Vom ersten Besuch bei der Gemeinde bis zur Bewilligung unseres Bauvorhabens. Welche Hürden es zu bewältigen galt, gibt´s in diesem Artikel zu lesen.

Gut Ding braucht Weile. Das haben wir im Verlauf des letzten Jahres nur zu gut gelernt. Von der Idee zum Einreichplan:

Unser ganz spezielles Grundstück

Wie bereits in Bauen MIT dem Hang erzählt, haben wir ein recht spezielles Grundstück ins Herz geschlossen.

Unser Weg zum Einreichplan. Der erste Besuch bei der Gemeinde

Zu allererst, noch bevor wir das Grundstück gekauft haben, gingen wir zur Gemeinde. Um gemeinsam mit unserem Architekten unser Bauvorhaben zu präsentieren. Mit einer Idee in der Tasche, standen wir erstmals vor einer Barriere. Zwar gilt in Rottenegg keine Bauordnung, aber dennoch gab es einige Problemchen mit unserem Vorhaben. Der Bürgermeister war etwas irritiert von unseren Piloten (Stelzenbauweise, in unserem Fall mit I-Trägern aus feuerverzinktem Stahl). Beim ersten Treffen hatten wir ein paar Skizzen unseres Vorhabens eingepackt und ein einige andere Projektbeispiele zum Verständnis. Nicht genug für die Bausachverständige und den Bürgermeister. Es reichte also nicht für ein erstes OK aus.

Plan zeichnen. Ja oder Nein?

Also gut, wir standen vor der Frage, ob wir einen Plan bei unserem Architekten zeichnen lassen sollten oder nicht. Mit dem Risiko, dass a) unser Grundstück von jemand anderem gekauft wird und b) der Entwurf abgelehnt wird. Was natürlich auch einen Kostenaufwand bedeutete. Bei einem recht netten Treffen mit dem Besitzer des Grundstücks haben wir zum Glück die Zusage bekommen, dass er diesen für einige Wochen reserviert. Puh, erste Hürde geschafft. Naja, wir haben uns entschieden das Risiko mit dem Plan auf uns zu nehmen. Da das Grundstück allerdings ein extremes Gefälle aufweist und äußerst einzigartig ist, wäre der Plan mit hoher Wahrscheinlichkeit nur schwer auf ein anderes Fleckchen Erde anwendbar. Aber gut, wir sind ja immer sehr optimistisch gestimmt :).

Der erste Entwurf

Ein paar Wochen später, mit dem fertigen Entwurf und einem Modell in Händen standen wir wieder vor den Türen der Gemeinde. Diesmal mit einer recht ausgeklügelten und ausgefeilten Präsentation. Im Büro der Bausachverständigen angelangt, zeigten wir ihr unser Projekt und wurden noch auf einige Dinge hingewiesen. Diese sollten bei der Planerstellung nochmal beachtet werden. Im Grunde genommen handelte es sich jedoch um Kleinigkeiten. Wie etwa zu wenig Lichteinfall im Kinderzimmer, der fehlende Energieausweis (noch ein Kostenaufwand), der garantiert, dass auch alle Räume ausreichend beheizt werden, da wir lediglich einen Grundofen geplant haben. Sowie einige kleine Details. Leider gibt es dazu keine pauschalen Vorschriften, diese können (auf jeden Fall in Österreich, und auch von Bundesland zu Bundesland verschieden), von Gemeinde zu Gemeinde variieren.  Kurzum gingen wir wieder nach Hause und mussten die Änderungen einarbeiten lassen. Ein paar Tage später folgte noch der Anruf vom Bürgermeister, der ein weiteres Problem gefunden hatte. Sein Bedenken richtete sich auf die Fläche unter dem Haus, da dort wahrscheinlich keine Wiese wirklich gut wachsen wird, aufgrund des ausfallenden Lichteinfalls. Wir sind diesem Problem entgegengekommen in dem wir die Fläche unter dem Haus mit Kies bedecken werden und somit war das Bedenken beseitig. Puh!

Einstweilen sind einige Wochen vergangen und wir mussten uns entscheiden ob wir das Grundstück nun kaufen wollen oder nicht. Ein weiterer Interessent hatte nämlich bereits ein Angebot hinterlegt. Jap, wir standen vor einer schweren Entscheidung. Natürlich hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch kein finales OK. Wir entschieden uns dazu das Grundstück zu kaufen, in der Hoffnung dass wir eine positive Rückmeldung bei der Gemeinde bekommen werden. Ich sagte ja, wir sind zwei Optimisten – Zum Glück muss man sagen.

Anlauf Nummer drei, ein weiteres Mal bei der Bausachverständigen. Alle Änderungen eingearbeitet und das Anliegen des Bürgermeisters rund um die nicht wachsende Wiese berücksichtigt, versuchten wir wieder unser Glück. Diesmal war das Gespräch recht positiv und nach einer Woche flatterte auch der Brief in den Postkasten, dass bis auf die Unterschriften der Nachbarn alles passt.

Die nächste Herausforderung stand bevor. Innerhalb einer Woche ist es uns aber dann doch gelungen alle fünf Nachbarhäuser zu besuchen um unseren Plan herzuzeigen. Das lief übrigens alles richtig gut, die Nachbar*innen sind alle super nett und hatten keinerlei Einwände zu unserem Plan. Wir bekamen sogar eine leckere Jause bei einer Nachbarin. Juhuuu.

Eine Odyssee. Endlich geschafft!

Das war´s also! Unser Weg zum Einreichplan ist gegangen. Jippiee. Mittlerweile ist der Einreichplan von allen Parteien abgesegnet und gestempelt. Nach unzähligen E-Mails, Telefonaten und einigen Treffen war alles erledigt. An Tipps können wir nur geben, dass man oftmals sehr viel mehr Zeit einplanen sollte mit solch bürokratischen Dingen. Und ein Hallo bei den Nachbar*innen ist immer zu empfehlen, immerhin wohnen diese gleich nebenan, sollte es da Spannungen geben, wäre es für uns wirklich noch mal zum Überdenken gekommen.

Jedenfalls war es das ganze Bemühen wert. Jetzt stehen wir kurz vor dem Baustart im August 2018 und freuen uns riesig auf unser Projekt!


das könnte dich auch Interessieren: