12. Oktober 2018Keine Kommentare

Autarkie aber wie?

Autarkes Wohnen.

Schritt für Schritt zum autarken Leben. So funktioniert´s:

Bei unserem Hausbau versuchen wir soweit wie möglich einen Fokus auf Nachhaltigkeit und ressourcenschonende Bebauung zu legen. Das Thema Autarkie ist bei der Planung natürlich nicht an uns vorbei gegangen.

Ein großer Teil an autarken Möglichkeiten stehen aber noch auf unserer Wunschliste. Diese heben wir uns für die kommenden Jahre auf, da leider das Budget so manche Vorstellungen nicht zu lässt. Immerhin haben wir uns schon mal informiert:

Warum autark leben?

Nehmen wir das Wohnen an sich mal näher unter die Lupe: Schnell fällt die persönliche Abhängigkeit von so einigen Dingen auf, die oft als selbstverständlich wahrgenommen werden. Dass der Strom, der aus der Steckdose kommt, oder das frische Trinkwasser aus dem Wasserhahn wo produziert oder geklärt werden muss wird eher selten hinterfragt. Das Thema des unabhängigen Wohnens wird für viele immer präsenter. Autarkie hat schon lange nichts mehr mit einem tristen Einsiedlerleben in Isolation zu tun, sondern vielmehr mit dem bewussten Umgang von Ressourcen und dem Wunsch nach Eigenständigkeit.

Gemeinschaftlich und unabhängig leben!
Die erste autarke Siedlung im Burgenland:

Vor ein paar Wochen durften wir die lieben Leute von Wohnwagon kennen lernen. Diese sind aktuell mit der Planung der ersten völlig autarken Siedlung beschäftigt. Falls du das Sommerfest im September verpasst hast, gibt es hier mehr Infos zur Realisierung der ersten autarken Siedlung. In der aktuellen Wohnwagon-Zentrale in Wien sammeln sich so einige zukunftsträchtige Ideen und Innovationen rund um das Thema Autarkie.

Die Idee vom autarken Wohnen.
Schritt für Schritt in eine unabhängige Richtung:

Ja nach den persönlichen Bedürfnissen kannst du hier und da die ein oder andere autarke Idee in den Wohnraum einfließen lassen. Angefangen bei der Stromversorgung, der Wärme- oder Wasserversorgung (ob Trinkwasseraufbereitung oder Regenwasserspeicher) bis hin zum Genussgarten kannst du dich bestens austoben. Wäre da nur der unendliche Geldfluss. So ist auch bei uns die Idee von absoluter Unabhängigkeit nur Schritt für Schritt realisierbar.

Erste Schritte zur Autarkie

Ein Kachelofen für kalte Wintertage:

Einige Dinge die bei uns aktuell bereits geplant und bald realisiert werden sind zum Beispiel das Heizsystem und die Regenwasseraufbereitung in und rund um unser Haus. Im Winter sorgen wir mit einem zentral platzierten Grundofen für Wärme. Heizen werden wir täglich mit zwei Jahre ausgetrocknetem Holz. Unserer Meinung wenig aufwändig, ja sogar ein recht herzerwärmender Gedanke :). Wir haben uns ganz bewusst gegen ein wasserführendes Modell entschieden, womit auch Warmwasser erzeugt werden könnte, da wir voraussichtlich aufgrund unseres Südhanges und der guten Wärmedämmung durch Stroh recht wenig Heiztage im Jahr erwarten. Für die ersten Jahre werden wir dazu das Wasser mit Strom erwärmen, in naher Zukunft würden wir gerne eine Photovoltaik Anlage realisieren, um unseren eigenen Strom zu erzeugen.

Regenwasseraufbereitung zur Pflanzenversorgung:
Da wir immer begeistert am Garteln sind war schnell klar, dass etwas für das Regenwasser brauchen. Dazu werden wir vorerst auf klassische Regentonnen zurückgreifen, dafür konnten wir schon ein paar alte Holzfässer ergattern. Daraus kann dann Wasser für Gemüse, Früchte und Grünpflanzen bezogen werden. Übrigens sind auch Zimmerpflanzen begeisterte Regenwasserkonsumenten, da es im Vergleich zu oft kalkhaltigem Trinkwasser basisch ist.

