schmecken muss. Da wir mittlerweile schon seit ca. 5 Jahren mit unseren Veggie Dogs zusammen wohnen, ist schon so einiges an Unverständnis und Argwohn zu uns durchgedrungen. Und daher der Entschluss: Fragen wir doch mal die Expert*innen was vegetarisches Hundefutter anbelangt. Letzte Woche durfte ich dann ein aufschlussreiches Gespräch mit Yvonne von Green Petfood führen:

Hallo Yvonne, super dass du uns heute so einige Fragen rund um eure Futterpakete beantwortest. Ich starte am besten gleich mal los:

Die große Frage gleich zu allererst: Warum gerade vegetarisches Hundefutter? Wie kam der Entschluss dazu?

Hallo Andrea :). Wo beginne ich am besten. Der Geschäftsführer von Green Petfood Klaus Wagner strotzt seit jeher nur so vor Ideen und hat täglich ungefähr 20.000 Gedankengänge rund um das Thema Nachhaltigkeit (schmunzelt). 2013 war es dann so weit und die Marke Green Petfood wurde gegründet. Diese gehört übrigens der Erbacher the food family an. Rezept- und Produktentwicklung für Mensch und Tier gehören sozusagen zum täglichen Ablauf der Erbacher the food family.

Ein Hund ist kein Wolf

Trends die besagen, dass der Hund wie ein Wolf ist, sind mittlerweile sehr umstritten. Das es auch andere Lösungen geben muss um einen Hund mit den nötigen Vitaminen und Ballaststoffen zu versorgen, war Klaus Wagner schon lange ein Anliegen. Mit Green Petfood konnte dieses realisiert werden. Zuerst wurden Produkte mit weniger Fleisch entwickelt und unter dem Namen FlexiDog auf den Markt gebracht – Gegen den Trend, aber im Sinne der Umwelt. Diese Produktinnovation lief sehr schleppend und die Menschen nahmen den Gedanken nicht so richtig an. 2014 dann war es so weit, das erste vollständig vegetarische Hundefutter kam auf den Markt, das Veggiedog 100, was mittlerweile unter dem Namen VeggieDog Grainfree erhältlich ist. Da war er nun, der entscheinde Schritt der bei Flexidog gefehlt hatte.

Die Message war dieses mal klar: Reines vegetarisches Hundefutter für meinen Vierbeiner.

2015 wurde dann die Marke neu definiert, es gab ein Redesign der Verpackung, welche übrigens gänzlich abbaubar ist und weitere neue Maßnahmen wurden getroffen.

Hundefutter neu gedacht! Eine Frage die uns vor allem beschäftigte war:
„Wie kann man Hundefutter neu denken und damit die Gesellschaft bewegen?“

Wie man Hundefutter neu denken kann gelang uns zum einen mit zwei vegetarischen Produkten und zwei neuen Futtersorten mit Insektenprotein.

2015 kam ebenfalls die Entscheidung zu FarmDog, bestehend aus Hühnerfleisch von artgerechter Haltung.

Unsere beiden Hunde erhalten immer schon euer getreidefreies Veggiefutter – was ihnen übrigens super schmeckt, wir zwingen ihnen das absolut nicht auf. Beide sind gesund aber immer wieder erntet man deswegen skeptische Blicke oder wird sogar der Tierquälerei beschuldigt. Was meinst du dazu?

Immer wenn mir jemand mit dem Argument kommt, dass der Hund ein Wolf ist, muss ich an Paris Hilton denken (lacht). So soll also der Wolf 2018 aussehen, wohl eher nicht. Aber Spaß beiseite, es ist mittlerweile bereits einige Jahre her das mit dem Hund und dem Wolf. Evolutionstechnisch gehören diese zwar zusammen, aber der Hund lebt bereits seit vielen Jahren mit dem Menschen zusammen und wurde dahingehend immer weiter domestiziert und hat sich immer mehr angepasst. Denkt man zum Beispiel auf die Nachkriegszeit, wo selbst die Menschen wenig Fleisch zur Verfügung hatten, da gab es natürlich auch für die Hunde oft das, was gerade vorhanden war. Der Trend zur reinen Fleischfütterung ist erst mit der Wohstandsgesellschaft richtig entstanden.

Wir wollen ja auch nicht sagen das Fleisch schlecht ist, wovon wir aber überzeugt sind ist, dass es nicht sein muss. Die wichtigen Aminosäuren die der Hund benötigt können auch aus anderen, pflanzlichen Quellen bezogen werden.

„Dein Hund riecht ja so frisch!“
„Dein Hund riecht ja so frisch!“
„Dein Hund riecht ja so frisch!“
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Was mir persönlich schon oft aufgefallen ist: Die meisten Leute sind immer recht erstaunt, dass unsere Hunde so gut riechen, bzw. so wenig nach „Hund“ riechen :). Habt ihr da Erfahrungen? Meine Vermutung ist natürlich das Futter, da beide zwei komplett unterschiedlichen Rassen angehören.

