28. Oktober 2018Keine Kommentare

Stroh für deinen Wandaufbau

Stroh: Natürlich, nachhaltig und ideal für deinen Wandaufbau

Ich berichte mal wieder über unsere Dämmung und will euch zeigen was an dieser so einzigartig ist. Ihr fragt euch vielleicht: Warum schon wieder ein Artikel über Stroh? Weil es so ziemlich die nachhaltigste Dämmung ist, die es zur Zeit gibt und weil wir vom Baublogger-Kollektiv eingeladen wurden über das Stroh in unseren Wänden zu quatschen. Also mehr zum Thema Stroh für deinen Wandaufbau:

In den 1930er Jahren hat uns der liebe Herr Walt Disney mit seiner Neuverfilmung „Die drei kleinen Schweinchen“ die Geschichte rund ums Thema Stroh als Baumaterial ziemlich vermiest, basierend auf der Geschichte von Joseph Jacobs. Das Haus aus Stroh wird einfach so vom Wolf weggeblasen. So ein Blödsinn! Hätten Joseph Jacobs oder Walt Disney selbst in einem Haus aus Stroh gelebt, würde die Geschichte ganz anders aussehen. Ich erzähl euch einfach die wahre Geschichte über Stroh im Bauwesen:

Die Vorzüge von Stroh und warum es so schonend für die Umwelt ist

Bei Stroh handelt es sich um verholzte und getrocknete Halme, die nach der Ernte als Nebenprodukt der Lebensmittelerzeugung übrig bleiben. Die Halme enthalten kaum Nährstoffe und sind daher nicht als Futter für Tiere dienlich. Da das Bedürfnis nach Getreide zukünftig wahrscheinlich nicht weniger werden wird, wird es auch immer Stroh geben. Was aus dieser Perspektive sogar zum Entsorgungsproblem werden kann. Warum Stroh also nicht als Dämmmaterial für das Eigenheim verwenden?

Stroh ist die nachhaltigste Dämmung. Warum?

Im Vergleich zu anderen ökologischen Dämmstoffen, wie etwa Hanf, muss Stroh nicht extra produziert werden. Es ist ohnehin vorhanden und daher auch ressourcenschonender in der Herstellung.

Der Sprung in Richtung Effizienz und Wirtschaftlichkeit

ISO-Stroh Einblasdämmung

Bisher, also bis vor einem Jahr, wurden Häuser aus Stroh mit Strohballen gedämmt. Was so viel wie „super anstrengend und nicht für die breite Masse geeignet“ heißt. Ich will aber hier nicht den Strohballenbau schlecht reden, da dieselbe Wohnqualität entsteht und das Material das selbe ist. Aber man braucht viel Zeit, viele helfende Hände und schönes Wetter. Im Jahr 2017 kam ISO-Stroh auf den Markt. Ähnlich wie Zellulose oder Holzfaser kann das zertifizierte Stroh in nahezu jede Konstruktion mittels Einblasverfahren in die Wandaufbauten eingebracht werden. Aufgrund der hohen Einbringdichte ist die Dämmung setzungssicher und dient im Winter als Kälteschutz und hält den Innenraum im Sommer angenehm kühl.

Vorurteile gegenüber dem goldenen Halm

Wie schon gesagt Joseph Jacobs und Walt Disney haben dem Stroh wirklich Unrecht getan. Stroh ist außerdem weder gut brennbar, Schimmel gefährdet oder voll von Schadstoffen. Aja und nicht zu vergessen: Nagetiere fühlen sich so gar nicht wohl im Stroh.

Sehen wir uns das mal Schritt für Schritt an:

Stroh bekommt seinen Flammschutz, im Vergleich zu anderen Materialienganz, von Natur aus mitgebracht. Es enthält natürliche Silikate, welche die Entflammbarkeit herabsetzen. Dazu gibt’s übrigens ein Test-Video: Stroh ist nicht gut brennbar.

Was die Schimmelgefahr betrifft: Dieser ist das Stroh im Grunde täglich auf dem Feld ausgesetzt. Da die Natur wie wir wissen recht intelligent auf solche Angelegenheiten reagiert, kann sich auch das Stroh gegen Gefahren wie Schimmel oder Keime wehren. So ist beim Strohhalm eine polyesterartige Schutzhülle festgestellt worden, die den Halm natürlich vor Schadstoffen bewahrt.

Vorurteil Nummer eins, wie ich bisher feststellen durfte, ist die Frage nach den Mäusen und Nagetieren in den Wänden. In dieser Angelegenheit kann ich euch beruhigen. Stroh enthält keinerlei Nährstoffe und zählt daher nicht zu den leckersten Mahlzeiten. Ich persönlich esse auch nicht sonderlich gern Papier ;). Außerdem wird ISO-Stroh so verdichtet in die Wände eingeblasen, dass überhaupt kein Platz für Mäuse oder dergleichen ist. Also falls die Maus oder der Hamster mal aus dem Käfig verschwinden – In den Wänden musst du nicht nach ihnen suchen.

Vorteile – als Grundlage für eine Wohlfühl-Umgebung

Das Stroh mittlerweile in die Kategorie der wirtschaftlichen Verarbeitbarkeit fällt, habe ich vorhin schon erwähnt. Mithilfe der Einblastechnik können selbst komplexe Bauteile leicht gedämmt werden.

Bauen mit Blick auf die Zukunft

Stroh hat noch einiges mehr zu bieten. Wo soll ich anfangen. Vielleicht ganz am Ende, nämlich bei den Entsorgungskosten. Wir Menschen bauen Gebäude, meist dienen diese mehreren Generationen als Zuhause. Was aber passiert, wenn das Haus mal abgebaut werden muss? Was passiert mit dem Material? Wie behandelt man in Wände verbauten Sondermüll wie Polystyrol? Ich glaube darüber machen sich die wenigsten Gedanken, irgendjemand muss aber die Kosten tragen. Und die größeren Folgen hat meist die Natur, unsere Umwelt zu tragen. Die allerdings noch für viele Generationen ein Ort zum Leben sein soll.

Bei Stroh sind die Fragen einfacher zu beantworten. Es kann einfach als Einblasdämmung wiederverwendet werden, wer ein paar Pferden etwas Gutes tun will, kann das Stroh als Einstreu upcyclen oder es zerfällt einfach wieder zu Erde – Ohne der Umwelt zu schaden.

Stroh schützt vor Schall, Hitze und Kälte

Aufgrund der hohen Einbringdichte von Stroh (105kg/m³) steigt der Schallschutz. Dieser Punkt wirkt sich aber nicht nur auf den Schall, sondern auch auf die Hitze im Sommer, sowie auf die Kälte im Winter aus. Die Dämmung sorgt dadurch mitunter für ein behagliches Wohnraumklima.

Stroh in Hülle und Fülle

Fährt man ein Stückchen mit dem Auto, ist es meist schwer nicht hier und dort ein Fleckchen eines Getreidefeldes zu entdecken. So kann das Stroh regional mit wenig Transportaufwand bezogen werden, was wieder der Umwelt, sowie den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben zugute kommt.

Unsere Dämmung: ISO-Stroh

Zurzeit gibt es übrigens nur einen zertifizierten Hersteller für Stroh in Einblasform – ISO-Stroh Einblasdämmung. Es gibt zwar ein oder zwei weitere Hersteller, jedoch ohne Zertifizierung und ohne ausreichende Testverfahren. So trifft man beispielsweise bei anderen Herstellern oftmals auf Probleme was das Setzungsverhalten betrifft, was schade ist, ein Produkt sollte nicht verkauft werden, wenn es noch nicht hinreichend positiv geprüft wurde.

Wir waren selbst schon des Öfteren zu Besuch bei ISO-Stroh und durften durch die Strohhallen spazieren. Dabei sind wir rundum auf kompetente Beratung und freundliche Menschen gestoßen.

Das wichtigste zum Schluss: Das Wohngefühl

Nachhaltige und ressourcenschonde Baustoffe sind nicht nur für die Umwelt toll, sondern wirken sich genauso auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus. Erst vor zwei Jahren haben wir erstmals ein mit Stroh gedämmtes und Lehm verputztes Haus betreten. Man merkt wirklich sofort einen spürbaren Unterschied im Raumklima, was den positiven Eigenschaften der Naturmaterialien zuzuschreiben ist. Um euch hautnah zeigen zu können wie gut es sich anfühlen kann auf natürliche Baustoffe zurückzugreifen, werden wir nach Fertigstellung unseres Hauses einen Tag der offenen Tür machen. Bis dahin liegt noch ein gutes Stück an Arbeit vor uns.

Bald wird unser Rohbau aufgestellt, bestehend aus rundum nachhaltigen Materialen wie Holz, Stroh, Lehm usw. Wie immer halten wir euch am Laufenden. Falls du noch mehr rund um das Thema Stroh für deinen Wandaufbau wissen möchtest, schreib uns doch einfach eine Nachricht.

Ich hoffe ich konnte die Geschichte über Stroh im Bauwesen etwas besser verklickern, als Joseph Jacobs oder Walt Disney es taten. Falls du noch immer nicht überzeugt ist, kannst du uns gerne einen Wolf vorbei schicken. :).

Bis bald und liebe Grüße aus dem Strohhaufen!

Links:

*Werbung weil Markennennung
Alle Produkte und Marken die wir auf unserer Seite vorstellen, entsprechen zu 100% unserer Einstellung.

ISO-STROH Website


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14. Dezember 20181 Kommentar

Das Stahlgerüst

Endlich sind unsere Stützen da.

Einen Monat ist es ca. her und die Fundamentarbeiten wurden abgeschlossen und ruck zuck wurden auch die Stahlstützen in den letzten Tagen auf das Fundament gezaubert. Das ging so wahnsinnig schnell, wir konnten es kaum glauben. Es ist übrigens super schön mitanzusehen, wie Schritt für Schritt unser Haus entsteht.

Wie immer findet sich in allen unseren Bauschritten ein ökologischer Gedanke wieder. Bei den Fundamentarbeiten, haben wir versucht so wenig wie möglich Natur zu versiegeln, daher die Streifenfundamente und die Bohrpfahlgründung.

Wie aber sieht das in Punkto Stahlstützen aus?

