22. April 2020Keine Kommentare

Das Herzstück unseres Öko-Häuschens: Der Kachelofen

Unser Kachelofen. Handgemachte Keramik aus der Region und unser zentrales Heizsystem

Unser Kachelofen: Immer wieder ein schönes Thema. In diesem Beitrag möchte ich unser Herzstück des Hauses jedoch etwas näher vorstellen. Dieser Beitrag umfasst zum Einen die Entscheidung für genau dieses Heizsystem, bringt Infos zum Thema CO2 Neutralität und Schadstoffe und soll generell einen kleinen Einblick auf unserem Weg zum Kachelofen geben.

Unser Kachelofen – definitiv das Herzstück des Hauses

Alles auf Anfang: Vom Grundstück zur Planung

Wo fange ich am besten an? Vielleicht beim Grundstück. Unser Grundstück weist ein starkes Gefälle auf und profitiert von südlicher Ausrichtung. Dahingehend wurde auch unser Haus geplant, um das ganze Jahr über von der natürlichen Sonnenenergie zu profitieren. So ist das Haus südlich ausgerichtet. Das Dach ist so ausgeführt, dass in den Wintermonaten die Sonne den gesamten Wohnbereich erfüllt und wärmt und im Sommer draußen bleibt. Da die Sonne im Sommer viel höher am Himmel steht, scheint diese in den heißesten Monaten im Jahr überhaupt nicht durch die Fenster. Der Wohnraum bleibt somit auch ohne zusätzliche Kühlung schön angenehm kühl. Die natürlichen Materialien an unseren Wänden unterstützen diese Kühlung zusätzlich.

Man kann das richtig schön beobachten, wie sich der Sonneneinfall von Woche zu Woche verändert, sobald die Sommermonate anstehen.

Unser Dach ist so ausgerichtet, das in den kalten Wintermonaten die Sonne den Wohnraum erfüllt und im Sommer draußen bleibt, damit der Wohnraum kühl bleibt

Der Kachelofen – unser zentrales Heizsystem

Aufgrund der idealen Nutzung von Sonnenenergie müssen wir vergleichsweise sehr wenig heizen. Klar, im Winter muss natürlich schon eingeheizt werden, an einem sonnigen Tag jedoch, müssen wir selbst im Winter nicht heizen. Ich denke gerade an den Jahreswechsel zurück, in dieser Zeit mussten wir fast eine Woche lang kein Holzscheit in den Ofen legen.

Der zentral platzierte Kachelofen ist unser alleiniges Heizsystem

Warum aber nun ein Kachelofen? Zum einen wollten wir ein Heizsystem, das besonders viel Autarkie mit sich bringt, zum anderen war auch der Wunsch nach einem Kachelofen schon immer in unserem Kopf. Zumindest ab dem Zeitpunkt wir uns mit dem Hausbau beschäftigten. Die strahlende Wärme die ein Kachelofen im Winter abgibt und das wohlige Gefühl dazu sind schwer zu übertreffen. Unser Ansatz beim Hausbau war und ist in allen Bereichen der, das alles gut durchdacht und mit Sinn integriert wird. Ein Ofen – nur weil er optisch schön ist – zusätzlich zu einem anderen Heizsystem wäre für uns nicht der richtige Weg gewesen. Nach langem hin und her überlegen, Beratungsgesprächen mit unserem Architekten und unserem Hafner haben wir uns also für einen Kachelofen als alleiniges Heizsystem entschieden.

Der Umweltaspekt beim Heizen mit Holz

Zum Thema Umwelt: Ein Baum filtert Kohlenstoffdioxid aus der Luft, bindet dieses langfristig und gibt wiederum Sauerstoff an die Umgebung ab. Der Baum speichert das CO2 solange, bis das Holz beispielsweise verbrannt wird. Verbaut man das Holz jedoch, bleibt auch das CO2 gebunden und tritt nicht wieder aus und außerdem kann ein neuer Baum wachsen, der erneut CO2 filtert und bindet.

Daher kann man von einer CO2 Neutralität beim Heizen mit Holz sprechen, da das zuvor gebundene CO2 wieder ausgestoßen wird. (Mehr zum Thema Holz als umweltschonender Baustoff findet ihr hier: Holz als Baustoff) Jetzt kommt natürlich gleich das aufblinkende Rufzeichen der Schadstoffe die entstehen.

Der Ofen, so wie dieser bei uns hier steht, ist nicht zu vergleichen mit einem Kanonenofen in einer Berghütte. In diesen wird beim Hüttenurlaub alle paar Stunden ein neues Scheit Holz nachgelegt, die Ofentür wird ständig auf und zu gemacht und oft werden Unmengen an Zeitungspapier und was weiß ich alles in den Ofen geschubst. Natürlich entsteht durch das ständige Aufmachen der Ofentür besonders viel Rauch und Schadstoffe treten in die Raumluft aus. Bei einem Ofen wie wir ihn haben sieht das schon ganz anders aus. Angefangen beim Holz ist das ideal Brennholz aus Buche, diese verbrennt fast rückstandslos und es erzeugt besonders viel Wärme beim Verbrennen. Nach dem Winter haben wir nur ein einziges Mal die Asche aus dem Kachelofen entfernt. Geheizt wird in der Regel einmal täglich, wenn es abends wirklich zu kühl ist, dann kann schon ein zweites Mal geheizt werden. Man muss sich anfangs etwas herantaste und gucken wie viel Holz von der Menge für einmaliges Heizen ausreichend ist und wie man die ideale Wärme erziehlt.

Mit dieser Variante des Heizens entsteht natürlich viel weniger Rauch, der auch nicht in den Wohnraum gelangt, da die Ofentür gleich nach dem Anzünden geschlossen wird. Anfangs entstehen kleine Rauchwölkchen im Ofen, die aber schnell in eine rauchlose Flamme übergehen.

Für alle die gerne mehr zum Thema Feinstaubbelastung wissen möchten, klickt euch doch mal durch die Seite des Österreichischen Kachelofenverbandes dort findet man informative Beiträge und Videos. Hier zum Beispiel ein Video zum Thema Feinstaubbelastung: Wärme aus Holz. Eine saubere Sache.

Tradition und Modernität

Traditionelle Handwerkskunst kombiniert mit moderner Formgebung war unser Ansatz

Was die Optik und die Funktion betrifft, so war die Größe des Kachelofens wichtig, da dieser immerhin das gesamte Haus beheizen soll. Ein Sichtfenster zum Feuer wollten wir unbedingt und dann kam die Frage der Optik hinzu. In alten Bauernstuben findet man ganz oft diese traditionellen grünen Keramikfliesen bei Öfen. Genau so etwas wollten wir auch, nur in eine moderne Formensprache gegossen.

Unser Hafnermeister: Ein
Familienunternehmen aus der Region

Auf der Suche nach einem Hafnermeister der unsere Wünsche realisieren kann, wurden wir schnell fündig. Ein Familienunternehmen aus dem Mühlviertel, gleich ums Eck. Die Familien Anreither war auf Anhieb sympathisch und wir wurden dort sehr gut beraten.

Bei der Firma Anreither aus Lembach eingetroffen, sind wir zuerst ein wenig durch den Schauraum spaziert, wo die Entscheidung zu einem Kachelofen gleich nochmal bestätigt wurde. Im Anschluss wurden wir sehr gut beraten, auch in Hinblick auf den Wunsch nach unseren Retro-Keramik-Fliesen und schon bald durften wir den fertigen Entwurf unseres Ofens in Händen halten.

Vom Plan des Ofens überzeugt, ging es auch gleich darauf mit der Produktion der Keramik los
Jede Kachel ist handgefertigt, hier sieht man wie dieser wirklich per Hand geformt werden
Diesen Aspekt und die Zusammenarbeit mit einem regionalen Familienunternehmen schätzen wir ganz besonders
Hier liegen die einzelnen Kacheln noch ohne Farbe, auch das ist ein weiterer interessanter Arbeitsschritt
Die Kacheln bekommen hier ihre Farbe, von Grün ist hier noch nicht die Rede, denn die Farbe entsteht erst im Brennvorgang
Anhand von Musterfliesen haben wir die passende Farbe für unser Häuschen ausgewählt
Bei der Firma Anreither in Lembach wurde unser Kachelofen handgefertigt und vor Ort aufgebaut

Handgemachte Keramik aus Lembach

Viele Kachelöfen werden mit Fliesen realisiert, um diese Optik zu erzielen, wie wir sie haben wollten, musste gekonnte Handwerkskunst zum Einsatz kommen. Alle Fliesen auf unserem Ofen sind nämlich handgemacht, jede Maserung und jedes Muster, jede Kachel für sich ist einzigartig. Auch hier können alle Farbwünsche erfüllt werden und wir haben uns für genau dieses Grün, anhand von handgemachten Musterfliesen, entschieden.