Das hören wir echt oft. Auch das die Hunde generell nicht wirklich riechen, ebenso aus dem Maul nicht. Das liegt vorallem an den hochwertigen Zutaten die in unser Veggie Futter reinkommen, aber eben auch an dem Verzicht von Fleisch. Am Ende ist es wie beim Menschen – Du bist was du isst, wo sich eine mangelhafte oder ungesunde Ernährung schnell auf die Haut und das Wohlbefinden auswirken kann.

Es fällt auf, dass ihr bei der Futterzusammenstellung besonders auf die Zutaten achtet die in euer Veggie Futter rein kommen. Wie ergeben sich diese Inhaltsstoffe? Arbeitet ihr mit Experten zusammen?

Unsere Rezeptur ist an sich recht schlank. Generell muss man bei der Hundefutter-Zusammenstellung darauf achten, dass bestimmte Nährstoffnormen eingehalten werden. Alles was reinkommt muss den Bedarf des Hundes decken. Somit dürfte vegetarisches Futter überhaupt nicht verkauft werden, würde es dieser Norm nicht entsprechen. Woher man in der Zusammenstellung bestimmte Nährstoffe bezieht ist relativ frei. Gewisse Inhaltsstoffe wie Aminosäuren, Kohlenhydrate und Proteine müssen im Futter enthalten sein. Als Beispiel füttert man beim BARF gezielt Obst & Gemüse hinzu, die helfen um das benötigte Aminosäurenprofil aufzubauen.

Wieso nur 99.9% vegan?

Eine klare Entscheidung für den Hund war die Vitamin D3 Zufuhr, die auf Basis von Wollfett hergestellt wird. Auch der Hund braucht ähnlich wie der Mensch Vitamin D was dieser über die Ernährung aufnimmt. Leider gibt es alternativ kein veganes Vitamin D3 bei dem wir garantieren können, dass dieses auch bei der Produktion und Lagerung erhalten bleibt – Da Vitamin D sehr instabil ist. Dieses Risiko möchten wir nicht eingehen, daher die Entscheidung zu Vitamin D3 auf Basis von Wollfett. Für die Futterherstellung werden übrigens alle Zutaten miteinander vermischt und anschließend schonend mit Wasser zu einem Brei vermengt und erwärmt. Anschließend wird der "Teig" mit Druck durch eine Düse gepresst, welche die Kroketten aufbläht. Dadurch wird die Stärke in den Kroketten aufgeschlossen und das ganze Futter sehr leicht verdaulich gemacht (z.B. das Kartoffeleiweiß).

Wie sieht es mit Futter für kleine Hunde oder für Welpen aus, habt ihr da zukünftig etwas geplant?

Ideen gibt es natürlich, diese brauchen aber Zeit. Was die kleinen Hunderassen betrifft, so sind unsere Futtersorten so konzipiert, dass sich die Futterstückchen leicht brechen lassen und damit kein Problem für kleine Zähne darstellen. Ausschließlich das  FarmDog Mini Grainfree Futter verfügt über kleine Futterstückchen, dieses hat übrigens eine Doppelfunktion, es dient als Aufzucht aller Rassen und ist ab der achten Woche fütterbar (da hier ein erhöhter Grundumsatz benötigt wird), kann aber gleichzeitig auch allen kleinen Hunderassen gefüttert werden.

FarmDog Active Grainfree für besonders sportliche Hunde

Für den Sportbereich bietet sich unser FarmDog Acitve Grainfree besonders gut an.

VeggieDog für Welpen?

Unser VeggieDog Futter ist eigentlich nicht für Welpen konzipiert. Welpen benötigen ein höheres Calcium-Phosphor Verhältnis für das Wachstum und die Stabilität der Knochen. Der Energiegehalt muss so konzipiert sein, dass der Hund nicht zu schnell in die Höhe schießt aber trotzdem seinen Wachstumsbedarf gut decken kann. Hier raten wir auf jeden Fall lieber zum speziellen Aufzuchtmittel.

Die Linie Insect Dog finde ich persönlich ja besonders spannend, vor allem gibt es doch sehr viele Hunde die mit Allergien kämpfen. Welche Erfahrungen habt ihr damit bereits gemacht?

Vorallem im Bereich der Humanpolitik wird die Nahrungsmittelknappheit immer mehr zum Thema. Wie es zukünfitg mit der Ernährung weitergehen wird ist eine recht strittige Diskussion. Insekten als Superfood und Nahrung der Zukunft sind ja bereits ein gegenwärtiges Thema und so auch bei der ausgewogenen Ernährung für den Hund interessant.

Wie du bereits erwähnt hast, ist es parallel zum Menschen, auch beim Hund so, dass Allergien immer häufiger werden. Man weiß allerdings nicht so genau woher das wirklich kommt, ob zucht- oder ernährungsbedingt. Zum Beispiel der Trend zur getreidefreien Fütterung. Viele meinen der Hund kann kein Getreide fressen, das stimmt so nicht, es kommt auf die Getreideart an, ob er es verdauen kann. Die Enzyme dafür sind auf jeden Fall vorhanden, auch Wölfe haben sich nicht ausschließlich von Fleisch ernährt. Getreide ist ebenso ein bestimmter Trend und wird von vielen ab Welpenalter vom Ernährungsplan für den Hund gestrichen, die Folge kann oftmals eine entwickelte Sensibilität sein. Ähnlich wie mit Kindern die nicht im Schmutz spielen durften. Allergien und Unverträglichkeiten entstehen meist auf Proteinstrukturen. Insekten sind eine Proteinquelle, mit der der Hund meist noch keinen wirklichen Kontakt hatte, im Vergleich zum Rind, Schwein oder Geflügel.