Das wars auch schon mit unseren autarken Ansätzen, für die Zukunft gibt es also noch so einiges zu realisieren.

Autarkie im Selbstbauset.

Klein aber fein:
Der sehnsüchtige Gedanke nach einem autarken Leben hängt wie gesagt leider oft mit viel Geld zusammen. Das es auch anders geht zeigt das Team von Wohnwagon, die bekannt sind für ihre völlig autarken Wohnwagon-Konzepte. Diesmal überzeugen sie uns mit einer neuen Idee: Dem Tiny Autarkieset für Tiny Houses, Kleinhäuser und Zirkuswägen.

Was hat es damit auf sich?
Das Tiny Autarkie Set ist für 9.896, 84 Euro erhältlich und bietet einen kostengünstigen und gut durchdachten Einstieg in ein autonomes Leben. Dabei handelt es sich um ein Selbstbauset für kleine Wohnraumkonzepte. Du bekommst einen Baukasten für deine unabhängige und ganzjährige Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser.

So funktioniert die Versorgung:

Auf zum eigenen Strom
  • Der eigene Strom wird mittels einer kleinen aber feinen Photovoltaik-Anlage über die Sonneneinstrahlung bezogen. Diese ist so ausgelegt, dass du sie zukünftig simpel erweitern kannst.

Für die Stromerzeugung wird eine PV-Komplettanlage mit 1080 Wp und 24 Volt verwendet, so kannst du die Solarenergie günstig nutzen, ohne einen öffentlichen Stromanschluss zu benötigen.

So erzeugst du dein warmes Wasser
  • Für dein Warmwasser wird im Sommer mit einem Solarboiler gesorgt, im Winter mit einem Rauchgasboiler. Mit einfacher Installation kannst du mit Sonne und Holz warmes Wasser erzeugen.

Für das Warmwasser in den Sommermonaten wird ein Solarboiler mit 100l verwendet. Ja richtig gehört, der Solarboiler ist Solaranlage und Boiler in einem. Das bedeutet: Der unabhängigen Warmwassererzeugung mit Sonnenleistung steht nichts mehr im Wege. So funktioniert der Boiler im Detail:

  • Das Wasser wird direkt im druckfesten Boiler erhitzt. Dadurch fällt das teure Equipment einer Solaranlage mit Kollektoren einfach vollständig weg. Ein weiterer Speicher ist nicht zwingend notwendig, weil das Wasser dort gespeichert wird, wo es erhitzt wird. Ein Überdruckventil schützt den Boiler und sorgt für den richtigen Druck.
  • Das Wasser wird mit dem Leitungsdruck (ähnlich wie bei E-Boilern) transportiert. Um diesen Druck zu erhalten brauchst du meist eine Druckwasserpumpe im Frischwassersystem.
  • In der kalten Jahreszeit solltest du den Boiler entleeren, um ihn vor Frost zu schützen. Je nach Wetterlage und Wohnort, kannst du mit dem Boiler 6-8 Monate Warmwasser erzeugen. Der Boiler ist isoliert und verliert dadurch in der Nacht nur wenig Wärme.
    Der Aufbau des Boilers ist einfach gehalten – keine elektronischen Komponenten. Dadurch ist er sehr wartungsarm und ideal für den Außenbereich.
Für den Winter ist natürlich auch gesorgt

Für den Winterbetrieb ist ein Rauchgasboiler im Set enthalten. Mit diesem Boiler werden die Rauchgase von deinem Holz- oder Pelletofen zur Warmwassererzeugung genutzt.

Der Anschluss dazu ist ident mit der eines herkömmlichen Heizungs-, Strom- oder Solarboilers. Die Zirkulation des Wassers übernimmt der Wasserdruck. Wenn dieser Druck nicht gegeben ist, benötigst du zusätzlich eine Druckwasserpumpe. Zum Anschließen des Boilers brauchst du lediglich eine Wasserleitung, die in den Boiler führt, und am Warmwasserausgang kannst du das erwärmte Wasser für die Dusche, Waschbecken usw. entnehmen. Der Boiler ist natürlich auch nach den Trinkwasser-Richtlinien gefertigt, damit du das Wasser auch problemlos trinken kannst. Ebenso ist die Installation an Kamin oder Wassernetz relativ einfach.