Der Hannes durfte auf Anfrage sogar bei der Herstellung der Keramikfliesen mit dabei sein und hat fleißig Fotos geknippst. Wie genau das so aussieht, zeige ich euch am besten einfach hier:

Heizen mit einem modernen Kachelofen

Was das Heizen betrifft, so haben wir uns ganz bewusst für diese Methode entschieden, auch mit dem Wissen, dass wir täglich per Hand einheizen müssen. Das war und ist für uns immer noch ein romantischer Gedanke, der auch überhaupt nicht umständlich ist. Wir müssen einfach morgens, bevor wir das Haus verlassen, die Holzscheite stapeln, anzünden, Tür zu und das war´s. Durch das integrierte elektrische Schließsystem wird der Rest selbst erledigt. Alternativ müsste man warten bis eine bestimmte Temperatur im Ofen erreicht wird und diesen Schließvorgang manuell durchführen. Das hätte dann nicht wirklich zu unserem Lebensstil gepasst, weil wir oft in der Früh mal schnell weg müssen. Der Ofen durchläuft verschiedene Heizstufen und schließt automatisch ab einer gewissen Temperatur. Diesen Vorgang technisch zu erklären würde zu weit führen, das Wichtigste ist: Es ist kein Umstand mit dem Einheizen, ganz im Gegenteil und die Effizienz des Ofens wird gesteigert.

Endlich: Ich darf ein Vorher-Nachher Foto machen, das ist nämlich nicht so leicht im Neubau und die seh ich mir immer so gern an bei anderen Projekten. Also: Vorher …
… Nachher. Sieht doch gleich besser aus mit Holz und fertigem Haus rundum 😉

Die Holzlagerung

Unsere Holzlagerung kennt ihr vielleicht bereits. In unserem Eingangsbereich, bei der Zufahrt, ist die gesamte Fassade mit einem "Bilderrahmen" versehen. Dieser ist genau so tief, dass ein genormtes Holzscheit rein passt. Die gesamte Fassade verändert ständig und ganz natürlich ihr Aussehen, wenn das Holz weniger oder wieder aufgefüllt wird. Außerdem ist diese Lösung besonders platzsparend, wir nutzen einfach unsere Hauswand dazu und benötigen keinen extra Holzlagerraum. Wieder einmal nach dem Motto: Form Follows Function.

Eingangsbereich
Unsere durchdachte Holzlagerung ist wie ein Bilderrahmen, der in ständiger Veränderung ist

Das Herzstück des Hauses

Nach mittlerweile fast einem Jahr in unserem Haus (ok nicht ganz ;)) sind wir total zufrieden mit der Entscheidung für den Ofen. Über den Winter hinweg hatten wir es kuschelig warm und es ist einfach DER Platz im Haus, an dem man sich gerne versammelt, wenn es kalt ist. Wir heizen auch unser Badezimmer direkt mit der Wärme des Kachelofens mit. Da sich dieses direkt dahinter befindet. Dort ist ohnehin schon viel mehr Wärme, weil die Trennwand direkt vom Kachelofen die Wärme überträgt. Zusätzlich wurde noch eine kleine Wärmenische zum Bad hin integriert, mittels einem kleinen verstellbaren Gitter gelangt nochmal mehr Wärme ins Badezimmer.

Durch die Wärmenische kommt besser warme Luft ins Badezimmer

Generell ist das gesamte Haus gut beheizbar mit dem Ofen. Was man allerdings schon anmerken muss ist, dass zum Beispiel unsere Innentüren auch besonders wärmedämmend sind, daher ist es im Extra Zimmer oder zukünftigen Kinderzimmer bei geschlossener Tür schon etwas kalt. Wenn dort also mal jemand einzieht kommt vielleicht einfach ein zusätzliches Infrarot Panel an die Wand. Das haben wir bei der Planung zu wenig mit gedacht muss ich gestehen. Aber das betrifft nur diesen einen Raum. Vorraum und Lagerraum müssen zum Beispiel nicht so warm sein, dort passt das sehr gut so. Vorsorgehalber haben wir auch eine Leerverohrung in den Fußboden verlegen lassen. Denn irgendwann wollen wir eine PV Anlage nachrüsten, dann könnte auch mit selbst erzeugtem Strom der Fußboden geheizt werden.