Artgerechte Insketenfarmen in Holland und Frankreich

Wir beziehen unsere Insekten aus Holland und Frankreich. Dort gibt es eigene Zuchtfarmen, wir waren natürlich auch vor Ort und haben die Produktion genau unter die Lupe genommen, bevor wir uns dazu entschieden haben. Die Insekten wachsen in wohlig warmen Kästen auf Nährboden auf, mit vielen anderen Insekten – Die mögen dieses Gewusel und die Haltung ist demnach auch artgerecht. Als passendes und nährstoffreiches Futter bekommen sie alte Bananen und Ananasreste, diese verwerten sie und machen Proteine daraus. Bevor sich die Insekten verpuppen werden sie mit kaltem Wasser betäubt, was soviel heißt, dass die Temperatur soweit heruntergekühlt wird, dass sie einschlafen. Anschließend wird das Wasser und Öl abgesondert und der Rest getrocknet und zu Mehl vermahlen. Die Insekten wachsen recht schnell – ein kompletter Wachstumszyklus eines Insekts dauert ca. 12 Tage. Der Nährboden wird übrigens als super Dünger verwendet.

Was die Hunde betrifft so sind viele Rassen sehr anfällig für Allergien, zum Beispiel Doggen, Dalmatiner – Oft Hunde mit kurzem Fell. Wir haben schon von vielen unserer Kund_innen sehr positive Rückmeldung bekommen, vorallem wurde uns auch von Hunden berichtet die schon viele Möglichkeiten ohne Erfolg „durch hatten“. Das InsectDog findet viel Zuspruch.

Seit Neuestem habt ihr auch ein Produkt mit Tierschutz Hühnchen im Angebot. Wie kam diese Entscheidung? Wiederspricht das nicht ein wenig eurer Veggie-Philosophie?

Ähnlich wie auch beim InsectDog war uns der Ansatz wichtig, dass die Menschen bewusster kaufen und auf Qualität achten. Es wird oft billig gekauft und nicht nachgedacht. Für uns stellte sich die Frage ob wir ein biologisches Produkt auf den Markt bringen sollen, wir entschieden uns aber bewusst dagegen, da es einfach mit diesem Anspruch oftmals für viele zu teuer wird. Die Herausforderung die wir bei der Entwicklung sahen war es, eine praktikable und bezahlbare Lösung zu entwicklen und Schritt für Schritt die Welt etwas grüner zu gestalten. So haben wir versucht einen Mittelweg zu finden und eine Verbesserung für viele Hühnchen zu schaffen.

Was die Reaktion unserer Käufer_innen betrifft, sind die Meinungen sehr kontrovers und zwiegespalten. Manche Vegetarier und Veganer finden als Beispiel das Insektenfutter vertretbar, andere wiederum nicht. Beim FarmDog haben wir sicher einige Kund_innen verloren, andere wiederum sehen es positiv, da es eine Alternative bietet. Wir setzen uns aber bewusst auch mit kontroversen Themen auseinander, denn jeder Schritt zählt. Wir wollen auf keinen Fall jemanden ausschließen weil er eine andere Überzeugung oder nicht das nötige Kleingeld hat. Damit wir die Welt gemeinsam etwas grüner gestalten können, ist unser Ausgangspunkt die Ernährung, dass muss nicht gleich heißen, dass ich auf vegane, vegetarische oder Produkte mit Insekten Protein zurückgreifen muss, es hilft schon den Fleischkonsum zu reduzieren, zu überdenken oder nach artgerechteren Lösungen zu suchen.

Wir wollen Bewusstsein schaffen, aber niemanden ausschließen!

Wichtig ist uns vor allem Bewusstsein zu schaffen. Wobei mir gleich eine kleine Anekdote einfällt. Mein Vater, der einen recht übergewichtigen Hund hatte, hat das VeggieDog Light von mir bekommen – Was übrigens Wirkung zeigte. Natürlich bekommt mein Vater aufgrund meiner Passion so Einiges mit. Erst vor Kurzem hat er mit erzählt, dass er einen Schweinetransporter – Bei der von artgerechtem Transport wenig die Rede sein konnte – abgeknipst hat und Tierschutz und Veterinärarzt verständigt hat. Das ist genau das was wir mit Green Petfood auch wollen – die Menschen zum Nachdenken anregen. Es ist nicht die einzige Futteroption, aber man macht sich Gedanken.

Habt ihr schonmal überlegt auch für Katzen ein vegetarisches Sortiment aufzubauen?

Beim Hund funktioniert die vegetarische Ernährung super. Bei der Katze sehen wir das anders. Die Katze ist im Vergleich zum Hund eindeutig als Canivore einzustufen. Im Besonderen braucht sie Taurin, das kann man zwar ersetzen, aber sehr schwierig. Es müsste ein Alleinfutter erzeugt werden, das die Katze optimal versorgt, das ist aber sehr schwierig in diesem Fall.