Des Öfteren bekommen wir die Frage zu hören warum wir nicht mit Holzstützen gebaut haben. Bei den Lasten die das Holz tragen müsste, würden sehr überdimensionierte Stützen entstehen, was einfach für uns keine Lösung gewesen wäre. Stahl hat nämlich enorme statische Vorzüge im Bauwesen.

Außerdem wird Baustahl überwiegend aus Recyclingstahl hergestellt, also werden alte Autos, Waschmaschinen, usw. recycelt und weiterverarbeitet. Also wer weiß was unsere Stützen schon alles erlebt haben. Laut einem Artikel in der Welt.de ist Stahl einer der am effektiv recycelten Materialien und das ohne Qualitätsverlust, daher kann Stahl immer wieder Verwendung finden und ist daher unserer Meinung nach ökologisch absolut vertretbar.

Dem Artikel nach sind weltweit noch rund 80% des Stahls, der bisher jemals produziert wurde, im Einsatz. Dieser Fakt hat mich selbst wirklich erstaunt muss ich sagen. Das Ganze wirkt sich natürlich auch auf den CO2 Ausstoß aus, so kann mit einer Tonne Stahl aus recycelten Material mit bis zu 50% weniger Emission gerechnet werden. Tip Top würde ich sagen! Aus Schrott wird Stahl und siehe da schon stehen ein paar Piloten in unserem Garten.

Es geht noch weiter in der Liste, damit der Stahl witterungsbeständig ist und vor Umwelteinflüssen geschützt wird, muss natürlich in irgendeiner Form geschützt und versiegelt werden. Lack war für uns kein Thema, da dieser in mehreren, bis zu fünf Schichten aufgetragen werden muss. Sollte das Material irgendwann einmal recycelt werden, würde Sondermüll entstehen, was wir auf keinen Fall wollen. Unsere Stützen sind feuerverzinkt und somit wieder zu 100% recycelbar.

So viel zu unseren Stützen, ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt des Baustahls geben. Als Tipp: Alte Geräte unbedingt ordnungsgemäß entsorgen!

Bis bald ihr Lieben.

Links:
Artikel über Baustahl 

Zeitraffer vom Aufstellen der Stützen

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25. Oktober 20184 Comments

Unser Fundament

Die Fundamentarbeiten sind abgeschlossen …

… und schon geht’s weiter mit unserem Haus auf Stelzen:

Es ist schon eine Weile her als ich das letzte mal von uns hören ließ. Sorry dafür, aber der Bauprozess hat uns die letzten Wochen ziemlich in Anspruch genommen. Daher war es etwas ruhiger am Blog. Es gibt also eine Menge aufzuholen und jetzt geht es erst so richtig los mit dem Fundament.

Wie die meisten unserer Leserinnen und Leser bereits wissen, soll unser Haus so nachhaltig wie möglich werden – von der Dämmung bis hin zum Fußboden und Interieur. Auch im Außenraum haben wir darauf geachtet so wenig wie nur möglich zu versiegeln und die vorhandene Natur zu schützen. Bisher ist uns das recht gut gelungen. Für alle die neu dazu gekommen sind und gerne mehr darüber wissen wollen: Klimaschutz mit Designanspruch.

Heute berichte ich euch wie es uns mit den Fundamentierungsarbeiten so ergangen ist.

Erfolgreich gemeistert: Das Fundament steht.

Unser Fundament verursachte ja so einigen Personen leichte Kopfschmerzen, umso glücklicher sind wir, dass wir so tolle und kompentente Menschen um uns haben.

Hört sich ja alles recht fein an: „Bauen wir unser Haus doch auf Stelzen, das wird super“ – Leichter gesagt als getan. Wir haben uns ja gegen eine Unterkellerung entschieden (Bauen MIT dem Hang) um so wenig wie möglich in die Natur eingreifen zu müssen. Daher auch die Idee auf Piloten zu bauen. Das der Hang aber ein „schipistenartiges“ Gefälle aufweist und nicht die einfachste Grundlage um zu bauen ist, war uns so noch nicht klar. Aber wer will schon den einfacheren Weg gehen, wenn doch der andere Weg so viel interessanter scheint.

Naja jetzt haben wir bereits gut reden. Das Fundament steht, wie ihr vielleicht bemerkt habt, bereits. Im Folgenden will ich euch aber einen kleinen Einblick die Fundamentarbeiten verschaffen, wie es uns dabei ergangen ist und welche Hürden sich so im Erdreich verstecken können.

Das Bodengutachten

Zuallerst: Der Blick in den Boden.
Noch bevor das Grundstück gekauft wurde, ließen wir ein Geotechnisches Gutachten anfertigen um die Bodenbeschaffenheit zu bestimmen und um sicher zu gehen, dass unser Bauvorhaben auch so realisiert werden kann wie gewünscht.

Nach langem tüffteln folgen die Taten

Noch vor Baubeginn hatten unsere beiden Baumeister und Statiker so einige Schwierigkeiten zu bewältigen. Daher hat sich der Bau um ein paar Wochen verzögert. Im Bodengutachten wurde vermerkt das ein geringes Setzungsvermögen beim Hang nicht ausgeschlossen werden kann. Daher mussten einige Details umgeplant werden. Zu Beginn sollten die Brunnenfundamente als alleinige Stützpunkte reichen. Um jedoch dem eventuellen Setzungsverhalten des Hanges prophylaktisch vorzubeugen wurden die Fundamente mit einem Streifenfundament verbunden. Alles rechnerische abgeschlossen, ging es schon an die eigentliche Herausforderung: Die Bearbeitung des Hanges und die Vorbereitung der Bohrpfahlfundamente.

Baubeginn! Jippie!

Am ersten Tag wurde nochmal das Grundstück von einem Geometer ausgemessen – damit wir nicht unbeabsichtigt zu den Nachbarn rüber bauen :). Nein – Spaß bei Seite, solche Dinge können im Nachhinein richtig unangenehm und vor allem Existenzbedrohend werden. Baut man nicht gemäß gewisser Richtlinien, kann ein Rückbau verlangt werden, was extrem schlimm enden kann. Daher immer auf Nummer sicher gehen. Wir können uns übrigens glücklich schätzen und sind umgeben von super netten und zuvorkommenden Nachbarinnen und Nachbarn. Wir hatten anfangs beispielsweise Probleme mit dem Baustrom und Wasser, ohne Weiteres durften wir Strom und Wasser – über mehrere Tage hinweg – von einem unserer Nachbarn verwenden. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten wir ein riesen Problem gehabt auf der Baustelle. Eine so freundliche Umgebung ist nicht immer selbstverständlich, umso mehr freuen wir uns über die zukünftige Gesellschaft rund um unser Haus.

Aber back to the topic: Nachdem das Grundstück nochmal ausgemessen wurde, ging es auch schon los mit den Bohrungen.

Vorbereitungen für das Kammfundament

An den ersten beiden Tag wurden die Fundamente für den Kamm vorbereitet und betoniert. Dieser dient zum einen zur Sicherung des Hanges und auf diesem wird dann mitunter die Stahlkonstruktion angebracht.

Tiefenbohrungen im Bereich der zukünftigen Piloten

An den weiteren beiden Tagen wurden die Tiefenbohrungen für die beiden Streifenfundamente und die kleinere Plattform vorgenommen. In diesem Bereich werden dann die Piloten angebracht.

Zwischendurch wurde übrigens der Hang so bearbeitet, dass man gut mit Bagger und dergleichen herumfahren konnte. Was eine ziemliche Herausforderung war aufgrund des steilen Gefälles. Ebenso wurde der Kanal angeschlossen und Wasser, sowie Baustrom sind mittlerweile auch vorhanden.

Weiter geht’s mit den Streifenfundamenten

An den darauf folgenden Tagen wurden haufenweise Schallungselemente auf und abgeschleppt um die Schallung für den Beton aufzubauen. Es war übrigens ganz schön was los auf der Baustelle, Mischwägen waren vor Ort um die Schallungen zu befüllen, diese wurden auf- und abgebaut und der Hang wurde immer mehr begehbar gemacht. Natürlich waren wir mit vor Ort und haben uns um Kaffee, Snacks usw. gekümmert. Und wie sich herausgestellt hat kommen Schnitzelsemmerl von der Oma auf der Baustelle so richtig gut an.

Weniger Versiegelung. Mehr Natur

Wir haben uns ganz bewusst gegen eine Unterkellerung entschieden, zum einen wollten wir so wenig wie möglich in den bestehenden Hang eingreifen und zum anderen das Grundstück mit der Bebauung ideal nutzen. Grob geschätzt haben wir sicherlich zwei Drittel weniger an Versiegelungsmaterial gebraucht, im Vergleich zu einer Unterkellerung. Dadurch, dass der gesamte Rohbau auf Piloten, also auf Stahlstützen stehen wird, nutzen wir die Lage ideal. Bei Schönwetter sieht man sogar bis ins Gebirge. Cool oder?

Der Baum, ein kleines Hindernis

Unsere Liebe zu Bäumen habt ihr wahrscheinlich schon mitbekommen, falls nicht könnt ihr das hier nachlesen: Der Baum bleibt.

Auf jeden Fall war es schon eine kleine Herausforderung unseren lieben Baum zu beschützen. Ich kann euch aber beruhigen: Er hat überlebt und steht mittlerweile sicher umschlungen in seinem Schachtring. Es wurde sozusagen um ihn herumgebaut.

Ein großes WOW für die Ausführenden

Zuguterletzt: Riesen Respekt an Martin Rihs Construction GmbH. Ich glaube – und ich denke zu Recht – das unser Hang nicht Jedermanns Sache gewesen wäre. Das wurde uns auch von mehreren Seiten so mitgeteilt. Ehrlich gesagt haben wir das beide etwas unterschätzt, man träumt so dahin von seinem Haus auf Stelzen und so fort. Aber das man nie so genau sagen kann was sich im Boden wirklich abspielt, oder wie die Erde beschaffen ist, ist leider nicht so vorhersehbar. Selbst mit Bodengutachten. Auf jeden Fall haben die Jungs unser Fundament bravourös und professionell gelöst. Einer der schwierigsten Parts ist denke ich abgeschlossen. Puh!