Weiterführende Artikel und Links

. Unser Hafnermeister des Vertrauens: Anreither. Handwerksqualität aus dem Mühlviertel
. Mehr zum Thema Holz: Holz als Baustoff
. Ein älterer Artikel mit einigen anderen Facts zum Thema Kachelofen: Der Winter kann kommen

das könnte dich auch Interessieren:

12. Oktober 2018Keine Kommentare

Autarkie aber wie?

Autarkes Wohnen.

Schritt für Schritt zum autarken Leben. So funktioniert´s:

Bei unserem Hausbau versuchen wir soweit wie möglich einen Fokus auf Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Bebauung zu legen. Das Thema Autarkie ist bei der Planung natürlich nicht an uns vorbei gegangen.

Ein großer Teil an autarken Möglichkeiten stehen aber noch auf unserer Wunschliste. Diese heben wir uns für die kommenden Jahre auf, da leider das Budget so manche Vorstellungen nicht zu lässt. Immerhin haben wir uns schon mal informiert:

Warum autark leben?

Nehmen wir das Wohnen an sich mal näher unter die Lupe: Schnell fällt die persönliche Abhängigkeit von so einigen Dingen auf, die oft als selbstverständlich wahrgenommen werden. Dass der Strom, der aus der Steckdose kommt, oder das frische Trinkwasser aus dem Wasserhahn wo produziert oder geklärt werden muss wird eher selten hinterfragt. Das Thema des unabhängigen Wohnens wird für viele immer präsenter. Autarkie hat schon lange nichts mehr mit einem tristen Einsiedlerleben in Isolation zu tun, sondern vielmehr mit dem bewussten Umgang von Ressourcen und dem Wunsch nach Eigenständigkeit.

Gemeinschaftlich und unabhängig leben!
Die erste autarke Siedlung im Burgenland:

Vor ein paar Wochen durften wir die lieben Leute von Wohnwagon kennen lernen. Diese sind aktuell mit der Planung der ersten völlig autarken Siedlung beschäftigt. Falls du das Sommerfest im September verpasst hast, gibt es hier mehr Infos zur Realisierung der ersten autarken Siedlung. In der aktuellen Wohnwagon-Zentrale in Wien sammeln sich so einige zukunftsträchtige Ideen und Innovationen rund um das Thema Autarkie.

Die Idee vom autarken Wohnen.
Schritt für Schritt in eine unabhängige Richtung:

Ja nach den persönlichen Bedürfnissen kannst du hier und da die ein oder andere autarke Idee in den Wohnraum einfließen lassen. Angefangen bei der Stromversorgung, der Wärme- oder Wasserversorgung (ob Trinkwasseraufbereitung oder Regenwasserspeicher) bis hin zum Genussgarten kannst du dich bestens austoben. Wäre da nur der unendliche Geldfluss. So ist auch bei uns die Idee von absoluter Unabhängigkeit nur Schritt für Schritt realisierbar.

Erste Schritte zur Autarkie

Ein Kachelofen für kalte Wintertage:

Einige Dinge die bei uns aktuell bereits geplant und bald realisiert werden sind zum Beispiel das Heizsystem und die Regenwasseraufbereitung in und rund um unser Haus. Im Winter sorgen wir mit einem zentral platzierten Grundofen für Wärme. Heizen werden wir täglich mit zwei Jahre ausgetrocknetem Holz. Unserer Meinung wenig aufwändig, ja sogar ein recht herzerwärmender Gedanke :). Wir haben uns ganz bewusst gegen ein wasserführendes Modell entschieden, womit auch Warmwasser erzeugt werden könnte, da wir voraussichtlich aufgrund unseres Südhanges und der guten Wärmedämmung durch Stroh recht wenig Heiztage im Jahr erwarten. Für die ersten Jahre werden wir dazu das Wasser mit Strom erwärmen, in naher Zukunft würden wir gerne eine Photovoltaik Anlage realisieren, um unseren eigenen Strom zu erzeugen.