Wir haben erfahrene Ernährungswissenschaftler mit denen wir sehr eng zusammenarbeiten und die sich auskennen. Beim Hund funktioniert die vegetarische Ernährung einwandfrei. Oft kommen zwar Aussagen von Tierärzten die davon abraten, jedoch vergleichen wir diese gerne mit Allgemeinärzten ohne Spezialisierung, um eine wirklich professionelle Meinung zu bekommen sollte man einen auf die Ernährung spezialisierte_n Veterinärmediziner_in aufsuchen.

Aber gut soviel kann gesagt werden, ein paar Ideen stehen auch für die Kätzchen schon in den Startlöchern.

Wow das war ja ein sehr aufschlussreiches Interview. Hast du noch irgendwelche abschließenden Worte?

Ich glaube die Idee hinter Green Petfood konnte ich recht gut vermitteln. Unser Motto: Greenify our future – nicht nur auf Futter bezogen. Vegetarisch ist ohne Probleme möglich und unserer Meinung nach der Königsweg. Für andere Wege müssen Tiere sterben, auch der umweltfreundlichere Weg ist der Vegetarische, bedenkt man die Inhaltsstoffe. Aber das Wichtigste: Die Menschen sollen sich informieren, damit auseinandersetzen und eine bewusste Entscheidung treffen.

Green Petfood Website


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7. August 20181 Kommentar

Ein rundum ökologisches Haus

Klimaschutz mit Designanspruch!

Öko-Haus heißt nicht gleich Hippie-Bude. Ökologisch bauen mit hohem Anspruch an Ästhetik? Klar geht das! Wir zeigen euch wie:

Klimawandel und Überhitzung im urbanen Raum

Der berüchtigte Klimawandel zeigt sich immer deutlicher wie uns auch dieses Jahr am Welterschöpfungstag dem "Earth Overshoot Day" wieder einmal vor Augen geführt wurde. Bereits am 01. August 2018 wurden alle natürlichen Ressourcen – global betrachtet – aufgebraucht. Laut dem Global Footprint Network ist der österreichische Welterschöpfungstag bereits im April zu datieren. Herrje!

Unter anderem zeigen sich die ökologischen Schulden im Klimawandel. Überhitzung im urbanen Raum sind mittlerweile – leider – keine großen Neuigkeiten mehr. Vor allem im Bereich des Bauens und Wohnens wird oft recht wenig auf Materialien geachtet die verbaut werden, so nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn". Der Meinung sind wir jedoch nicht. Mit ressourcenschonender Bauweise und einem bewussten und nachhaltigen Lebensstil kann der Umwelt und dem persönlichen Wohlbefinden so einiges erleichtert werden.

Mit unserem Hausbau zeigen wir wie es funktioniert. Realisieren wollen wir dazu ein ganzheitlich ökologisches Haus um damit ein Vorzeigeprojekt und eine Plattform für Bau- und Wohninteressierte zu schaffen. In der anfänglichen Recherchephase ist uns aufgefallen, dass es nur wenig informative Quellen gibt, die ein gesamtes Projekt umfassen. Sehr oft sind wir auf Hippie-Häuschen gestoßen die Vielen nicht die ideale Vorstellung von Wohnraum vermitteln und schnell zu Vorurteilen führen.

Es geht auch anders: ökologisch bauen heißt nicht, dass auf Architektur mit Designanspruch verzichtet werden muss

Unser Ziel ist es also, neben der Dokumentation des eigenen Projekts eine Informationsplattform zu bieten um mögliche Vorurteile zu beseitigen und Interessierte auf den Geschmack zu bringen.

Ökologisch Bauen – aber wie?

Illustration unseres Ökologischen Hauskonzepts in Hanglage

Zuallererst – Noch bevor wir unser Grundstück entdeckt und gekauft haben, haben wir beschlossen genau zu überdenken wie viel Platz wir wirklich zum Wohnen benötigen. Als Resultat haben sich dann 100m² Wohnraum ergeben und 20m² Bürofläche, da wir beide selbstständig sind – Völlig ausreichend unserer Meinung. Unser kleines Fleckchen Erde weist übrigens ein steiles Gefälle auf, für einen Keller waren wir jedoch nur wenig zu begeistern da sich erfahrungsgemäß immer recht viel Krimskrams in solchen Räumen sammelt. Darum die Entscheidung zu einer Bohrpfahlgründung, damit so wenig wie möglich in die Natur und den Hang eingegriffen werden muss. Wir bauen unser Haus also auf einer Stützenkonstruktion (sogenannten Piloten), die auf einem Bohrpfahlfundament gegründet wird. Die optisch schwebende Wohnbox die von den Piloten getragen wird, wird mit einem Holzriegelbau gefertigt. Anschließend wird Stroh eingeblasen und so werden Bodenplatte, Wohnraum und Dachkonstruktion gedämmt. Im Innenraum sorgen wir ebenfalls mit natürlichen Materialien wie etwa Lehm- oder Tonputz für ein angenehmes und gesundes Wohnraumklima.