Wir sitzen dann schon mal auf der Mauer…

Jetzt heißts abwarten und trocknen lassen. Da der Beton ein paar Wochen zum Austrockenen braucht, bevor das Stahlskelett angebracht wird, müssen wir ein wenig warten. Wir waren dann die darauf folgenden Tage ein paar Mal dort und wenn man auf der Mauer steht, ist es schon richtig gut vorstellbar, wie wir zukünftig die schönen Tage auf unserer Terrasse genießen werden. Da würden wir am liebsten gleich dort bleiben. Darum sitzen wir einstweilen mal dort!

Also Tip Top an alle Beteiligten. Wir freuen uns wenn es bald weitergeht.

P.S.: Wer übrigens die Fundamentarbeiten hautnah miterleben will, kann sich unser Zeitraffer-Video ansehen und Tag für Tag mitverfolgen. Viel Spaß!

In ein zwei Wochen ist es dann auch soweit, das Stahlskellett wird aufgestellt und dann kommt auch schon der Rohbau. Wie immer halte ich euch am Laufenden – Diesmal etwas regelmäßiger. Versprochen.

zum Bautagebuch


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12. Oktober 2018Keine Kommentare

Autarkie aber wie?

Autarkes Wohnen.

Schritt für Schritt zum autarken Leben. So funktioniert´s:

Bei unserem Hausbau versuchen wir soweit wie möglich einen Fokus auf Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Bebauung zu legen. Das Thema Autarkie ist bei der Planung natürlich nicht an uns vorbei gegangen.

Ein großer Teil an autarken Möglichkeiten stehen aber noch auf unserer Wunschliste. Diese heben wir uns für die kommenden Jahre auf, da leider das Budget so manche Vorstellungen nicht zu lässt. Immerhin haben wir uns schon mal informiert:

Warum autark leben?

Nehmen wir das Wohnen an sich mal näher unter die Lupe: Schnell fällt die persönliche Abhängigkeit von so einigen Dingen auf, die oft als selbstverständlich wahrgenommen werden. Dass der Strom, der aus der Steckdose kommt, oder das frische Trinkwasser aus dem Wasserhahn wo produziert oder geklärt werden muss wird eher selten hinterfragt. Das Thema des unabhängigen Wohnens wird für viele immer präsenter. Autarkie hat schon lange nichts mehr mit einem tristen Einsiedlerleben in Isolation zu tun, sondern vielmehr mit dem bewussten Umgang von Ressourcen und dem Wunsch nach Eigenständigkeit.

Gemeinschaftlich und unabhängig leben!
Die erste autarke Siedlung im Burgenland:

Vor ein paar Wochen durften wir die lieben Leute von Wohnwagon kennen lernen. Diese sind aktuell mit der Planung der ersten völlig autarken Siedlung beschäftigt. Falls du das Sommerfest im September verpasst hast, gibt es hier mehr Infos zur Realisierung der ersten autarken Siedlung. In der aktuellen Wohnwagon-Zentrale in Wien sammeln sich so einige zukunftsträchtige Ideen und Innovationen rund um das Thema Autarkie.

Die Idee vom autarken Wohnen.
Schritt für Schritt in eine unabhängige Richtung:

Ja nach den persönlichen Bedürfnissen kannst du hier und da die ein oder andere autarke Idee in den Wohnraum einfließen lassen. Angefangen bei der Stromversorgung, der Wärme- oder Wasserversorgung (ob Trinkwasseraufbereitung oder Regenwasserspeicher) bis hin zum Genussgarten kannst du dich bestens austoben. Wäre da nur der unendliche Geldfluss. So ist auch bei uns die Idee von absoluter Unabhängigkeit nur Schritt für Schritt realisierbar.

Erste Schritte zur Autarkie

Ein Kachelofen für kalte Wintertage:

Einige Dinge die bei uns aktuell bereits geplant und bald realisiert werden sind zum Beispiel das Heizsystem und die Regenwasseraufbereitung in und rund um unser Haus. Im Winter sorgen wir mit einem zentral platzierten Grundofen für Wärme. Heizen werden wir täglich mit zwei Jahre ausgetrocknetem Holz. Unserer Meinung wenig aufwändig, ja sogar ein recht herzerwärmender Gedanke :). Wir haben uns ganz bewusst gegen ein wasserführendes Modell entschieden, womit auch Warmwasser erzeugt werden könnte, da wir voraussichtlich aufgrund unseres Südhanges und der guten Wärmedämmung durch Stroh recht wenig Heiztage im Jahr erwarten. Für die ersten Jahre werden wir dazu das Wasser mit Strom erwärmen, in naher Zukunft würden wir gerne eine Photovoltaik Anlage realisieren, um unseren eigenen Strom zu erzeugen.

Regenwasseraufbereitung zur Pflanzenversorgung:
Da wir immer begeistert am Garteln sind war schnell klar, dass etwas für das Regenwasser brauchen. Dazu werden wir vorerst auf klassische Regentonnen zurückgreifen, dafür konnten wir schon ein paar alte Holzfässer ergattern. Daraus kann dann Wasser für Gemüse, Früchte und Grünpflanzen bezogen werden. Übrigens sind auch Zimmerpflanzen begeisterte Regenwasserkonsumenten, da es im Vergleich zu oft kalkhaltigem Trinkwasser basisch ist.

Das wars auch schon mit unseren autarken Ansätzen, für die Zukunft gibt es also noch so einiges zu realisieren.

Autarkie im Selbstbauset.

Klein aber fein:
Der sehnsüchtige Gedanke nach einem autarken Leben hängt wie gesagt leider oft mit viel Geld zusammen. Das es auch anders geht zeigt das Team von Wohnwagon, die bekannt sind für ihre völlig autarken Wohnwagon-Konzepte. Diesmal überzeugen sie uns mit einer neuen Idee: Dem Tiny Autarkieset für Tiny Houses, Kleinhäuser und Zirkuswägen.

Was hat es damit auf sich?
Das Tiny Autarkie Set ist für 9.896, 84 Euro erhältlich und bietet einen kostengünstigen und gut durchdachten Einstieg in ein autonomes Leben. Dabei handelt es sich um ein Selbstbauset für kleine Wohnraumkonzepte. Du bekommst einen Baukasten für deine unabhängige und ganzjährige Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser.

So funktioniert die Versorgung:

Auf zum eigenen Strom
  • Der eigene Strom wird mittels einer kleinen aber feinen Photovoltaik-Anlage über die Sonneneinstrahlung bezogen. Diese ist so ausgelegt, dass du sie zukünftig simpel erweitern kannst.

Für die Stromerzeugung wird eine PV-Komplettanlage mit 1080 Wp und 24 Volt verwendet, so kannst du die Solarenergie günstig nutzen, ohne einen öffentlichen Stromanschluss zu benötigen.

So erzeugst du dein warmes Wasser
  • Für dein Warmwasser wird im Sommer mit einem Solarboiler gesorgt, im Winter mit einem Rauchgasboiler. Mit einfacher Installation kannst du mit Sonne und Holz warmes Wasser erzeugen.

Für das Warmwasser in den Sommermonaten wird ein Solarboiler mit 100l verwendet. Ja richtig gehört, der Solarboiler ist Solaranlage und Boiler in einem. Das bedeutet: Der unabhängigen Warmwassererzeugung mit Sonnenleistung steht nichts mehr im Wege. So funktioniert der Boiler im Detail:

  • Das Wasser wird direkt im druckfesten Boiler erhitzt. Dadurch fällt das teure Equipment einer Solaranlage mit Kollektoren einfach vollständig weg. Ein weiterer Speicher ist nicht zwingend notwendig, weil das Wasser dort gespeichert wird, wo es erhitzt wird. Ein Überdruckventil schützt den Boiler und sorgt für den richtigen Druck.
  • Das Wasser wird mit dem Leitungsdruck (ähnlich wie bei E-Boilern) transportiert. Um diesen Druck zu erhalten brauchst du meist eine Druckwasserpumpe im Frischwassersystem.
  • In der kalten Jahreszeit solltest du den Boiler entleeren, um ihn vor Frost zu schützen. Je nach Wetterlage und Wohnort, kannst du mit dem Boiler 6-8 Monate Warmwasser erzeugen. Der Boiler ist isoliert und verliert dadurch in der Nacht nur wenig Wärme.
    Der Aufbau des Boilers ist einfach gehalten – keine elektronischen Komponenten. Dadurch ist er sehr wartungsarm und ideal für den Außenbereich.
Für den Winter ist natürlich auch gesorgt

Für den Winterbetrieb ist ein Rauchgasboiler im Set enthalten. Mit diesem Boiler werden die Rauchgase von deinem Holz- oder Pelletofen zur Warmwassererzeugung genutzt.

Der Anschluss dazu ist ident mit der eines herkömmlichen Heizungs-, Strom- oder Solarboilers. Die Zirkulation des Wassers übernimmt der Wasserdruck. Wenn dieser Druck nicht gegeben ist, benötigst du zusätzlich eine Druckwasserpumpe. Zum Anschließen des Boilers brauchst du lediglich eine Wasserleitung, die in den Boiler führt, und am Warmwasserausgang kannst du das erwärmte Wasser für die Dusche, Waschbecken usw. entnehmen. Der Boiler ist natürlich auch nach den Trinkwasser-Richtlinien gefertigt, damit du das Wasser auch problemlos trinken kannst. Ebenso ist die Installation an Kamin oder Wassernetz relativ einfach.

  • Unserer Meinung am spannendsten ist die Trinkwasseraufbereitung! Mittels Regenwasserfilter wird trinkbares Wasser aufbereitet und in einem Edelstahltank für den Konsum gespeichert. Wirklich Top! Mit einem Regenwasserfilter steht der Frischwasseraufbereitung nichts mehr im Wege. Das Tolle daran: Der Filter reinigt das Wasser ohne dem Zusatz von Chemikalien und ohne Strom.
  • Das anfallende Abwasser wird durch natürliche Prinzipien mit einer Pflanzenkläranlage als Selbstbauset oder mit einem Moosfilter gereinigt.
Trinkwasseraufbereitung vom Feinsten

Zum Klären wird eine Pflanzenkläranlage für Grauwasser für zwei Personen verwendet. Diese Grünkläranlage ist speziell für die Grauwasserreinigung konzipiert. Sie besteht aus einem zweiteiligem Pflanzenbeet, in welche die spezielle Vorreinigung integriert ist. Diese funktioniert durch komplexes Zusammenwirken von Mikroorganismen, Bodenteilen und Pflanzenwurzeln. Das gereinigte Grauwasser fließt in den anschließenden Kontrollschacht. Von diesem kann es in ein Gewässer, die Kanalisation, einem Speicherteich geleitet oder versickert werden. Die Qualität des gereinigten Grauwassers ist weit besser, als das aus üblichen biologischen Kläranlagen.