  • Unserer Meinung am spannendsten ist die Trinkwasseraufbereitung! Mittels Regenwasserfilter wird trinkbares Wasser aufbereitet und in einem Edelstahltank für den Konsum gespeichert. Wirklich Top! Mit einem Regenwasserfilter steht der Frischwasseraufbereitung nichts mehr im Wege. Das Tolle daran: Der Filter reinigt das Wasser ohne dem Zusatz von Chemikalien und ohne Strom.
  • Das anfallende Abwasser wird durch natürliche Prinzipien mit einer Pflanzenkläranlage als Selbstbauset oder mit einem Moosfilter gereinigt.
Trinkwasseraufbereitung vom Feinsten

Zum Klären wird eine Pflanzenkläranlage für Grauwasser für zwei Personen verwendet. Diese Grünkläranlage ist speziell für die Grauwasserreinigung konzipiert. Sie besteht aus einem zweiteiligem Pflanzenbeet, in welche die spezielle Vorreinigung integriert ist. Diese funktioniert durch komplexes Zusammenwirken von Mikroorganismen, Bodenteilen und Pflanzenwurzeln. Das gereinigte Grauwasser fließt in den anschließenden Kontrollschacht. Von diesem kann es in ein Gewässer, die Kanalisation, einem Speicherteich geleitet oder versickert werden. Die Qualität des gereinigten Grauwassers ist weit besser, als das aus üblichen biologischen Kläranlagen.

Das mit Folie abgedichtete Pflanzenbeet ist vollständig mit Schilf bepflanzt und nicht als Kläranlage zu erkennen. Das Grauwasser wird oberflächig auf das Pflanzenbeet aufgebracht und versickert.

Für den plastikfreien Geschmack beim Zähneputzen sorgt der Edelstahl Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 300 Liter. Besonders hervorzuheben sind die flexiblen Anschlüsse, die Wartungsöffnung, sowie die Möglichkeit den Behälter unter Druck (2Bar) zu setzen. Installieren solltest du diesen in horizontaler Lage.

Holzofen mit Kochfunktion und Bio-Toilette

Im Set nicht enthalten sind ein Holzofen mit Kochfunktion sowie eine Bio-Toilette. Beides solltest du am besten individuell für dein Projekt planen und realisieren. Dazu gibt es hier aber zwei spannende und weiterführende Artikel.

Wenn du mehr Details rund um das Thema Autarkie wissen willst, oder du dir noch nähere Informationen zum Tiny Autarkieset einholen willst, bist du beim Wohnwagon Team bestens aufgehoben. Wir haben uns sehr gut beraten gefühlt und vor allem ist das Thema Autarkie für uns etwas greifbarer geworden.

Viel Spaß bei der Ideensammlung zum Thema Autarkie, wie immer freuen wir uns wenn du deine Gedanken mit uns teilt!

Links: www.wohnwagon.at

 

Wohnwagon Website


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3. Juni 2018Keine Kommentare

Der Winter kann kommen – Ein Kachelofen für zuhause

Ein wohlig warmes zuhause im Winter ist ein absolutes Muss.

Wir wollen unser zukünftiges zuhause mit einem Kachelofen beheizen, wie das funktioniert erzählen wir dir in diesem Beitrag. Natürlich wie immer mit dem Anspruch einen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen.

Heizen mit einem Kachelofen

Die Frage wie wir unser zukünftiges Haus am besten beheizen, beschäftigt uns nun schon seit längerem. Unser Anspruch ist wie immer möglichst kosteneffizient und nachhaltig unsere vier Wände zukünftig zu beheizen.

Nach einiger Recherchearbeit sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass ein Grundofen die beste Lösung für den geplanten Wohnraum ist. Gemeinsam mit unserem Architekten haben wir lange herum getüftelt. Schließlich haben wir ein Wohnraumkonzept entwickelt, in dem mit einem zentral gelegenen Ofen alle Räume gut beheizt werden können. Ohne zusätzliche Heizkörper und Rohre zu benötigen. Yeah!