Wohnraum neu gedacht

Natürliche Materialien und ökologische Baustoffe sind im Vergleich zu anderen Materialien meist teurer. Hier schlummern auch die Gegenargumente warum viele den Gedanken gleich mal verwerfen. Jedoch sollte man sich zuallererst die Frage stellen: "Wie viel Wohnraum benötige ich wirklich?". Ein Großteil der Menschen, so wage ich zu behaupten, baut und plant sicherlich mit utopischen Größenvorstellung, was den wirklich benötigten Wohnraum betrifft. Spart man hier und da ein paar Quadratmeter ein, so ist auch schon die Barriere zum ökologischen Baumaterial überwunden.

Dämmen mit Stroh. So funktionierts:

Unser Haus dämmen wir mit Stroh. Dabei handelt es sich um eine Einblasdämmung aus 100% Weizenstroh – Ja das gibt es mittlerweile wirklich. Dem Stroh werden weder Salze noch Brand Hemmer hinzugefügt und beziehen werden wir die Dämmung aus regionaler Produktion. Die meisten Bedenken bekommen wir in Bezug auf das Brandverhalten und Schimmel zu hören. Aber das Stroh enthält von Natur aus Silikate und deshalb ist auch die Entflammbarkeit ganz natürlich herabgesetzt. Es wird in seiner reinsten Form und ohne chemische Mittel verarbeitet.

Wir haben uns deshalb für Stroh entschieden, weil es im Vergleich zu anderen natürlichen Materialien nicht extra produziert werden muss, im Grunde handelt es sich um ein Abfallprodukt, das weder für die Futterproduktion oder Sonstiges Verwendung findet.

Ursprünglich wollten wir unser Haus mit Strohballen dämmen, was jedoch sehr zeitaufwändig, wetterabhängig und kompliziert ist. Daher sind wir recht zufrieden mit dem mitlterweile möglichen Einblasverfahren von Stroh. Übrigens ein riesen großer Schritt was die Wirtschaftlichkeit des Materials betrifft, der Strohballenbau war bisher eher für eine kleine Gruppe an Menschen interessant. Stroh als Einblasdämmung kann jedoch mit den meisten handelsüblichen Einblasmaschinen in die Konstruktion eingebracht werden.

Strohbauplatten für den Innenausbau


Anstelle von Gipskartonplatten werden wir für den Innenausbau Strohbauplatten verwenden. Die organische Struktur dieser Platten hat ein gutes Sorptionsverhalten und wirkt sich daher positiv auf die Raumluftwirkung aus und ist sehr schalldämmend. Gipskartonplatten hingegen trocknen die Luft aus und entziehen den Räumen die nötige Feuchtigkeit für ein gesundes Wohnraumklima. Die Strohbauplatte ist übrigens abbaubar, da es sich ausschließlich um verpresstes Stroh handelt. Probeweise durften wir auch schon eine Zwischenwand aufbauen – was wirklich sehr gut funktioniert hat, obwohl wir im Grunde so gut wie keine Erfahrung mit solchen Dingen haben.

Ton für die Wände. Atmungsaktiv und gesund

Für unsere Wände haben wir uns für Tonputz entschieden, Ton ist im Grunde die noch reinere Form als Lehm, aber gut – Beide sorgen für ein gesundes Klima im Wohnraum. Das Tolle daran eine Wand mit Ton zu verputzen ist die resultierende Atmungsaktivität und die Speicherung von Feuchtigkeit. So kann das Material Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und ist auch für den sanitären Bereich geeignet. Ebenfalls kommt es zu einer Neutralisation von Schadstoffen die sich in der Luft befinden. Ein Wohlfühl-Klima ist also garantiert.

Holz für den Außen- und den Innenraum

Holz trägt unserer Meinung einfach maßgeblich zu einer Wohlfühl-Umgebung bei, ist in Österreich ausreichend vorhanden und kann daher regional bezogen werden. Bei unserem Haus kommt der Baustoff auf jeden Fall im Außenbereich bei der Fassade zum Einsatz und im Innenraum für Böden und bestimmte Möbelstücke. Zu beachten ist auch der geringe CO2-Ausstoß bei der Verwendung von Holz, vor allem in Betracht der Produktion, Verarbeitung und dem Transport von heimischen Holz. Bei der Verwendung anderer Materialien, wie zum Beispiel Ziegel oder Beton ist der Energiebedarf bei der Herstellung weitaus höher und somit steigt auch der CO2 Ausstoß. Verbautes Holz dient außerdem als umweltentlastender Kohlenstoffspeicher. Zusammengefasst kommt es zu vergleichsweise geringerem CO2-Ausstoß, Kohlenstoffe werden durch verbautes Material gespeichert und das Material kann regional aus österreichischen Wäldern bezogen werden – daher für uns ein klarer Beitrag zum Thema Klimaschutz.

Holzofen als zentrales Heizsystem

Heizen mit dem Kachelofen

Zum Heizen für die kalten Wintertage haben wir uns für einen Grundofen entschieden, zentral im Wohnraum platziert und als alleiniges Heizsystem für unser Haus. Die Räume sind so aufgeteilt, dass überall ausreichend Wärmezufuhr garantiert ist, so ist etwa das Badezimmer an der Rückwand des Kachelofens und wird bestens beheizt. Es muss lediglich einmal täglich Holz nachgelegt werden und das wars auch schon. Das zwei Jahre ausgetrocknete Holz beziehen wir dazu von einem Bauern gleich aus der Umgebung. P.S.: Keine Angst vor aufgewirbelten Staubpartikeln, unser Ofen als Beispiel ist nicht luftführend geplant, sondern strahlt die Wärme ab. Ich selbst werde immer wieder von einer Stauballergie geplagt – mit dem Ofen aber absolut kein Problem.