Das mit Folie abgedichtete Pflanzenbeet ist vollständig mit Schilf bepflanzt und nicht als Kläranlage zu erkennen. Das Grauwasser wird oberflächig auf das Pflanzenbeet aufgebracht und versickert.

Für den plastikfreien Geschmack beim Zähneputzen sorgt der Edelstahl Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 300 Liter. Besonders hervorzuheben sind die flexiblen Anschlüsse, die Wartungsöffnung, sowie die Möglichkeit den Behälter unter Druck (2Bar) zu setzen. Installieren solltest du diesen in horizontaler Lage.

Holzofen mit Kochfunktion und Bio-Toilette

Im Set nicht enthalten sind ein Holzofen mit Kochfunktion sowie eine Bio-Toilette. Beides solltest du am besten individuell für dein Projekt planen und realisieren. Dazu gibt es hier aber zwei spannende und weiterführende Artikel.

Wenn du mehr Details rund um das Thema Autarkie wissen willst, oder du dir noch nähere Informationen zum Tiny Autarkieset einholen willst, bist du beim Wohnwagon Team bestens aufgehoben. Wir haben uns sehr gut beraten gefühlt und vor allem ist das Thema Autarkie für uns etwas greifbarer geworden.

Viel Spaß bei der Ideensammlung zum Thema Autarkie, wie immer freuen wir uns wenn du deine Gedanken mit uns teilt!

Links: www.wohnwagon.at

 

Wohnwagon Website


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7. August 20182 Comments

Ein rundum ökologisches Haus

Klimaschutz mit Designanspruch!

Öko-Haus heißt nicht gleich Hippie-Bude. Ökologisch bauen mit hohem Anspruch an Ästhetik? Klar geht das! Wir zeigen euch wie:

Klimawandel und Überhitzung im urbanen Raum

Der berüchtigte Klimawandel zeigt sich immer deutlicher wie uns auch dieses Jahr am Welterschöpfungstag dem "Earth Overshoot Day" wieder einmal vor Augen geführt wurde. Bereits am 01. August 2018 wurden alle natürlichen Ressourcen – global betrachtet – aufgebraucht. Laut dem Global Footprint Network ist der österreichische Welterschöpfungstag bereits im April zu datieren. Herrje!

Unter anderem zeigen sich die ökologischen Schulden im Klimawandel. Überhitzung im urbanen Raum sind mittlerweile – leider – keine großen Neuigkeiten mehr. Vor allem im Bereich des Bauens und Wohnens wird oft recht wenig auf Materialien geachtet die verbaut werden, so nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn". Der Meinung sind wir jedoch nicht. Mit ressourcenschonender Bauweise und einem bewussten und nachhaltigen Lebensstil kann der Umwelt und dem persönlichen Wohlbefinden so einiges erleichtert werden.

Mit unserem Hausbau zeigen wir wie es funktioniert. Realisieren wollen wir dazu ein ganzheitlich ökologisches Haus um damit ein Vorzeigeprojekt und eine Plattform für Bau- und Wohninteressierte zu schaffen. In der anfänglichen Recherchephase ist uns aufgefallen, dass es nur wenig informative Quellen gibt, die ein gesamtes Projekt umfassen. Sehr oft sind wir auf Hippie-Häuschen gestoßen die Vielen nicht die ideale Vorstellung von Wohnraum vermitteln und schnell zu Vorurteilen führen.

Es geht auch anders: ökologisch bauen heißt nicht, dass auf Architektur mit Designanspruch verzichtet werden muss

Unser Ziel ist es also, neben der Dokumentation des eigenen Projekts eine Informationsplattform zu bieten um mögliche Vorurteile zu beseitigen und Interessierte auf den Geschmack zu bringen.

Ökologisch Bauen – aber wie?

Illustration unseres Ökologischen Hauskonzepts in Hanglage

Zuallererst – Noch bevor wir unser Grundstück entdeckt und gekauft haben, haben wir beschlossen genau zu überdenken wie viel Platz wir wirklich zum Wohnen benötigen. Als Resultat haben sich dann 100m² Wohnraum ergeben und 20m² Bürofläche, da wir beide selbstständig sind – Völlig ausreichend unserer Meinung. Unser kleines Fleckchen Erde weist übrigens ein steiles Gefälle auf, für einen Keller waren wir jedoch nur wenig zu begeistern da sich erfahrungsgemäß immer recht viel Krimskrams in solchen Räumen sammelt. Darum die Entscheidung zu einer Bohrpfahlgründung, damit so wenig wie möglich in die Natur und den Hang eingegriffen werden muss. Wir bauen unser Haus also auf einer Stützenkonstruktion (sogenannten Piloten), die auf einem Bohrpfahlfundament gegründet wird. Die optisch schwebende Wohnbox die von den Piloten getragen wird, wird mit einem Holzriegelbau gefertigt. Anschließend wird Stroh eingeblasen und so werden Bodenplatte, Wohnraum und Dachkonstruktion gedämmt. Im Innenraum sorgen wir ebenfalls mit natürlichen Materialien wie etwa Lehm- oder Tonputz für ein angenehmes und gesundes Wohnraumklima.

Wohnraum neu gedacht

Natürliche Materialien und ökologische Baustoffe sind im Vergleich zu anderen Materialien meist teurer. Hier schlummern auch die Gegenargumente warum viele den Gedanken gleich mal verwerfen. Jedoch sollte man sich zuallererst die Frage stellen: "Wie viel Wohnraum benötige ich wirklich?". Ein Großteil der Menschen, so wage ich zu behaupten, baut und plant sicherlich mit utopischen Größenvorstellung, was den wirklich benötigten Wohnraum betrifft. Spart man hier und da ein paar Quadratmeter ein, so ist auch schon die Barriere zum ökologischen Baumaterial überwunden.

Dämmen mit Stroh. So funktionierts:

Unser Haus dämmen wir mit Stroh. Dabei handelt es sich um eine Einblasdämmung aus 100% Weizenstroh – Ja das gibt es mittlerweile wirklich. Dem Stroh werden weder Salze noch Brand Hemmer hinzugefügt und beziehen werden wir die Dämmung aus regionaler Produktion. Die meisten Bedenken bekommen wir in Bezug auf das Brandverhalten und Schimmel zu hören. Aber das Stroh enthält von Natur aus Silikate und deshalb ist auch die Entflammbarkeit ganz natürlich herabgesetzt. Es wird in seiner reinsten Form und ohne chemische Mittel verarbeitet.

Wir haben uns deshalb für Stroh entschieden, weil es im Vergleich zu anderen natürlichen Materialien nicht extra produziert werden muss, im Grunde handelt es sich um ein Abfallprodukt, das weder für die Futterproduktion oder Sonstiges Verwendung findet.

Ursprünglich wollten wir unser Haus mit Strohballen dämmen, was jedoch sehr zeitaufwändig, wetterabhängig und kompliziert ist. Daher sind wir recht zufrieden mit dem mitlterweile möglichen Einblasverfahren von Stroh. Übrigens ein riesen großer Schritt was die Wirtschaftlichkeit des Materials betrifft, der Strohballenbau war bisher eher für eine kleine Gruppe an Menschen interessant. Stroh als Einblasdämmung kann jedoch mit den meisten handelsüblichen Einblasmaschinen in die Konstruktion eingebracht werden.

Strohbauplatten für den Innenausbau


Anstelle von Gipskartonplatten werden wir für den Innenausbau Strohbauplatten verwenden. Die organische Struktur dieser Platten hat ein gutes Sorptionsverhalten und wirkt sich daher positiv auf die Raumluftwirkung aus und ist sehr schalldämmend. Gipskartonplatten hingegen trocknen die Luft aus und entziehen den Räumen die nötige Feuchtigkeit für ein gesundes Wohnraumklima. Die Strohbauplatte ist übrigens abbaubar, da es sich ausschließlich um verpresstes Stroh handelt. Probeweise durften wir auch schon eine Zwischenwand aufbauen – was wirklich sehr gut funktioniert hat, obwohl wir im Grunde so gut wie keine Erfahrung mit solchen Dingen haben.

Ton für die Wände. Atmungsaktiv und gesund

Für unsere Wände haben wir uns für Tonputz entschieden, Ton ist im Grunde die noch reinere Form als Lehm, aber gut – Beide sorgen für ein gesundes Klima im Wohnraum. Das Tolle daran eine Wand mit Ton zu verputzen ist die resultierende Atmungsaktivität und die Speicherung von Feuchtigkeit. So kann das Material Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und ist auch für den sanitären Bereich geeignet. Ebenfalls kommt es zu einer Neutralisation von Schadstoffen die sich in der Luft befinden. Ein Wohlfühl-Klima ist also garantiert.

Holz für den Außen- und den Innenraum

Holz trägt unserer Meinung einfach maßgeblich zu einer Wohlfühl-Umgebung bei, ist in Österreich ausreichend vorhanden und kann daher regional bezogen werden. Bei unserem Haus kommt der Baustoff auf jeden Fall im Außenbereich bei der Fassade zum Einsatz und im Innenraum für Böden und bestimmte Möbelstücke. Zu beachten ist auch der geringe CO2-Ausstoß bei der Verwendung von Holz, vor allem in Betracht der Produktion, Verarbeitung und dem Transport von heimischen Holz. Bei der Verwendung anderer Materialien, wie zum Beispiel Ziegel oder Beton ist der Energiebedarf bei der Herstellung weitaus höher und somit steigt auch der CO2 Ausstoß. Verbautes Holz dient außerdem als umweltentlastender Kohlenstoffspeicher. Zusammengefasst kommt es zu vergleichsweise geringerem CO2-Ausstoß, Kohlenstoffe werden durch verbautes Material gespeichert und das Material kann regional aus österreichischen Wäldern bezogen werden – daher für uns ein klarer Beitrag zum Thema Klimaschutz.