Regenwasseraufbereitung zur Pflanzenversorgung:
Da wir immer begeistert am Garteln sind war schnell klar, dass etwas für das Regenwasser brauchen. Dazu werden wir vorerst auf klassische Regentonnen zurückgreifen, dafür konnten wir schon ein paar alte Holzfässer ergattern. Daraus kann dann Wasser für Gemüse, Früchte und Grünpflanzen bezogen werden. Übrigens sind auch Zimmerpflanzen begeisterte Regenwasserkonsumenten, da es im Vergleich zu oft kalkhaltigem Trinkwasser basisch ist.

Das wars auch schon mit unseren autarken Ansätzen, für die Zukunft gibt es also noch so einiges zu realisieren.

Autarkie im Selbstbauset.

Klein aber fein:
Der sehnsüchtige Gedanke nach einem autarken Leben hängt wie gesagt leider oft mit viel Geld zusammen. Das es auch anders geht zeigt das Team von Wohnwagon, die bekannt sind für ihre völlig autarken Wohnwagon-Konzepte. Diesmal überzeugen sie uns mit einer neuen Idee: Dem Tiny Autarkieset für Tiny Houses, Kleinhäuser und Zirkuswägen.

Was hat es damit auf sich?
Das Tiny Autarkie Set ist für 9.896, 84 Euro erhältlich und bietet einen kostengünstigen und gut durchdachten Einstieg in ein autonomes Leben. Dabei handelt es sich um ein Selbstbauset für kleine Wohnraumkonzepte. Du bekommst einen Baukasten für deine unabhängige und ganzjährige Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser.

So funktioniert die Versorgung:

Auf zum eigenen Strom
  • Der eigene Strom wird mittels einer kleinen aber feinen Photovoltaik-Anlage über die Sonneneinstrahlung bezogen. Diese ist so ausgelegt, dass du sie zukünftig simpel erweitern kannst.

Für die Stromerzeugung wird eine PV-Komplettanlage mit 1080 Wp und 24 Volt verwendet, so kannst du die Solarenergie günstig nutzen, ohne einen öffentlichen Stromanschluss zu benötigen.

So erzeugst du dein warmes Wasser
  • Für dein Warmwasser wird im Sommer mit einem Solarboiler gesorgt, im Winter mit einem Rauchgasboiler. Mit einfacher Installation kannst du mit Sonne und Holz warmes Wasser erzeugen.

Für das Warmwasser in den Sommermonaten wird ein Solarboiler mit 100l verwendet. Ja richtig gehört, der Solarboiler ist Solaranlage und Boiler in einem. Das bedeutet: Der unabhängigen Warmwassererzeugung mit Sonnenleistung steht nichts mehr im Wege. So funktioniert der Boiler im Detail:

  • Das Wasser wird direkt im druckfesten Boiler erhitzt. Dadurch fällt das teure Equipment einer Solaranlage mit Kollektoren einfach vollständig weg. Ein weiterer Speicher ist nicht zwingend notwendig, weil das Wasser dort gespeichert wird, wo es erhitzt wird. Ein Überdruckventil schützt den Boiler und sorgt für den richtigen Druck.
  • Das Wasser wird mit dem Leitungsdruck (ähnlich wie bei E-Boilern) transportiert. Um diesen Druck zu erhalten brauchst du meist eine Druckwasserpumpe im Frischwassersystem.
  • In der kalten Jahreszeit solltest du den Boiler entleeren, um ihn vor Frost zu schützen. Je nach Wetterlage und Wohnort, kannst du mit dem Boiler 6-8 Monate Warmwasser erzeugen. Der Boiler ist isoliert und verliert dadurch in der Nacht nur wenig Wärme.
    Der Aufbau des Boilers ist einfach gehalten – keine elektronischen Komponenten. Dadurch ist er sehr wartungsarm und ideal für den Außenbereich.
Für den Winter ist natürlich auch gesorgt

Für den Winterbetrieb ist ein Rauchgasboiler im Set enthalten. Mit diesem Boiler werden die Rauchgase von deinem Holz- oder Pelletofen zur Warmwassererzeugung genutzt.

Der Anschluss dazu ist ident mit der eines herkömmlichen Heizungs-, Strom- oder Solarboilers. Die Zirkulation des Wassers übernimmt der Wasserdruck. Wenn dieser Druck nicht gegeben ist, benötigst du zusätzlich eine Druckwasserpumpe. Zum Anschließen des Boilers brauchst du lediglich eine Wasserleitung, die in den Boiler führt, und am Warmwasserausgang kannst du das erwärmte Wasser für die Dusche, Waschbecken usw. entnehmen. Der Boiler ist natürlich auch nach den Trinkwasser-Richtlinien gefertigt, damit du das Wasser auch problemlos trinken kannst. Ebenso ist die Installation an Kamin oder Wassernetz relativ einfach.

  • Unserer Meinung am spannendsten ist die Trinkwasseraufbereitung! Mittels Regenwasserfilter wird trinkbares Wasser aufbereitet und in einem Edelstahltank für den Konsum gespeichert. Wirklich Top! Mit einem Regenwasserfilter steht der Frischwasseraufbereitung nichts mehr im Wege. Das Tolle daran: Der Filter reinigt das Wasser ohne dem Zusatz von Chemikalien und ohne Strom.
  • Das anfallende Abwasser wird durch natürliche Prinzipien mit einer Pflanzenkläranlage als Selbstbauset oder mit einem Moosfilter gereinigt.
Trinkwasseraufbereitung vom Feinsten

Zum Klären wird eine Pflanzenkläranlage für Grauwasser für zwei Personen verwendet. Diese Grünkläranlage ist speziell für die Grauwasserreinigung konzipiert. Sie besteht aus einem zweiteiligem Pflanzenbeet, in welche die spezielle Vorreinigung integriert ist. Diese funktioniert durch komplexes Zusammenwirken von Mikroorganismen, Bodenteilen und Pflanzenwurzeln. Das gereinigte Grauwasser fließt in den anschließenden Kontrollschacht. Von diesem kann es in ein Gewässer, die Kanalisation, einem Speicherteich geleitet oder versickert werden. Die Qualität des gereinigten Grauwassers ist weit besser, als das aus üblichen biologischen Kläranlagen.

Das mit Folie abgedichtete Pflanzenbeet ist vollständig mit Schilf bepflanzt und nicht als Kläranlage zu erkennen. Das Grauwasser wird oberflächig auf das Pflanzenbeet aufgebracht und versickert.

Für den plastikfreien Geschmack beim Zähneputzen sorgt der Edelstahl Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 300 Liter. Besonders hervorzuheben sind die flexiblen Anschlüsse, die Wartungsöffnung, sowie die Möglichkeit den Behälter unter Druck (2Bar) zu setzen. Installieren solltest du diesen in horizontaler Lage.

Holzofen mit Kochfunktion und Bio-Toilette

Im Set nicht enthalten sind ein Holzofen mit Kochfunktion sowie eine Bio-Toilette. Beides solltest du am besten individuell für dein Projekt planen und realisieren. Dazu gibt es hier aber zwei spannende und weiterführende Artikel.

Wenn du mehr Details rund um das Thema Autarkie wissen willst, oder du dir noch nähere Informationen zum Tiny Autarkieset einholen willst, bist du beim Wohnwagon Team bestens aufgehoben. Wir haben uns sehr gut beraten gefühlt und vor allem ist das Thema Autarkie für uns etwas greifbarer geworden.

Viel Spaß bei der Ideensammlung zum Thema Autarkie, wie immer freuen wir uns wenn du deine Gedanken mit uns teilt!

Links: www.wohnwagon.at

 

Wohnwagon Website


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3. Juni 20184 Comments

Der Winter kann kommen – Ein Kachelofen für zuhause

Ein wohlig warmes zuhause im Winter ist ein absolutes Muss.

Wir wollen unser zukünftiges zuhause mit einem Kachelofen beheizen, wie das funktioniert erzählen wir dir in diesem Beitrag. Natürlich wie immer mit dem Anspruch einen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen.

Heizen mit einem Kachelofen

Die Frage wie wir unser zukünftiges Haus am besten beheizen, beschäftigt uns nun schon seit längerem. Unser Anspruch ist wie immer möglichst kosteneffizient und nachhaltig unsere vier Wände zukünftig zu beheizen.