Gesundes und angenehmes Wohnraumklima

Alle bisher genannten Baustoffe sind nicht nur nachhaltig und ökologisch vertretbar, sondern sie sorgen auch für ein behagliches Wohngefühl. Die Natürlichkeit der Materialien ist verantwortlich für das gesunde und wohlige Klima im Innenraum. Wie sich die Baustoffe in anfühlen sollte man am besten selbst fühlen. Dazu wird es im kommenden Frühling einen Tag der offenen Tür geben, wo wir auch einige unserer Nachhaltigkeitsexperten einladen, um Fragen rund ums Thema ökologisch Bauen beantworten werden.

Blog für Interessierte

Wie bereits erwähnt mussten wir in unserer doch recht langen Recherchephase feststellen, dass es oft sehr schwierig ist ausreichende Information zu speziellen Themenfeldern zu finden. Vor allem im Innenausbau wollen wir viel selbst erledigen, aber Vieles wäre aufgrund zeitlicher und räumlicher Ressourcen sehr schwierig gewesen – wie etwa der Strohballenbau. Dabei versuchen wir bei unserem Projekt einen Mittelweg zu finden. Außerdem wollen wir zeigen, dass moderner Wohnbau auch in nachhaltiger Form möglich ist. Unser Blog soll allen eine Informations- und Inspirationsquelle sein, die Interesse an einem gesunden und natürlich Wohnraum haben. Ziel ist es den gesamten Bauprozess Schritt für Schritt zu dokumentieren und mit Artikeln zu unterstreichen. Was uns, wie ich finde, bisher schon recht gut gelungen ist und bald startet dann auch der Baubeginn.

Wir halten euch auf dem Laufenden.
Alles Liebe Andrea und Hannes!

unser Projekt

Linkliste:
Holz als Baumaterial: www.proholz.at
Welterschöpfungstag: https://www.footprintnetwork.org/
Einblasdämmung aus Stroh: www.iso-stroh.at
Strohbauplatten für den Innenausbau: www.istraw.de
Ton für ein gesundes Wohnraumklima: www.emoton.at


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3. Juni 2018Keine Kommentare

Stroh brennt. Nicht!

Heute gibt’s ein paar Hard Facts über unsere Dämmung und das Brandverhalten.

Hallo ihr Lieben, wir haben in letzter Zeit einige Nachrichten und Nachfragen zum Brandverhalten und der Brandgefahr unserer Dämmung (ISO-Stroh) bekommen. Wie leicht Stroh brennt, erfährst du in diesem Beitrag.

Stroh brennt. Nicht!

Die Vorurteile, dass Stroh leicht brennt sind natürlich total verständlich. Beim Gedanken an trockenes Stroh in Kombination mit einer Feuerquelle, da wird es einem schnell mal mulmig zumute. Nichtsdestotrotz können wir dich in diesem Belangen auf jeden Fall beruhigen.

Weniger Brandgefahr, als bei vergleichbare organische Produkte

Stroh in der Form, wie ISO-Stroh es zur Verfügung stellt, ist sogar weniger Brand gefährdet als vergleichbare organische Produkte. Warum aber ist das so? Weizenstroh an sich verfügt über einen sehr hohen Mineral- und Silikatgehalt, was den Branddurchgang schonmal um ein Vielfaches erschwert. Sollte es dennoch zu einem Brand kommen, bildet sich eine ganz natürliche Kohleschicht. Diese wiederum schirmt das darunter liegende Stroh vor der Hitze ab und isoliert. Somit wird die Struktur des Gebäudes auf ganz natürlichem Wege vor Feuer und Brand geschützt. Ganz ohne den Zusatz von Chemikalien oder Brandhemmern. Weiters glimmt Stroh nur kurz nach und es können keine Glutnester entstehen, was einen Brand im Falle eines Falles leichter löschbar machen würde.

Warum ISO-Stroh für unsere Dämmung?

Ein wesentlicher Punkt bei der Entscheidung für die richtige Dämmung war, dass das Material soweit wie möglich unbehandelt ist. Immerhin füllen wir es in unsere Wände, und atmen täglich die Luft ein und aus die sich in den Räumen sammelt. Da sind wir wie es der Zufall so will auch schnell auf ISO-Stroh gestoßen, die mittlerweile als kompetenter Partner an unserer Seite stehen und uns in Sachen Hausbau bestens beraten. ISO-Stroh hat einen besonderen Hitze und Kälte Schutz und ist einer der natürlichsten Baustoffe, die es zurzeit am Markt gibt.

Das Brandverhalten von ISO-Stroh im Test

Wir haben euch zur visuellen Bestätigung auch noch ein Video eines Brandversuches angehängt, wo die vorhin beschriebenen Eigenschaften von Stroh recht gut sichtbar sind.

Viel Spaß beim Anschauen und bis bald.