Holzofen als zentrales Heizsystem

Heizen mit dem Kachelofen

Zum Heizen für die kalten Wintertage haben wir uns für einen Grundofen entschieden, zentral im Wohnraum platziert und als alleiniges Heizsystem für unser Haus. Die Räume sind so aufgeteilt, dass überall ausreichend Wärmezufuhr garantiert ist, so ist etwa das Badezimmer an der Rückwand des Kachelofens und wird bestens beheizt. Es muss lediglich einmal täglich Holz nachgelegt werden und das wars auch schon. Das zwei Jahre ausgetrocknete Holz beziehen wir dazu von einem Bauern gleich aus der Umgebung. P.S.: Keine Angst vor aufgewirbelten Staubpartikeln, unser Ofen als Beispiel ist nicht luftführend geplant, sondern strahlt die Wärme ab. Ich selbst werde immer wieder von einer Stauballergie geplagt – mit dem Ofen aber absolut kein Problem.

Gesundes und angenehmes Wohnraumklima

Alle bisher genannten Baustoffe sind nicht nur nachhaltig und ökologisch vertretbar, sondern sie sorgen auch für ein behagliches Wohngefühl. Die Natürlichkeit der Materialien ist verantwortlich für das gesunde und wohlige Klima im Innenraum. Wie sich die Baustoffe in anfühlen sollte man am besten selbst fühlen. Dazu wird es im kommenden Frühling einen Tag der offenen Tür geben, wo wir auch einige unserer Nachhaltigkeitsexperten einladen, um Fragen rund ums Thema ökologisch Bauen beantworten werden.

Blog für Interessierte

Wie bereits erwähnt mussten wir in unserer doch recht langen Recherchephase feststellen, dass es oft sehr schwierig ist ausreichende Information zu speziellen Themenfeldern zu finden. Vor allem im Innenausbau wollen wir viel selbst erledigen, aber Vieles wäre aufgrund zeitlicher und räumlicher Ressourcen sehr schwierig gewesen – wie etwa der Strohballenbau. Dabei versuchen wir bei unserem Projekt einen Mittelweg zu finden. Außerdem wollen wir zeigen, dass moderner Wohnbau auch in nachhaltiger Form möglich ist. Unser Blog soll allen eine Informations- und Inspirationsquelle sein, die Interesse an einem gesunden und natürlich Wohnraum haben. Ziel ist es den gesamten Bauprozess Schritt für Schritt zu dokumentieren und mit Artikeln zu unterstreichen. Was uns, wie ich finde, bisher schon recht gut gelungen ist und bald startet dann auch der Baubeginn.

Wir halten euch auf dem Laufenden.
Alles Liebe Andrea und Hannes!

unser Projekt

Linkliste:
Holz als Baumaterial: www.proholz.at
Welterschöpfungstag: https://www.footprintnetwork.org/
Einblasdämmung aus Stroh: www.iso-stroh.at
Strohbauplatten für den Innenausbau: www.istraw.de
Ton für ein gesundes Wohnraumklima: www.emoton.at


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2. September 2018Keine Kommentare

AGROB BUCHTAL Fliesenauswahl

// Werbung weil Nennung

Wohnen mit gesundem Raumklima? Die HT-Technologie machts möglich!

Der Wohlfühlfaktor im eigenen Wohnraum ist das A und O beim Hausbauen und Renovieren. Hinzu kommt der Anspruch an ein gesundes Raumklima. Natürliche Materialien wie zum Beispiel Holz, Ton und Stroh tragen zukünftig in unserem Haus dazu bei. Auch bei der Fliesenwahl war es für uns wichtig auf bestimmte Faktoren, wie etwa die Verpflichtung gegenüber der Umwelt und die Wirkung auf die Wohnumgebung, zu achten. Und da sind wir auch schon auf den deutschen Fliesenhersteller AGROB BUCHTAL gestoßen, die mit ihrer speziellen Veredelungsmethode (HT – Hydrophilic Tiles) gleich mehrere positive Punkte zur Wohnraumqualität beitragen.

Wohn dich gesund! Durch die Wirkung von Licht.

Mit der HT-Veredelung (Hydrophilic Tiles) werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen wie man so schön sagt. Diese spezielle Technik hemmt den Wachstum von Schimmel, Bakterien und anderen Mikroorganismen, vereinfacht die Oberflächenreinigung – ganz genau: ab sofort heißt es: weg mit den unnötigen Reinigungsmitteln – und hilft Luftschadstoffe und Gerüche im Innenraum abzubauen.

HT – Der ökologische Weg mit der Wirkung von Licht.

Bei den Fliesen handelt es sich um hochwertige Keramikfliesen, die bereits aus hygienischer Sicht aufgrund ihrer glatten Oberfläche auch ohne Veredelung empfehlenswert sind. Die HT-Veredelung ist sozusagen das Gesundheits-Topping der Keramikfliese. Bei hoher Temperatur wird Titandioxid (TiO2) dauerhaft und unlöslich in die Keramikoberfläche eingebrannt. Dabei entsteht ein beständig bleibender Katalysator, der eine durch Licht aktivierte Reaktion (Photokatalyse), mit Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit, auslöst. Das Resultat ist aktivierter Sauerstoff und eine hydrophile, sprich wasserfreundliche Keramikoberfläche.

Das Tolle an dem Ganzen: Die Reaktion entsteht ausschließlich aufgrund der Wirkung von Licht und ganz ohne chemische Behandlung. Die HT-Technologie funktioniert ganz ohne zusätzliche Chemie und daher auch ohne gesundheitliche Belastung für den Menschen. Der Effekt, der durch die Veredelung erzeugt wird, ist übrigens dauerhaft und verschwindet nicht über die Zeit hinweg.

Allergikergeeignet, reinigungsfreundlich und ein gesunder Wohnraum.

Das bringt die HT Veredelung so alles mit sich:

  • Ein gesundes Wohnraumklima: Alle Allergiker aufgepasst! Bereits die glatte Oberfläche von Keramikfliesen bietet Hausstaubmilden schonmal nicht die nötige Grundlage um sich langfristig und dauerhaft sesshaft zu machen. Durch die HT-Oberfläche werden Bakterien oder Schimmel sogar abgetötet und die Neuentwicklung wird wirksam gehemmt. HT aktiviert in einem photokatalytischen Prozess den Luftsauerstoff, der Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Keime zersetzt. HT ist völlig ungiftig und frei von Reizstoffen. Vor allem im Badezimmer wo sich schnell Keime und Bakterien sammeln sorgen die HT veredelten Fliesen für eine hygienische und saubere Atmosphäre.
  • Weniger Reinigungsaufwand (Juhuu!): Bei uns immer ein Streitpunkt – wer putzt das Bad :). Das hat sich zukünftig wohl erledigt, da die Oberflächen der Fliesen besonders einfach zu reinigen sind. Auf der hydrophilen, also wasserliebenden Oberfläche bilden sich keine Wassertropfen die meist unschöne Flecken verursachen, vor allem auf dunklen Böden, vielmehr verhält es sich so, dass ein hauchdünner Wasserfilm entsteht und selbst kleinste Rückstände unterspült. Der Schmutz haftet nicht an der Fliesenoberfläche, sondern lässt sich besonders einfach wegwischen. Dazu gibt’s hier übrigens ein tolles Video wo der Effekt sehr gut veranschaulicht wird . Das heißt nicht nur weniger Reinigungsaufwand, sondern auch weniger Reinigungsmittel. Die HT-veredelten Fliesen tragen somit auf mehreren Ebenen einen wirkungsvollen Beitrag zum nachhaltigen Bauen.
  • Unangenehme Gerüche? Nein Danke! Durch die spezielle Veredelungsmethode entsteht aktivierter Sauerstoff auf der Fliesenoberfläche und dadurch wiederum werden unangenehme Bestandteile in der Raumluft gereinigt. Dieser photokatalytische Prozess wirkt wie ein Lufterfrischer. Alle Schadstoffe die die Oberfläche berühren, werden durch den lichtaktivierten Katalysator Titandioxid in mineralische Salze umgewandelt – die beim nächsten Reinigungsdurchgang einfach und schnell weggewischt werden können. Das Resultat: eine angenehme und frische Raumluft.

HT-veredelte Fliesen für unseren Wohnraum!

Die Qual der Wahl: Bei AGROB BUCHTAL gibt es ein sehr sehr breites Sortiment an HT veredelten Fliesen, in allen möglichen Farben, Formen und Größen. Eine super Hilfe bei der Auswahl war der Produktkonfigurator auf deren Website. Der gewünschte Wohnraum kann mit einem Klick ausgewählt werden (Badezimmer, Küche, usw.) und schon können die Fliesen schnell und einfach durchgeklickt werden, was die Vorstellungskraft wesentlich unterstüzt.

Wir hatten im Grunde schon recht konkrete Vorstellungen wie unser Vorraum, Hauswirtschaftsraum, Küchenarbeitsbereich und unsere Sanitärräume aussehen sollen. So haben wir uns für ein mittleres Grau bei den Bodenfliesen entschieden (La Casa medium grey 30x30mm), diese wollen wir einheitlich in der Größe von 30x30 mm auf allen Bodenflächen verwenden – Wir haben es gern schlicht und einheitlich. In den Sanitärräumen kommen dann weiße Facettenfliesen im Format 100x250 mm als besonders guter Kontrast zum Boden sehr schön zur Geltung (District white 250x100mm). Im Küchenbereich oberhalb der Arbeitsfläche haben wir uns ebenfalls für die District Serie in der Farbgebung weiß entschieden, nur die kleinere Variante wird es hier werden mit 100x50 mm, um der schlicht geplanten Küche einen Hauch von Vintage Charakter zu verleihen. Vergangene Woche haben wir dazu auch schon unsere Produktmuster bekommen. Gleich aufgefallen ist uns die Qualität der Fliesen, diese wirken extrem hochwertig in der Verarbeitung und fühlen sich super an. Natürlich haben wir gleich mal einen Spritztest absolviert, na klar! Und es stimmt, das Wasser hinterlässt sehr wenig bis keine Spuren und fließt über den entstandenen Wasserfilm schnell ab. Auf der Website von AGROB BUCHTAL gibt’s hier ein Video, das diesen Effekt besonders gut veranschaulicht.

Selbst verlegen, so wird’s gemacht.