Platzierung und Optik

Der Kachelofen wird zentral im offenen Wohn- und Esszimmer platziert. Dem Kuscheln auf der Couch, mit knisterndem Kaminfeuer sollte zukünftig also nichts im Wege stehen.

Optisch soll der Ofen eine moderne Quader Form bekommen, also sehr schlicht. Außen wird der Ofen mit grünen, handgemachten Keramikfliesen bestückt. Durch die Handarbeit und das Brennen der Fliesen, bekommen diese eine individuelle, optische Note. Die Fliesen sehen aber nicht nur edel aus, sondern speichern die Wärme im Verhältnis zu anderen herkömmlichen Fließen viel länger. Ein Sichtfenster darf natürlich nicht fehlen, denn was gibt es Entspannenderes als in einer verschneiten Nacht vor dem Feuer zu sitzen. Oh ja die Vorfreude ist lesbar. Ob wir uns einen Pizzabackofen gönnen wissen wir noch nicht, aber das wird sich bald weisen.

Pro und Kontra für einen Ofen als einziges Heizsystem

Anfangs hatten wir Bedenken ob der Aufwand zu hoch ist, immerhin muss täglich Holz geholt und mehrmals geheizt werden (dachten wir zumindest). Nicht zu vergessen ist auch das jährliche Holz kaufen und stapeln im Außenbereich des Hauses. Die Realität sieht anders aus, wie uns der erste Termin beim Hafnermeister bewies. Die Kachel- und Grundöfen sind in ihrer Entwicklung so weit vorangeschritten, dass dieser in seiner Funktion einmal täglich mit zwei Jahre getrocknetem Holz beheizt werden muss. Und das war´s auch schon, einmal im Jahr wird das Holzlager aufgefüllt, einmal täglich eingeheizt und die Wärme wird bis zu 24 Stunden gespeichert. Durch ein im Ofen integriertes Verschlusssystem, muss auch nach dem Einheizen nicht gewartet werden. Einfach Holz rein, anzünden und schon kann auch das Haus verlassen werden. Das Holz bekommen wir von einem Bauern unmittelbar aus unserer Umgebung direkt nach Hause geliefert und müssen uns nicht um den Transport kümmern.

Die natürlichste Form zu heizen

Wir verzichten auf aufwändige Installationen, die anfällig sind und eventuell nach einigen Jahren kostspielige Reparaturen benötigen. Außerdem gibt ein Kachelofen eine besonders angenehme und wohlige Wärme ab, die in kalten Tagen das Wohnerlebnis aufwertet.

Allergiker geeignet

Zuletzt noch ein nicht unrelevanter Punkt. Ich habe leider mit einer leichten Hausstauballergie zu kämpfen, was in den Wintermonaten immer eine verschnupfte Nase bedeutet, da durch die Heizung die Luft mehr herumgewirbelt wird. Mein erster Gedanke war verständlicherweise, bei einem Kachelofen der, dass der Schnupfen im Winter noch mehr wird. Aber ganz im Gegenteil. Der Kachelofen, so wie wir ihn geplant haben, ist nicht luftführend. Das heißt die Wärme, die dieser abgibt, ist mit einer Art Strahlung vergleichbar. Die Wärme wird vom Ofen abgegeben, in dem dieser sie ausstrahlt, was wiederum zu behaglicher Wärme führt. Anders könnte man den Ofen luftführend bauen, wobei hierbei erhöhte Staubbelastung zu verzeichnen ist.

Vorfreude ist die schönste Freude

Wir sind schon gespannt ob unsere Hunde dann lieber vorm Kachelofen die Nacht verbringen, als bei uns im Schlafzimmer zu schlafen (die Chance auf mehr Platz im Bett - Juhuu). Auf jeden Fall freuen wir uns bereits auf den kommenden Winter dieses Jahr und sind voll motiviert.

Wir halten euch am Laufenden wie es mit unserem Ofen Kauf weitergeht. Einstweilen, bis bald.


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