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3. Juni 20182 Comments

Der Winter kann kommen – Ein Kachelofen für zuhause

Ein wohlig warmes zuhause im Winter ist ein absolutes Muss.

Wir wollen unser zukünftiges zuhause mit einem Kachelofen beheizen, wie das funktioniert erzählen wir dir in diesem Beitrag. Natürlich wie immer mit dem Anspruch einen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen.

Heizen mit einem Kachelofen

Die Frage wie wir unser zukünftiges Haus am besten beheizen, beschäftigt uns nun schon seit längerem. Unser Anspruch ist wie immer möglichst kosteneffizient und nachhaltig unsere vier Wände zukünftig zu beheizen.

Nach einiger Recherchearbeit sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass ein Grundofen die beste Lösung für den geplanten Wohnraum ist. Gemeinsam mit unserem Architekten haben wir lange herum getüftelt. Schließlich haben wir ein Wohnraumkonzept entwickelt, in dem mit einem zentral gelegenen Ofen alle Räume gut beheizt werden können. Ohne zusätzliche Heizkörper und Rohre zu benötigen. Yeah!

Platzierung und Optik

Der Kachelofen wird zentral im offenen Wohn- und Esszimmer platziert. Dem Kuscheln auf der Couch, mit knisterndem Kaminfeuer sollte zukünftig also nichts im Wege stehen.

Optisch soll der Ofen eine moderne Quader Form bekommen, also sehr schlicht. Außen wird der Ofen mit grünen, handgemachten Keramikfliesen bestückt. Durch die Handarbeit und das Brennen der Fliesen, bekommen diese eine individuelle, optische Note. Die Fliesen sehen aber nicht nur edel aus, sondern speichern die Wärme im Verhältnis zu anderen herkömmlichen Fließen viel länger. Ein Sichtfenster darf natürlich nicht fehlen, denn was gibt es Entspannenderes als in einer verschneiten Nacht vor dem Feuer zu sitzen. Oh ja die Vorfreude ist lesbar. Ob wir uns einen Pizzabackofen gönnen wissen wir noch nicht, aber das wird sich bald weisen.

Pro und Kontra für einen Ofen als einziges Heizsystem

Anfangs hatten wir Bedenken ob der Aufwand zu hoch ist, immerhin muss täglich Holz geholt und mehrmals geheizt werden (dachten wir zumindest). Nicht zu vergessen ist auch das jährliche Holz kaufen und stapeln im Außenbereich des Hauses. Die Realität sieht anders aus, wie uns der erste Termin beim Hafnermeister bewies. Die Kachel- und Grundöfen sind in ihrer Entwicklung so weit vorangeschritten, dass dieser in seiner Funktion einmal täglich mit zwei Jahre getrocknetem Holz beheizt werden muss. Und das war´s auch schon, einmal im Jahr wird das Holzlager aufgefüllt, einmal täglich eingeheizt und die Wärme wird bis zu 24 Stunden gespeichert. Durch ein im Ofen integriertes Verschlusssystem, muss auch nach dem Einheizen nicht gewartet werden. Einfach Holz rein, anzünden und schon kann auch das Haus verlassen werden. Das Holz bekommen wir von einem Bauern unmittelbar aus unserer Umgebung direkt nach Hause geliefert und müssen uns nicht um den Transport kümmern.

Die natürlichste Form zu heizen

Wir verzichten auf aufwändige Installationen, die anfällig sind und eventuell nach einigen Jahren kostspielige Reparaturen benötigen. Außerdem gibt ein Kachelofen eine besonders angenehme und wohlige Wärme ab, die in kalten Tagen das Wohnerlebnis aufwertet.

Allergiker geeignet

Zuletzt noch ein nicht unrelevanter Punkt. Ich habe leider mit einer leichten Hausstauballergie zu kämpfen, was in den Wintermonaten immer eine verschnupfte Nase bedeutet, da durch die Heizung die Luft mehr herumgewirbelt wird. Mein erster Gedanke war verständlicherweise, bei einem Kachelofen der, dass der Schnupfen im Winter noch mehr wird. Aber ganz im Gegenteil. Der Kachelofen, so wie wir ihn geplant haben, ist nicht luftführend. Das heißt die Wärme, die dieser abgibt, ist mit einer Art Strahlung vergleichbar. Die Wärme wird vom Ofen abgegeben, in dem dieser sie ausstrahlt, was wiederum zu behaglicher Wärme führt. Anders könnte man den Ofen luftführend bauen, wobei hierbei erhöhte Staubbelastung zu verzeichnen ist.

Vorfreude ist die schönste Freude

Wir sind schon gespannt ob unsere Hunde dann lieber vorm Kachelofen die Nacht verbringen, als bei uns im Schlafzimmer zu schlafen (die Chance auf mehr Platz im Bett - Juhuu). Auf jeden Fall freuen wir uns bereits auf den kommenden Winter dieses Jahr und sind voll motiviert.

Wir halten euch am Laufenden wie es mit unserem Ofen Kauf weitergeht. Einstweilen, bis bald.


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27. Mai 2018Keine Kommentare

Wie alles begann. Die Entscheidung zum eigenen Haus

Die Entscheidung zum eigenen Haus.

Wie es überhaupt zu dem Entschluss und der Entscheidung zum eigenen Haus gekommen ist, ein eigenes Haus zu bauen, das will ich in diesem Artikel mit dir teilen! Viel Freude beim Lesen.

Wie alles begann…

Vor ungefähr zwei Jahren haben wir den Entschluss gefasst ein eigenes Haus zu bauen. Die unterschiedlichsten Grundstücke, Orte und eine Bandbreite an möglichen Bauformen sind uns dabei untergekommen. Schnell war klar, dass so ein Vorhaben Zeit und Geduld benötigt. Wir haben den perfekten Platz zum Wohnen gefunden und stehen kurz vor der Verwirklichung unseres Projektes.

Entscheidungen und Hürden

Dass solche eine Entscheidung zum eigenen Haus einige Hürden beinhaltet ist klar, was uns auf dem Weg dorthin so alles begegnet ist, wollen wir mit dir teilen!

Zu allererst also die Frage: Warum haben wir uns entschieden ein eigenes Haus zu bauen? Ganz einfach, wir lieben den Gedanken vom eigenen Zuhause und freuen uns auf die Herausforderung etwas Neues zu schaffen. Und das alles mit einem ökologischen Fußabdruck. Die Stadt und ein urbanes Lebensgefühl sind uns wichtig, aber die Natur in unmittelbarer Umgebung wollen wir nicht missen. Also haben wir uns entschieden ein eigenes Haus zu bauen und ganz nach unseren Bedürfnissen zu realisieren. Eine neue Herausforderung (Juhuu).

Das richtige Grundstück finden

Ob im Grünen, in der Stadt oder in einem Hausboot am Fluss, wichtig ist es die persönlichen Anforderungen an das Eigenheim herauszufinden. Am besten funktioniert das mit einem Glas Wein, Zettel und Stift, schreib einfach auf was dir wichtig ist!

Für uns primär war die Nähe zur Stadt, da wir dort unser Studio haben und fast täglich hin und her pendeln. Der Weg mit dem Auto sollte also nicht zu weit sein. Weil es oft ziemlich staut, vor allem morgens und abends war für uns das öffentliche Verkehrsnetz ein weiterer wichtiger Entscheidungspunkt.

Wo die Zukunft verbringen?

Und weiter geht es weiter in der Liste. Wo will ich denn eigentlich meine Zukunft verbringen? Wald und Wiesen, Sonne und eine ruhige Umgebung, das waren unsere Wunschgedanken. Die mit etwas Geduld bei der Suche realisierbar sind. In diesen Punkten wollten wir keine Abstriche machen. Da wir viel Zeit draußen verbringen und vor allem für unsere Hunde ist ein Spaziergang im Wald und eine Umgebung zum Laufen bedeutend. Zu Beginn wollten wir ein Grundstück ohne Gefälle, da ein Hang sehr kostenintensiv in der Bebauung ist. Es stellte sich jedoch heraus, dass dieser Grundstücks-Wunsch mit der Nähe zur Stadt unseren finanziellen Rahmen weit überschreiten würde. Nach vielen schönen Ausflügen und der Besichtigung diverser Immobilien haben wir nun das ideale Plätzchen zu einem fairen Preis gefunden. Einen sonnigen Südhang in Stadtnähe. Mittlerweile haben wir uns auch total mit dem Gedanken eines Hangbaus angefreundet. Ein flaches Grundstück würde für uns nicht mehr in Frage kommen.

Am besten bei allen Wetterlagen und Jahreszeiten ansehen

Mit dem tatsächlichen Kauf ließen wir uns Zeit, wir fuhren bei allen Wetterlagen und Tageszeiten immer wieder zu unserem neuen Lieblingsplatz. Diese Phase ist sehr, sehr wichtig, ein Grundstück kann bei Sonnenschein wunderschön sein, vielleicht fühlt man sich bei anderen Wetterlagen aber einfach nicht wohl. Daher unser Tipp: Nimm dir die Zeit und besuche deinen Grund immer und immer wieder bevor du es kaufst. Mach dir ebenso Gedanken darüber wie die Sonne im Winter und im Sommer auf das Gelände fällt.

Die Nachbarn kennen lernen

Wenn all diese Punkte in der Liste passen, gibt es noch eine entscheidende Hürde, die Nachbarn. Wir hatten einige Immobilien auf dem Radar, die uns zwar von der Lage super gefallen hätten, aber bereits bei der Besichtigung ein ungutes Gefühl mit den Nachbarn aufkam. Bei so einem Gefühl kann ich nur empfehlen: Finger weg und weiter suchen. Versuche deine zukünftigen Nachbarn kennen zu lernen und vertraue auf dein Bauchgefühl, diese Menschen werden sich in Zukunft immer in deiner Umgebung befinden.

Unser place to be

Unser place to be wurde gefunden, ein Südhang mit sonniger Lage, einem tollen Ausblick, die Nähe zur Stadt, der Option des öffentlichen Verkehrsnetzes und mit netten Menschen in der Umgebung. Die Entscheidung zum eigenen Haus war auf jeden Fall die richtige und wir freuen uns schon auf den Baubeginn im August 2018.


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