Wie so einiges beim Innenausbau wollen wir auch unsere Fliesen selbst verlegen, wie es uns dabei ergehen wird, darüber können wir zwar erst in ein paar Wochen berichten, jedoch sind wir wie immer bester Dinge. Natürlich werden wir die Verlegearbeiten dokumentieren und euch mit kurzen Videos, Fotos und mit Tipps und Tricks versorgen. Bis dahin wünschen wir euch allen eine schöne Zeit und bis bald!

 

zur AGROB BUCHTAL Website


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2. September 2018Keine Kommentare

Interview: Von der Idee zum Einreichplan

Im Gespräch mit unserem Nachhaltigkeitsexperten.

Um die Idee von Nachhaltigkeit und die nötigen Wohnraumanforderungen unter ein Dach zu bringen braucht es natürlich hier und dort so einige Experten. Da haben wir doch gleich mal unseren Architekten Christoph Wiesmayr zu einem netten Gespräch eingeladen. Dieser hat uns bis hin zum Einreichplan unterstützt. Es wurde über so einiges geplaudert:

Erzähl doch mal über deine Person und deine Projekte ein wenig.

Ich bin auf einem bäuerlichen Anwesen als ältester Sohn der letzten Berufsdonaufischerfamilie im Linzer Osten aufgewachsen. In meiner Studienzeit hab ich erst so wirklich verstanden, welche Besonderheit dieses Kleinod in einer mittlerweile von Industrie- und Gewerbe dominierten Landschaft birgt. Ich hab die Diplomarbeit meiner Heimat und meiner Familie gewidmet. Im Nachhinein, für mich, ein wertvoller Grundstein, aus dem vieles entstanden ist. Beispielsweise mein Verein „Schwemmland“, diverse Gemeinschaftsgartenprojekte, der „Hafengarten“, das „Treib.Gut“-Magazin, als auch zahlreiche Interventionen und Veranstaltungen in diesem fast gänzlich versiegelten Stadtgebiet sind seither daraus entstanden.

Ich wollte als Student eigentlich ein internationales Stadtenwicklungsprojekt beackern, doch der Blick mittels Google-Earth 2007 auf mein Zuhause und zermürbende Büroarbeit an globalen Immobilienblasen war der Auslöser, meine Energie zukünftig auf mein Zuhause zu lenken. Ich stellte mir die Frage, wie ich mich als Architekt engagieren, und die kleinbäuerliche Struktur meiner Familie erhalten kann, welche schon mehr als 500 Jahre existiert. Folgendes Zitat von Che Guevara zu Jean Ziegler während der ersten Weltzuckerkonferenz 1964 in Genf, kommt mir dabei öfter in den Sinn:

„Hier ist das Gehirn des Monsters, hier bist du geboren, hier musst du kämpfen!“

Du beschäftigst dich also sehr viel mit dem Thema Ökologie in der Architektur und deinen Projekten, wie kam es dazu?

Es war die Zeit um das Jahr 2008, als Lehman-Brothers insolvent gingen und die Finanzkrise ausgelöst hatten. Gleichzeitig waren Politik- wie auch Lebensmittelskandale als auch der „Klimawandel“ durch Michael Moore oder Al Gore stark in den Medien vertreten. Dies waren Auslöser, für mich als Student für ein Umdenken in meinem Werteverständnis sowie meiner Weltanschauung. Schon während meiner Grazer Studienassitenzzeit bei Prof. Klaus Loenhart waren ökologische Themen in der „Architektur- und Landschaftsplanung“ präsent. Nebenbei erwähnt, interessiere ich mich für daoistische uns ganzheitliche Sichtweisen auf unsere Welt.

Passivhaus, Biogasgewinnung, Vertical-Farming, Biologische Landwirtschaft waren bald „en vogue“ geworden. Persönlich konnte ich schon früh Wissen zu Passivhausplanung in diversen Architekturbüros aneignen. Gegenwärtig, und nachdem ich längere Zeit in einem Passivhaus gewohnt habe, relativiert sich meine Euphorie für das Passivhaus. Die Problematik der geringen Luftfeuchte durch kontrollierte Wohnraumlüftung hat meine Atemwege ausgetrocknet und ich bin öfter erkrankt. Auch der hohe Material- und graue Energieaufwand sprechen nicht für ein nachhaltiges Konzept. Ich verfolge ein angemesseneres und ressourcenschonenderes Bauen.

Unsere Architekt

Christoph Wiesmayr bei der Arbeit

 

Nach dem Studium wollte ich meinen Weg als „Grüner Architekt“ fortführen. Dabei war es mir wichtig, nicht oberflächlich zu arbeiten. Schöne grüne Renderbilder, also gefakte Architekturen zu erzeugen, die am Ende nur fürs Auge, und schlussendlich (meist aus Kostengründen) nie realisiert werden. Wie es leider oft der Fall ist. Ich wollte meine Sache ernst nehmen und wissen wie es funktioniert. Darum habe ich mich bald mit diversen autarken Energiesystemen beschäftigt. Habe kleine Aquaponicanlagen, oder auch eine begrünte Wand für ein Asialokal selbst geplant und gebaut. Weiters habe ich mich intensiv mit Permakultur und Gemüseanbau in Gemeinschaftsgärten beschäftigt. Welche Pflanzen und welche Bewässerungstechniken für den jeweiligen Standort nötig sind, sind für eine richtige Planung relevant. Aktuell beschäftige ich mich nebst meiner Studienassistenz an der Kunstuniversität in Linz (BASEHABITAT), auch persönlich für diverse Bauaufgaben, die intensiver mit Holz- und Lehmbau zu tun haben. Hier gibt es noch enormes Entwicklungspotential. Lehm und Holz ergänzen sich besonders gut für ein behaglicheres Raumklima.

Wie denkst du über Wohnraum? Wie sieht der ideale Wohnraum für dich aus. Aktuell gibt es immer wieder Diskussionen wie viel Wohnraum man wirklich zum Leben braucht und ständig poppen neue Projekte mit Alternativen auf.

In Zeiten wo sich die Schere zwischen Reich und Arm weiter aufspannt, fehlen noch die richtigen Lösungen und flächendeckende Angebote für jene, die nicht in Besitz von Immobilienkapital sind. Das aktuelle System klammert sich noch zu sehr an tradierte Muster. Besonders Banken halten immer noch das Bild vom „Einfamilienhaus im Grünen“ hoch und geben sich als die Wohnbauexperten aus. Und jeder möchte sein Heim so bauen wie Hermann Maier. Und so sieht auch unsere Umwelt aus! Resultat sind überschuldete und zerstörte Familienstrukturen, Landschaftsverschandelung und -Versiegelung auf „hohem Niveau“, enormer Flächenverbrauch, ausgestorbene Stadtkerne und die Tristesse am Land hat Einzug gehalten.

Wie ich beobachte haben es Co-housingprojekte schwer in die Gänge zu kommen, weil Flächenwidmung und politische- wie auch wirtschaftliche Interessen oft dagegen halten. Es gibt nur wenige Beispiele wo es klappt. Pioniere wie etwa Eilfried Huth in den 60er Jahren mit seinen partizipativen Wohnbauprojekten, oder Fritz Matzinger´s „nachbarschaftliche Wohnprojekte“ sowie die „Sargfabrik“ in Wien sind tolle Referenzen, auf die man weiter aufbauen sollte. Aber es braucht dazu mutige und ausdauernde Klienten sowie Architekten. Aktuell ist das Projekt „Willy*Fred“ auch schon über die Linzer Stadtgrenzen bekannt geworden, dabei konnte man eine Immobilie „vom Markt“ abkaufen und für lange Zeit leistbare Mieten für die Bewohner sicherstellen.

Wie viel kann man wirklich mit Architektur gegen die globale Klimaerwärmung beitragen? Was gibt es zu bedenken? Und welche Maßnahmen können gesetzt werden?

Fassaden und Dachbegrünung – kühlt das Haus ohne technischen Mehraufwand! Grünraumressourcen erhalten und schonen. Kein Polystyrol als Dämmung verwenden! Kurze Wege; Arbeiten dort, wo man wohnt. Geringes und optimiertes Raumvolumen schaffen. Gemeinschaftswohnformen attraktiv gestalten! Alternative Versorgungssysteme; autarke Trinkwasser und Abwassersysteme. Mit aktuellen Baugesetzen leider ein schwieriges Unterfangen. Optimale Nachnutzung von Bestand!

Es reicht nicht nur ein paar Solarzellen an sein Haus zu kleben. Less is more! Die wertvolle Humusschicht beim Hausbau nicht entsorgen lassen! Überlegen ob ein Keller oder ein Walmdach wirklich nötig ist. Beton- und Asphaltierungsmaßnahmen reduzieren, bzw. vermeiden! Eingeschoßige Megalogistikobjekte am Land vermeiden. Biomärkte mit Lebensmittelanbauflächen am Dach entwickeln! ….. die Liste ist lang!

Was würdest du zum Thema Baustoffe sagen, auch bei unserem Projekt hast du uns ja immer empfohlen auf natürliche Baustoffe zurück zugreifen. Vielleicht kannst du dazu etwas sagen?

Was mir wichtig ist: Ökologisch bauen hat mit „Hippiearchitektur“ nichts mehr am Hut. Leben in beengten und miefigen Wohnwägen, insektenbefallene Wände, aufwendige Strohballenkonstruktionen sind für mich Geschichte. Wir sind mittlerweile längst technologisch um viele Schritte weiter. Bei Lehm, Holz, und Stroh gibt es neue, leichtere und sinnvolle Einsatzmöglichkeiten. Weiters bin ich ein Verfechter von „LOW-TECH“. Gegenwärtig wird das „Smart-Home“ Konzept als zukunftsweisend proklamiert. Jedoch glaube ich, dass wir uns als mündige Menschen nicht zu sehr von technischen Hilfsmitteln abhängig machen müssen. Ich setze bei meinen Klientinnen schon frühzeitig an, sich die grundsätzliche Fragen zu stellen. Besonders bei eurem Projekt in St. Gotthard finde ich es höchst sympathisch, den Grundanforderungen des „Wohnens“ nachzugehen.