Nach einiger Recherchearbeit sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass ein Grundofen die beste Lösung für den geplanten Wohnraum ist. Gemeinsam mit unserem Architekten haben wir lange herum getüftelt. Schließlich haben wir ein Wohnraumkonzept entwickelt, in dem mit einem zentral gelegenen Ofen alle Räume gut beheizt werden können. Ohne zusätzliche Heizkörper und Rohre zu benötigen. Yeah!

Platzierung und Optik

Der Kachelofen wird zentral im offenen Wohn- und Esszimmer platziert. Dem Kuscheln auf der Couch, mit knisterndem Kaminfeuer sollte zukünftig also nichts im Wege stehen.

Optisch soll der Ofen eine moderne Quader Form bekommen, also sehr schlicht. Außen wird der Ofen mit grünen, handgemachten Keramikfliesen bestückt. Durch die Handarbeit und das Brennen der Fliesen, bekommen diese eine individuelle, optische Note. Die Fliesen sehen aber nicht nur edel aus, sondern speichern die Wärme im Verhältnis zu anderen herkömmlichen Fließen viel länger. Ein Sichtfenster darf natürlich nicht fehlen, denn was gibt es Entspannenderes als in einer verschneiten Nacht vor dem Feuer zu sitzen. Oh ja die Vorfreude ist lesbar. Ob wir uns einen Pizzabackofen gönnen wissen wir noch nicht, aber das wird sich bald weisen.

Pro und Kontra für einen Ofen als einziges Heizsystem

Anfangs hatten wir Bedenken ob der Aufwand zu hoch ist, immerhin muss täglich Holz geholt und mehrmals geheizt werden (dachten wir zumindest). Nicht zu vergessen ist auch das jährliche Holz kaufen und stapeln im Außenbereich des Hauses. Die Realität sieht anders aus, wie uns der erste Termin beim Hafnermeister bewies. Die Kachel- und Grundöfen sind in ihrer Entwicklung so weit vorangeschritten, dass dieser in seiner Funktion einmal täglich mit zwei Jahre getrocknetem Holz beheizt werden muss. Und das war´s auch schon, einmal im Jahr wird das Holzlager aufgefüllt, einmal täglich eingeheizt und die Wärme wird bis zu 24 Stunden gespeichert. Durch ein im Ofen integriertes Verschlusssystem, muss auch nach dem Einheizen nicht gewartet werden. Einfach Holz rein, anzünden und schon kann auch das Haus verlassen werden. Das Holz bekommen wir von einem Bauern unmittelbar aus unserer Umgebung direkt nach Hause geliefert und müssen uns nicht um den Transport kümmern.

Die natürlichste Form zu heizen

Wir verzichten auf aufwändige Installationen, die anfällig sind und eventuell nach einigen Jahren kostspielige Reparaturen benötigen. Außerdem gibt ein Kachelofen eine besonders angenehme und wohlige Wärme ab, die in kalten Tagen das Wohnerlebnis aufwertet.

Allergiker geeignet

Zuletzt noch ein nicht unrelevanter Punkt. Ich habe leider mit einer leichten Hausstauballergie zu kämpfen, was in den Wintermonaten immer eine verschnupfte Nase bedeutet, da durch die Heizung die Luft mehr herumgewirbelt wird. Mein erster Gedanke war verständlicherweise, bei einem Kachelofen der, dass der Schnupfen im Winter noch mehr wird. Aber ganz im Gegenteil. Der Kachelofen, so wie wir ihn geplant haben, ist nicht luftführend. Das heißt die Wärme, die dieser abgibt, ist mit einer Art Strahlung vergleichbar. Die Wärme wird vom Ofen abgegeben, in dem dieser sie ausstrahlt, was wiederum zu behaglicher Wärme führt. Anders könnte man den Ofen luftführend bauen, wobei hierbei erhöhte Staubbelastung zu verzeichnen ist.

Vorfreude ist die schönste Freude

Wir sind schon gespannt ob unsere Hunde dann lieber vorm Kachelofen die Nacht verbringen, als bei uns im Schlafzimmer zu schlafen (die Chance auf mehr Platz im Bett - Juhuu). Auf jeden Fall freuen wir uns bereits auf den kommenden Winter dieses Jahr und sind voll motiviert.

Wir halten euch am Laufenden wie es mit unserem Ofen Kauf weitergeht. Einstweilen, bis bald.


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