Leute wie ihr, die sich intensiv mit ökologischen Bauen und aktuellen Entwicklungen interessieren sind mir ein Geschenk. Bei einem Punkt waren wir völlig d'accord; dass wir keine Styropordämmung verwenden werden. Das Bauen mit „WDV“ (Wärmedämmverbundsystem) auf Mineral-Erdölbasis (EPS, XPS... udgl.) sehe ich als Verbrechen an unsere Nach- und Umwelt!
Ihr habt euch lange Zeit intensiv über Strohballenbauweise informiert und damit befasst. Stroh als ein Urprodukt, das regional anfällt, sinnvoll einzusetzen war ein Grundanliegen von euch. Das ich natürlich voll unterstütze. Jedoch gibt es dabei logistische und technische Schwierigkeiten mit den sehr voluminösen und schweren Strohballen auf einem kleinen Grundstück zurechtzukommen. Zum Glück seid ihr dann auf ISO-Stroh Einblasdämmung gekommen. Diese weiterentwickelte Nutzform aus 100% Strohdämmung ist für mich zukunftsweisend und würde ich gerne für weitere Projekte einsetzen.

Zudem habt ihr euch für eine autonome Heizform entschieden. Mit Holz zu heizen ist nichts Verwerfliches, wenn man es nur sinnvoll und effektiv einsetzt. Andrea hat eine Allergie und dabei ist ein Kachelofen mit schlichtem Retrodesign die absolut richtige Lösung für euch. Ich habe euer Haus bewusst kompakt gehalten und den Ofen zentral platziert, sodass alle Wohnräume direkt oder indirekt beheizt werden. Das Schöne an Kachelöfen ist, dass er Wärme für längere Zeit speichert und für ein angenehmes Wohnraumklima sorgt, als vergleichsweise ein schlichter Holzstückofen mit höherem Masseverbrauch oder eine Fußbodenheizung, die das Staubproblem fördert. Also hat eure Heizung auch einen geringeren CO2 Ausstoß. Mit Holz zu heizen ist unter anderem ein höchst archaisches, elementares, sinnliches, sowie bewusstes Erlebnis. Man weiß einfach wo es herkommt. Im Gegensatz zu Gas aus irgendeiner Leitung. Falls nötig, ist ein zusätzliches Aufrüsten mit Photovoltaik ja immer noch möglich.

Eine Frage auch noch zu unserem Projekt. Unser Anspruch war es ja ein möglichst nachhaltiges Haus zu planen, immer aber mit dem Gedanken an die Budget Frage. Wie bist du an das Ganze herangegangen?

Nachhaltigkeit ist für mich mittlerweile zu einer beliebigen Floskel geworden. Für mich ist es eher die Summe von Entscheidungsprozessen die zu einer Nachhaltigkeit führen können. Wie zuvor schon erwähnt, hab ich euer Haus sehr platzsparend auf 104 Quadratmeter Nutzfläche konzipiert. Es gibt auch keinen Keller und keine unnötig aufwendigen Hangsteinmauern. Die Herausforderung im Entwurf war euer Haus optimal ohne große Erdarbeiten in schwieriger Hanglage zu platzieren. Das Grundstück mit bis zu 50% Gefälle und Gegengefälle war schwierig in den Griff zu bekommen. Ich habe dafür extra ein Arbeitsmodell und eine 3D Simulation angefertigt, um zu sehen, wie es sich mit dem Verschneiden der Ebenen verhält. Die Ausrichtung nach Süden mit Blick auf die Voralpen, mit konstruktivem Sonnenschutz lag auf der Hand. Meine Idee war es von der Zufahrtsstraße aus parken zu können und direkten Zugang zu den Wohnräumen zu ermöglichen. Prinzipiell hab ich das Haus als auskragende Holzschatulle auf Metallstützen mit minimalem Fundamentaufwand konzipiert. Ein Bodengutachten wegen „Feststoffverlagerung am Hang“ und die Vorstatik waren für die weitere Planung unerlässlich. Der Erdaushub wird vor Ort weiterverwendet und Regenwasser wird für den Garten gesammelt. Ich freue mich schon wenn es endlich los geht und wünsche Euch alles Gute für die Bauphase!

Danke lieber Christoph für deine Antworten!

Wie es mit der Detailplanung, Statik usw. weiterging, die von DPM Holzdesign mit größter Profession ausgeführt wurde, lassen wir euch bald in einem weiteren Artikel wissen.

Bis dahin alles Gute und bis bald!


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24. Juli 20181 Kommentar

Strohbauplatte – Interview iStraw

Für unseren Wandaufbau im Innenraum haben wir einen tollen Partner gefunden – iStraw. Was die Strohbauplatte so zu bieten hat gibts hier zu lesen.

Strohbauplatte, Einblasdämmung

Anstelle von herkömmlichen Gipskartonplatten die oft ein unbehagliches Raumklima verursachen, haben wir für uns die Strohbauplatten von iStraw entdeckt. Die Gelegenheit haben wir gleich genutzt um ein exklusives Interview mit dem Inhaber Marcel Burgstaller von iStraw zu führen. Dieser ist für den Vertrieb und die Weiterentwicklung der Strohbauplatten zuständig. 

Mal sehen was er so zu sagen hat:

Hallo Marcel, erzähl uns doch mal wer du bist und was genau iStraw ist?

Wer ich bin? (lacht). Ich bin Stahlbetonbauer, Bautechniker und Innovationsmanager. Selbst würde ich mich nicht als den klassischen Öko bezeichnen. Ich finde es einfach gut und vor allem wichtig mit einem nachhaltigen Anspruch an ein Bauvorhaben heranzutreten. Ökologische Baustoffe müssen in einem konventionellen Baufeld funktionieren und massenhaft Verwendung finden um eine positive Wirkung auf unsere Umwelt zu haben. Projektlösungen sollten sich an der baulichen Realität orientieren, ansonsten werden diese niemals eine große Verbreitung finden.

Bei iStraw - Stroh in Bestform entwickeln und vertreiben wir zusammen mit Kooperationspartnern Baulösungen auf Basis von Stroh. Mit dem Ziel eine breite Masse mit unseren Produkten zu erreichen. Das schaffen wir wiederum durch leichte Verarbeitbarkeit und sichere Verfügbarkeit unserer Produkte.

Wie kam der Gedanke, dass du dich genau auf Stroh spezialisierst?

Ganz einfach: Stroh ist einer der nachhaltigsten und am weitesten verfügbaren Rohstoffe überhaupt. Aufgrund der geringen Anwendungsmöglichkeiten bleibt viel Stroh bei der Ernte übrig, bei dem man nicht so genau weiß, was man damit anfangen soll. Da im Baubereich große Mengen benötigt werden liegt der Einsatz von Stroh also nahe.

Kommen wir zur Strohbauplatte. Du hast es dir also zur Aufgabe gemacht als exklusiver Vertriebspartner diese in einem konventionellen Baufeld zu platzieren?

Ganz genau. Im Zuge eines ökologischen Bauprojektes 2006 habe ich diese entdeckt, bzw. fand ich bereits im Vorfeld die Anwendung von Strohbauplatten sinnvoll. Als Ersatz für die Gipsplatte sprechen gleich zwei wichtige Punkte für den Einsatz der Strohbauplatten. Gips sorgt oft für ein unbehagliches Raumluftklima und sorgt für große Probleme in der Entsorgung. Diese können durch eine komplett ökologische Lösung mit den Strohbauplatten ausgeschlossen werden.

Da drängen sich gleich mehrere Fragen auf. Du meintest gerade du kanntest die Strohbauplatten schon vor dem Bauprojekt 2006. Wie lange gibt es diese bereits?

Die Strohbauplatten gibt es mittlerweile richtig lange. Sie wurden ca. um 1930 in Schweden entwickelt. Aufgrund der geringen Holzbestände in England wurden die Strohbauplatten im sozialen Wohnungsbau oder für Schulen in England massenhaft verarbeitet. Erst in den 60er Jahren wurden sie von Gipskartonplatten weitestgehend verdrängt.

Die Strohbauplatte die iStraw vertreibt, wird von der Firma Ekopanely in der Tschechien produziert und exklusiv von uns als Vertriebspartner vermittelt.

Du hast auch die Raumluft angesprochen, was hat es damit auf sich? Welchen Mehrwert gibt die Strohbauplatte?

Bei den Strohbauplatten verhält es sich durch die organische Faserstruktur so, dass sie durch ihr Sorbtionsverhalten eine sehr positive Raumluftwirkung erzeugt und zudem auch sehr gut den Schall dämmt. Mehrere Studien konnten belegen, dass die Strohbauplatten durch das gute Sorbtionsverhalten die Raumluftfeuchte positiv beeinflussen.

Ist die Strohbauplatte zu 100% abbaubar?

Kann man so sagen. Der Klebstoff mit dem diese nur im äußeren Bereich verklebt wird macht nur ein Prozent des Produktes aus. Als Klebstoff wird Weißleim verwendet, wobei nach dem Pressen der Platte keinerlei Emissionen nachweisbar sind. Beim Innenleben der Platten handelt es sich ausschließlich um verpresstes Stroh.

Wie sieht es mit der Verarbeitung der Strohbauplatten aus? Sind diese leicht zu verbauen? Kann einfach wie gewohnt verputzt werden?

Der Einbau der Platte ist sehr einfach und ist auf jeden Fall durch Laien möglich. Die Strohbauplatten sind mit den meisten Maschinen leicht zu bearbeiten und können einfach auf die gewünschte Größe in Form geschnitten werden. Eine technische Dokumentation gibt es außerdem auf unserer Website und in Kürze wird es dazu auch Videomaterial geben. Ebenso einfach verhält es sich mit dem Verputzen. Die Strohbauplatte kann mit allen gängigen Oberflächenmaterialien bearbeitet werden. Hier besteht kein Unterschied zu Gipskarton.

Wie verhält es sich im Vergleich zu Gipskartonplatten mit den Kosten?

Die Strohbauplatten als solche sind an sich etwas teurer. Die Verarbeitung jedoch ist wesentlich schneller und einfacher durchzuführen. Dadurch liegen die Strohbauplatten mit vergleichbaren Gipskartonplatten in einem entsprechenden Kostenbereich.

Zum Abschluss noch eine Frage die zwar zum Teil schon beantwortet wurde: Was sind die Vorteile von Strohbauplatten?

Sie sind ökologisch, haben besonders gute Schalldämmeigenschaften und keinerlei Auswirkung auf die Umwelt. Die Strohbauplatten können ohne Probleme entsorgt, ja sogar kompostiert werden. Sie enthalten nur einen sehr geringen Anteil an Klebstoff der nur für die Decklage verwendet wird. Der Kern selbst ist nur gepresst. Durch die individuelle Konfiguration auf die Baustellenanforderung hin ist der Einbau schnell und einfach realisierbar. Ich bekomme oft die Frage gestellt wie es mit dem Brandverhalten aussieht. An diesem Punkt kann ich jedoch alle Befürchtungen verneinen, da es sich durch die Verdichtung im Grunde selbst schützt und dem Feuer ein hoher Widerstand entgegensetzt wird.

Vielen Dank für das nette Interview. Falls du noch abschließend etwas anmerken möchtest sehr gerne. Ansonsten freuen wir uns schon, wenn die Platte im September in unserem Haus zum Einsatz kommt.

Die Strohbauplatte ist auf jeden Fall ein Produkt für Menschen die bewusst leben und innerhalb eines vorzüglichen Raumluftklimas wohnen wollen. Der Schutz der Umwelt ist ein wichtiger Aspekt, jedoch ist für die meisten Menschen ein behagliches Wohnumfeld DER entscheidende Faktor für den Einsatz eines bestimmten Baumaterials. Wer sich also besonders wohlfühlen will in den eigenen vier Wänden dem kann ich unsere Strohbauplatten sehr ans Herzen legen.

zur iStraw Website


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3. Juni 2018Keine Kommentare

Unser Weg zum Einreichplan.

Vom ersten Besuch bei der Gemeinde bis zur Bewilligung unseres Bauvorhabens. Welche Hürden es zu bewältigen galt, gibt´s in diesem Artikel zu lesen.

Gut Ding braucht Weile. Das haben wir im Verlauf des letzten Jahres nur zu gut gelernt. Von der Idee zum Einreichplan:

Unser ganz spezielles Grundstück

Wie bereits in Bauen MIT dem Hang erzählt, haben wir ein recht spezielles Grundstück ins Herz geschlossen.

Unser Weg zum Einreichplan. Der erste Besuch bei der Gemeinde

Zu allererst, noch bevor wir das Grundstück gekauft haben, gingen wir zur Gemeinde. Um gemeinsam mit unserem Architekten unser Bauvorhaben zu präsentieren. Mit einer Idee in der Tasche, standen wir erstmals vor einer Barriere. Zwar gilt in Rottenegg keine Bauordnung, aber dennoch gab es einige Problemchen mit unserem Vorhaben. Der Bürgermeister war etwas irritiert von unseren Piloten (Stelzenbauweise, in unserem Fall mit I-Trägern aus feuerverzinktem Stahl). Beim ersten Treffen hatten wir ein paar Skizzen unseres Vorhabens eingepackt und ein einige andere Projektbeispiele zum Verständnis. Nicht genug für die Bausachverständige und den Bürgermeister. Es reichte also nicht für ein erstes OK aus.

Plan zeichnen. Ja oder Nein?

Also gut, wir standen vor der Frage, ob wir einen Plan bei unserem Architekten zeichnen lassen sollten oder nicht. Mit dem Risiko, dass a) unser Grundstück von jemand anderem gekauft wird und b) der Entwurf abgelehnt wird. Was natürlich auch einen Kostenaufwand bedeutete. Bei einem recht netten Treffen mit dem Besitzer des Grundstücks haben wir zum Glück die Zusage bekommen, dass er diesen für einige Wochen reserviert. Puh, erste Hürde geschafft. Naja, wir haben uns entschieden das Risiko mit dem Plan auf uns zu nehmen. Da das Grundstück allerdings ein extremes Gefälle aufweist und äußerst einzigartig ist, wäre der Plan mit hoher Wahrscheinlichkeit nur schwer auf ein anderes Fleckchen Erde anwendbar. Aber gut, wir sind ja immer sehr optimistisch gestimmt :).

Der erste Entwurf

Ein paar Wochen später, mit dem fertigen Entwurf und einem Modell in Händen standen wir wieder vor den Türen der Gemeinde. Diesmal mit einer recht ausgeklügelten und ausgefeilten Präsentation. Im Büro der Bausachverständigen angelangt, zeigten wir ihr unser Projekt und wurden noch auf einige Dinge hingewiesen. Diese sollten bei der Planerstellung nochmal beachtet werden. Im Grunde genommen handelte es sich jedoch um Kleinigkeiten. Wie etwa zu wenig Lichteinfall im Kinderzimmer, der fehlende Energieausweis (noch ein Kostenaufwand), der garantiert, dass auch alle Räume ausreichend beheizt werden, da wir lediglich einen Grundofen geplant haben. Sowie einige kleine Details. Leider gibt es dazu keine pauschalen Vorschriften, diese können (auf jeden Fall in Österreich, und auch von Bundesland zu Bundesland verschieden), von Gemeinde zu Gemeinde variieren.  Kurzum gingen wir wieder nach Hause und mussten die Änderungen einarbeiten lassen. Ein paar Tage später folgte noch der Anruf vom Bürgermeister, der ein weiteres Problem gefunden hatte. Sein Bedenken richtete sich auf die Fläche unter dem Haus, da dort wahrscheinlich keine Wiese wirklich gut wachsen wird, aufgrund des ausfallenden Lichteinfalls. Wir sind diesem Problem entgegengekommen in dem wir die Fläche unter dem Haus mit Kies bedecken werden und somit war das Bedenken beseitig. Puh!

Einstweilen sind einige Wochen vergangen und wir mussten uns entscheiden ob wir das Grundstück nun kaufen wollen oder nicht. Ein weiterer Interessent hatte nämlich bereits ein Angebot hinterlegt. Jap, wir standen vor einer schweren Entscheidung. Natürlich hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch kein finales OK. Wir entschieden uns dazu das Grundstück zu kaufen, in der Hoffnung dass wir eine positive Rückmeldung bei der Gemeinde bekommen werden. Ich sagte ja, wir sind zwei Optimisten – Zum Glück muss man sagen.

Anlauf Nummer drei, ein weiteres Mal bei der Bausachverständigen. Alle Änderungen eingearbeitet und das Anliegen des Bürgermeisters rund um die nicht wachsende Wiese berücksichtigt, versuchten wir wieder unser Glück. Diesmal war das Gespräch recht positiv und nach einer Woche flatterte auch der Brief in den Postkasten, dass bis auf die Unterschriften der Nachbarn alles passt.

Die nächste Herausforderung stand bevor. Innerhalb einer Woche ist es uns aber dann doch gelungen alle fünf Nachbarhäuser zu besuchen um unseren Plan herzuzeigen. Das lief übrigens alles richtig gut, die Nachbar*innen sind alle super nett und hatten keinerlei Einwände zu unserem Plan. Wir bekamen sogar eine leckere Jause bei einer Nachbarin. Juhuuu.

Eine Odyssee. Endlich geschafft!

Das war´s also! Unser Weg zum Einreichplan ist gegangen. Jippiee. Mittlerweile ist der Einreichplan von allen Parteien abgesegnet und gestempelt. Nach unzähligen E-Mails, Telefonaten und einigen Treffen war alles erledigt. An Tipps können wir nur geben, dass man oftmals sehr viel mehr Zeit einplanen sollte mit solch bürokratischen Dingen. Und ein Hallo bei den Nachbar*innen ist immer zu empfehlen, immerhin wohnen diese gleich nebenan, sollte es da Spannungen geben, wäre es für uns wirklich noch mal zum Überdenken gekommen.

Jedenfalls war es das ganze Bemühen wert. Jetzt stehen wir kurz vor dem Baustart im August 2018 und freuen uns riesig auf unser Projekt!


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3. Juni 2018Keine Kommentare

Stroh brennt. Nicht!

Heute gibt’s ein paar Hard Facts über unsere Dämmung und das Brandverhalten.

Hallo ihr Lieben, wir haben in letzter Zeit einige Nachrichten und Nachfragen zum Brandverhalten und der Brandgefahr unserer Dämmung (ISO-Stroh) bekommen. Wie leicht Stroh brennt, erfährst du in diesem Beitrag.

Stroh brennt. Nicht!

Die Vorurteile, dass Stroh leicht brennt sind natürlich total verständlich. Beim Gedanken an trockenes Stroh in Kombination mit einer Feuerquelle, da wird es einem schnell mal mulmig zumute. Nichtsdestotrotz können wir dich in diesem Belangen auf jeden Fall beruhigen.

Weniger Brandgefahr, als bei vergleichbare organische Produkte

Stroh in der Form, wie ISO-Stroh es zur Verfügung stellt, ist sogar weniger Brand gefährdet als vergleichbare organische Produkte. Warum aber ist das so? Weizenstroh an sich verfügt über einen sehr hohen Mineral- und Silikatgehalt, was den Branddurchgang schonmal um ein Vielfaches erschwert. Sollte es dennoch zu einem Brand kommen, bildet sich eine ganz natürliche Kohleschicht. Diese wiederum schirmt das darunter liegende Stroh vor der Hitze ab und isoliert. Somit wird die Struktur des Gebäudes auf ganz natürlichem Wege vor Feuer und Brand geschützt. Ganz ohne den Zusatz von Chemikalien oder Brandhemmern. Weiters glimmt Stroh nur kurz nach und es können keine Glutnester entstehen, was einen Brand im Falle eines Falles leichter löschbar machen würde.

Warum ISO-Stroh für unsere Dämmung?

Ein wesentlicher Punkt bei der Entscheidung für die richtige Dämmung war, dass das Material soweit wie möglich unbehandelt ist. Immerhin füllen wir es in unsere Wände, und atmen täglich die Luft ein und aus die sich in den Räumen sammelt. Da sind wir wie es der Zufall so will auch schnell auf ISO-Stroh gestoßen, die mittlerweile als kompetenter Partner an unserer Seite stehen und uns in Sachen Hausbau bestens beraten. ISO-Stroh hat einen besonderen Hitze und Kälte Schutz und ist einer der natürlichsten Baustoffe, die es zurzeit am Markt gibt.

Das Brandverhalten von ISO-Stroh im Test

Wir haben euch zur visuellen Bestätigung auch noch ein Video eines Brandversuches angehängt, wo die vorhin beschriebenen Eigenschaften von Stroh recht gut sichtbar sind.

Viel Spaß beim Anschauen und bis bald.


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